Städte in NRW mit Warnung

Eichenprozessionsspinner: Jetzt startet die Gefahr im Ruhrgebiet - Raupen haben Horror-Stadium erreicht

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Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben das Stadium erreicht, in dem ihre Brennhaare für Gefahr sorgen. Die Städte im Ruhrgebiet warnen die Bürger.

  • Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sorgen wieder für Gefahr.
  • Städte wie Dortmund haben bereits Maßnahmen ergriffen.
  • Es gibt Hoffnung, dass es in diesem Jahr nicht so schlimm wird, wie zuletzt.

Dortmund - Es geht wieder los: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sorgen mit ihren gefährlichen Brennhaaren wieder für Gefahr, weiß RUHR24.de*.

Eichenprozessionsspinner

Wissenschaftlicher Name

Thaumetopoea processionea

Klasse

Insekten

Ordnung

Schmetterlinge

Höhere Klassifizierung

Thaumetopoea

Familie

Zahnspinner (Notodontidae)

Städte wie Dortmund teilen mit, dass an vielen Stellen im Stadtgebiet die ersten Raupen gesichtet worden seien. "Viele der Tiere haben ihr drittes Entwicklungsstadium, in dem die gefährlichen Brennhaare ausgebildet werden, erreicht", heißt es vonseiten der Stadt Dortmund.

Eichenprozessionsspinner: Städte im Ruhrgebiet scheinen vorbereitet

Zuletzt hatten sich viele Städte im Ruhrgebiet auf die Rückkehr der Raupen vorbereitet. Zwischen Herten und Recklinghausen etwa setzt Straßen.NRW auf Kohlmeisen, die die Raupen* des Eichenprozessionsspinners als natürliche Futterquelle nutzen.

Auch in Dortmund nutzt man - neben weiterer Maßnahmen - diese Methode. Hinzu kommt der Einsatz von speziellen Raupen-Saugern. Bereits im letzten Jahr griff die Stadt zu dieser Maßnahme und entfernte damit ganze Nester.

In Dortmund hat das Grünflächenamt mit dem Kampf gegen die kleinen Quälgeister begonnen. Selbst Oberbürgermeister Ullrich Sierau griff öffentlichkeitswirksam zum Raupen-Sauger.

Hotlines stehen für Meldungen des Eichenprozessionsspinners bereit

Damit alle Nester aufgespürt werden, bittet die Stadt ihre Bürger, diese zu melden. Eine eigene E-Mail-Adresse sowie eine Telefonnummer wurden dafür eingerichtet (raupenmelder@dortmund.de oder 0231/5016320).

Mit diesen Schildern warnt die Stadt Dortmund vor den Raupen des Eichenprozessionsspinners.

Unterdessen hat der Landesbetrieb Straßen.NRW damit begonnen, entlang von Straßen und Wegen nicht unumstrittene Biozide zu spritzen, bevor die Larven überhaupt schlüpften.

Dazu, wie stark der Befall in diesem Jahr ausfällt, wollen Experten keine Vorhersage treffen. Die Städte im Ruhrgebiet haben sich auf den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner aber so vorbereitet, als könnte der Befall in diesem Jahr stärker als 2019 ausfallen.

Klimawandel sorgt für gute Entwicklung des Eichenprozessionsspinners

Dass der Eichenprozessionsspinner nun Jahr für Jahr wiederkehrt, liegt laut Experten der Stadt Dortmund am Klimawandel und an immer milderen Wintern und immer wärmeren und trockeneren Sommern. Dieses Klima begünstige die Entwicklung des Eichenprozessionsspinners enorm.

Bürger können sich vor den Haaren der Raupe schützen, indem sie sich möglichst von Eichen fernhalten, erst Recht, wenn diese durch die Städte mit Flatterband oder durch Schilder gekennzeichnet sind. Weitere Maßnahmen wären:

  • Nester nicht berühren oder wegschlagen: Die Brennhaare könnten aufgewirbelt werden.
  • Offene Hautpartien abdecken, sowie Augen-, Mund- und Nasenschutz tragen, wenn man an befallenen Eichen vorbeilaufen oder gehen muss.
  • Breite Sonnenbrillen können die Augen vor den Brennhaaren schützen.
  • Hunde nicht frei herumlaufen lassen, sie könnten durch ihren Schnüffeltrieb an die Nester kommen.
  • Vorsicht an windigen Tagen - die Brennhaare könnten weit durch die Luft gewirbelt werden.
  • Gegenstände auf Balkonen und im Garten regelmäßig abwischen, um etwaige Brennhaare zu entfernen.

Denn: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners tragen ab dem dritten Larvenstadium Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten. Die Haare sind mit Widerhaken ausgestattet und können allergische Reaktionen bei Menschen und Tieren auslösen.

Haare der Raupe des Eichenprozessionsspinners verursachen Reizungen

Kommen die Brennhaare mit der Haut in Kontakt, setzen sie sich fest und verursachen Reizungen und Entzündungen. Durch Verwehungen können die Härchen auch in Atemwege und Augen gelangen und dort die Schleimhäute angreifen. 

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (l.) legte zum Start der Raupen-Absaug-Saison selbst Hand an.

Die Brennhärchen können auch nach drei bis fünf Jahren noch toxische Reaktionen herrufen. Daher werden auch die verlassenen Nester möglichst abgesaugt, sofern sie entdeckt werden.

Tipps nach Kontakt mit Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners

Wer mit den Brennhaaren der Eichenprozessionsspinner-Raupe in Berührung kommt, sollte folgendes tun:

  • Kleidung schnell wechselnund waschen.
  • Ausgiebig duschen und das Kopfhaar waschen.
  • Möglichst nicht kratzen, weil die Brennhaare dadurch tiefer in die Haut gelangen können.
  • Eingedrungene Raupenhaare können eventuell mithilfe der Klebeseite von Pflasterstreifen oder mit Tesafilm entfernt werden.
  • Nicht mit den Schuhen die Raupenhaare in die Wohnung hereintragen.

Hoffnung auf eine Besserung der Situation mit dem Eichenprozessionsspinner gibt es trotz düsterer Prognosen seitens von Experten* dennoch: Die Städte in der Region scheinen in diesem Jahr deutlich besser auf den Eichenprozessionsspinner vorbereitet zu sein, als in den vergangenen Jahren. Gut möglich also, dass durch die vielen Maßnahmen das Risiko durch die Brennhaare deutlich minimiert wird. Vorsicht ist dennoch geboten.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Stadt Dortmund

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