Experte gibt wichtige Tipps

Coronavirus und Kinder: Professor aus NRW klärt auf, ob Kinder in Gefahr sind

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Auch Kinder könne das Coronavirus bekommen. Ein Professor aus Dortmund klärt auf, wo die Gefahren liegen und räumt mit Mythen auf.

  • Kinder und das Coronavirus: Die Gefahr für unseren Nachwuchs ist nicht so groß, wie viele glauben.
  • Ein Experte des Klinikums Dortmund räumt jetzt mit Mythen auf.
  • Für eine gewisse Gruppe von Kindern ist dennoch Vorsicht geboten.

Dortmund - Wie gefährlich ist das Coronavirus für Kinder? Derzeit fragen sich das viele Eltern mit besorgtem Blick auf ihren Nachwuchs. Befeuert werden die Sorgen zudem von Fake-News und Alarmismus im Internet, der aber oft unbegründet ist, wie RUHR24.de* weiß. Ein Kinderarzt des Klinikums Dortmund räumt jetzt mit Mythen auf und gibt Tipps im Umgang mit dem Coronavirus und Kindern.

Experte aus Dortmund: Kinder bewältigen Coronavirus besser als Erwachsene

Die gute Nachricht zu Beginn: Kinder kommen laut Klinikum Dortmund nach bisherigem Kenntnisstand besser mit dem neuen Coronavirus* klar als Erwachsene. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Forschung derzeit am Anfang ist und sich der Wissensstand von Tag zu Tag ändern kann.

"Kinder sind ja sonst für Virusinfekte empfänglicher als Erwachsene. Infektionen mit dem neuen Coronavirus hingegen sind bei ihnen nicht häufiger als bei Erwachsenen, denn für dieses neue Virus sind alle Menschen immunologisch wie Kinder", sagt Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund. Vor allem bewältigten Kinder die Infektion besser als Erwachsene und erkrankten nur selten schwer.

Nur wenige Kinder werden positiv auf das Coronavirus getestet

Unter den positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen* in Deutschland sind bislang nur wenige Kinder. Das mag daran liegen, dass Kinder sich seltener infizieren als Erwachsene - oder, dass sie keine Symptome zeigen und daher keinen Test machen lassen. Und selbst bei milden Symptomen ist kein Abstrich nötig. Es reicht dann, wenn Husten und Co. zu Hause auskuriert werden.

Was ist die Empfehlung von Professor Dominik Schneider was Impfungen angeht? Sollte Kinder trotz Corona-Krise* weiterhin geimpft werden? Die Antwort lautet hier ganz klar: ja. "Nur weil jetzt Corona da ist, machen ja die anderen Erreger keine Pause", weiß der Experte aus Dortmund. Wichtige Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren würden weiter angeboten und seien nach wie vor wichtig.

Schwangere Frauen brauchen keine Angst vor dem Coronavirus zu haben

Auch schwangere Frauen machen sich derzeit Sorgen um ihren Nachwuchs - kann das Coronavirus gefährlich werden für die Schwangerschaft und sogar Fehlbildungen bei Kindern auslösen? Auch hier ist die Antwort beruhigend. Denn: "Die Infektion geht nicht über die Blutbahn, sondern spielt sich in den Atemwegen ab. Das bedeutet, dass das Kind über den Mutterkuchen geschützt ist", erklärt Prof. Schneider. Studien hätten ergeben, dass das Virus nicht vor der Geburt auf das Neugeborene übertragen werde.

Nach der Geburt ist es aber vorbei mit dem Schutz vor dem Coronavirus. Wie Babys dann zu schützen sind, ist bislang nicht wirklich geklärt. 

Coronavirus und Stillen - das sollten Mütter darüber wissen

Wer stillt und das Coronavirus in sich hat, sollte dabei möglichst reinlich vorgehen. Über die Muttermilch scheint das Virus laut aktuellen Studien nicht überzutreten. Eltern sollten daher also auf die "normale" Corona-Hygiene achten. Denn: Abschotten können sich Eltern von ihrem Nachwuchs nicht. 

Sollte sich das Baby doch mit dem Coronavirus infizieren, zeigten laut Klinikum Dortmund erste Daten, dass auch Säuglinge diese Infektion gut überstehen. Allerdings seien dann schon schwere Verläufe häufiger als bei älteren Kindern. 

Coronavirus: Vorsicht bei Kindern mit Vorerkrankungen - Experte aus Dortmund warnt

Während Eltern von gesunden Kindern sich offenbar keine großen Sorgen vor dem Coronavirus machen brauchen, sieht das bei Kindern mit schweren Vorerkrankungen schon anders aus. Die Daten für diese Gruppen - etwa mit Leukämie oder Tumoren - sind noch unsicher. Aber: Vorerkrankte Kinder sollte dringend geschützt werden, rät das Klinikum Dortmund.

Wichtig sei es, die gesamte Familie gut zu isolieren, nicht nur die Kinder. "Das bedeutet: null physischer Kontakt, aber gerne soziale Kontakte, aber nur über die Medien", so Prof. Schneider. Für Familien beutete das für das tägliche Leben wichtige organisatorische Maßnahmen. 

Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Klinikum Dortmund.

Bleibt die Frage nach Kindern, die Asthma haben. Sind die durch das Coronavirus besonders gefährdet? Laut Professor Dominik Schneider sei die Datenlage in diesem Fall noch widersprüchlich. Schneider selbst sehe aber oft, "dass Kinder, die ein gut kontrolliertes Asthma haben, generell gut durch Virus-Infektionen kommen."

Für das Coronavirus vermutet Schneider ähnliche Effekte. Therapien gegen Asthma sollten also nicht ausgesetzt werden. Und: Kinder dürfen auch weiterhin an die frische Luft, aber immer mit den gleichen Menschen – also mit der Familie. "Wir sollten eine Durchmischung vermeiden, so wie es jetzt auch die Politik beschlossen hat."

Update, Dienstag (26. Mai), 7.38 Uhr: Inzwischen hat sich Professor Schneider zum Kawasaki-Syndrom bei Kindern geäußert, das nach einer Infektion mit dem Coronavirus auftreten kann.

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Florian Forth/RUHR24, Klinikum Dortmund; Collage: RUHR24

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