Wegen eines Corona-Streits bei Kaufland in Bergkamen dürfen über 100 Mitarbeiter derzeit nicht arbeiten.
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Wegen eines Corona-Streits bei Kaufland in Bergkamen dürfen über 100 Mitarbeiter derzeit nicht arbeiten.

Diskussion um Schutzmaßnahmen

Corona-Streit bei Kaufland: Über 100 Angestellte im Ruhrgebiet dürfen seit Wochen nicht mehr arbeiten

  • vonLisa Krispin
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In Bergkamen (Kreis Unna) dürfen über 100 Mitarbeiter einer Kaufland-Filiale seit Wochen nicht mehr arbeiten. Grund ist ein Streit um die Corona-Regeln.

  • Kaufland-Mitarbeiter einer Filiale im Kreis Unna* im Ruhrgebiet sind seit Wochen ohne Arbeit.
  • Ein Streit um verbindliche Corona-Regeln am Arbeitsplatz steckt dahinter.
  • Der Supermarkt in Bergkamen ist trotzdem weiterhin geöffnet.

Bergkamen/Kreis Unna - Was kurios klingt, ist in Bergkamen im Kreis Unna seit fast zwei Monaten Realität: In einer Kaufland-Filiale in der Innenstadt von Bergkamen dürfen über 100 Mitarbeiter nicht mehr arbeiten, berichtet RUHR24.de*. Grund ist ein handfester Streit um Corona-Regeln.

Unternehmen

Kaufland

Zentrale

Neckarsulm

Rechtsform

Stiftung & Co. KG

Mitarbeiterzahl

132.000 (Dezember 2019)

Dachorganisation

Schwarz-Gruppe

Streit um Corona-Regeln bei Kaufland im Kreis Unna: Schutz der Mitarbeiter nicht gewährleistet

Laut einem Bericht des WDR herrscht zwischen der Geschäftsführung von Kaufland und dem Betriebsrat große Uneinigkeit darüber, wie die angestellten Mitarbeiter in Bergkamen in der aktuellen Coronavirus-Situation ihrer Arbeit im Geschäft nachgehen sollen.

So sei der Streit nach Angaben des Betriebsrats eskaliert, nachdem die Kaufland-Geschäftsführung die verbindlichen Corona-Sonderregelungen für die Angestellten nicht unterschreiben wollte. Diese Regeln zum Schutze der Mitarbeiter sowie der Kunden bei Kaufland* sehen unter anderem Tragezeiten für Masken, Abstandsregeln und den zusätzlichen Einsatz von Wachpersonal vor.

Streit um Corona-Regeln bei Kaufland im Kreis Unna: Betriebsrat stimmt Dienstplänen nicht zu

Da es jedoch zu keiner Einigung über die Maßnahmen kam, verweigerte der Betriebsrat daraufhin die Zustimmung zu den Dienstplänen für das Personal. Ohne garantierten Schutz vor dem Coronavirus fehlten seiner Meinung nach dafür die Voraussetzungen.

Insgesamt 108 Mitarbeiter haben deshalb seit nunmehr acht Wochen die Arbeit niedergelegt - trotzdem bekommen sie weiter ihr volles Gehalt. Auch Schlichtungsversuche vor dem Dortmunder Landgericht blieben bis jetzt ohne Erfolg. (alle Artikel aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de*)

Auch in Supermärkten muss der Corona-Schutz für Kunden und Mitarbeiter gegeben sein.

Und das ist nicht das einzige Problem, mit dem Kaufland derzeit zu kämpfen hat - wegen falscher Deklaration gibt es auch einen Rückruf von einem beliebten Energy Drink. Das Getränk ist als zuckerfrei ausgewiesen, enthält aber 11 Gramm Zucker pro 100 ml. Das ist nicht gerade wenig und es könnte vor allem für Diabetiker zu einem gesundheitlichen Risiko führen. 

Streit um Corona-Regeln bei Kaufland im Kreis Unna: Supermarkt trotzdem weiter geöffnet

An den Angestellten der Kaufland-Filiale im Bergkamener Stadtzentrum liegt das allerdings nicht. "Die Leute wollen arbeiten und dies unter sicheren Bedingungen", so Albrecht Seidel, Anwalt der Arbeitnehmervertretung gegenüber dem Westfälischen Anzeiger.

Das Geschäft im Kreis Unna läuft unterdessen weiter - auch ohne die freigestellten Mitarbeiter. Hierzu hat Kaufland fremde Ersatz-Mitarbeiter mit Werkverträgen angeheuert. Die zusätzlichen Kosten für das Unternehmen dürften laut Angaben derGewerkschaft ver.di inzwischen weit im sechsstelligen Bereich liegen. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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