Thiel und Boerne ermitteln

Trotz schlechter Kritiken: Tatort Münster fährt beste Quote seit 2017 ein

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Was für ein Widerspruch: Die höchste Einschaltquote seit Jahren und dennoch vernichtende Kritiken von den Zuschauern – der neue Münster Tatort zwischen Freud und Leid.

Update: 14. Dezember. Mit Spannung warteten die Zuschauer am Sonntag (13. Dezember) auf die wohlbekannte Titelmelodie: Tatort-Time. Und wenn Jan Josef Liefers alias Karl Friedrich Boerne und Axel Prahl alias Frank Thiel gemeinsam ermitteln, sitzen meist besonders viele Menschen vor den TV-Geräten. So auch an diesem Sonntag. Der neue Münster Tatort mit dem Titel „Es lebe der König!“ fast alle Rekorde. Mit 13,6 Millionen Zuschauern (36,5 Prozent Marktanteil) fuhr das Ermittler-Duo die höchste Einschaltquote seit 2017 ein. Ein grandioses Ergebnis, über das sich auch die beiden Hauptdarsteller freuten:

Doch Einschaltquoten und Kritiken sind zwei Paar Schuhe. Und so fiel die Meinung der Zuschauer zum Münster Tatort eher negativ aus. Unter anderem wurde der übertriebene Klamauk bemängelt und, dass man zu offensichtlich sah, dass unter Corona-Bedingungen gedreht wurde:

  • Puh, bei einem Münster #Tatort ne halbe Stunde vor Schluß eigepennt. Ist mir auch noch nie passiert. Das war ja mal gar nix. Weder spannend, noch lustig.
  • Der #Tatort war gähnend langweilig. Ohne „Sinn Herz und Verstand“... So nach dem Motto: Wir zimmern uns Den Klamauk zurecht...
  • Krass wie man dem heutigen Münster #tatort ansieht, dass er unter Corona-Bedingungen gedreht wurde.

Doch nicht nur die Zuschauer, auch die Medien ließen wenig Gutes an dem Münster Tatort „Es lebe der König!“ mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers.

  • „Doch ach, in der neuen Folge zündet kaum ein Gag [...]“ - Der Spiegel
  • „Gemütvoll war der Tatort aus Münster immer, doch spannend ist die neue Folge „Es lebe der König!“ nicht. [...] Immerhin: Kommissar Thiel und Professor Boerne haben viel Zeit für ihre Max-und-Moritz-Sketche“ - RedaktionsNetzwerk Deutschland
  • „Die Ermittler aus Münster wirken gegenüber der Familie des Toten ziemlich normal - was ja schon was heißen will.“ -Süddeutsche Zeitung

Wasserschloss und Ritter-Leiche: Das ist der aktuelle Münster Tatort

Münster/Köln/Grevenbroich – Am 13. Dezember ist es endlich wieder so weit: Die ARD zeigt der Deutschen liebstes Ermittler-Duo im Tatort Münster. Und das, obwohl der letzte Fall von Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) unter dem Titel „Limbus“ erst am 8. November über die Mattscheibe flimmerte.

Während es beim letzten Mal sehr spirituell zuging und Professor Boerne seine weiche und empathische Seite entdeckte, scheint den Zuschauer im neuen Fall „Es lebe der König!“ wieder der klassische Gerichtsmediziner mit dem Riesenego zu erwarten, wie msl24.de* berichtet.

StadtMünster
Einwohner315.293
Bundesland NRW

Neuer Münster Tatort: Erste WDR-Produktion während der Corona-Pandemie

Die Dreharbeiten zum Münster Tatort „Es lebe der König!“ fanden erstmals komplett innerhalb der Corona-Pandemie und hauptsächlich in Köln, Grevenbroich und Münster statt. Alexander Bickel, Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie beim WDR, zeigte sich erleichtert, dass endlich wieder gedreht werden konnte:

Ich freue mich sehr, dass die Dreharbeiten für den ‚Tatort‘ aus Münster begonnen haben. ‚Es lebe der König!‘ verspricht wieder viel Spannung und Komik und ist die erste ‚Tatort‘-Produktion des WDR, die nach der Corona-bedingten Pause erneut gestartet ist. Aufgrund der Sicherheitsauflagen sind es ungewohnte und sicher auch erschwerte Drehbedingungen für das ganze Team. [...]

Alexander Bickel (WDR)

Für die Crew und die Schauspieler um Axel Prahl und Jan Josef Liefers bedeutete das unter anderem, dass abseits der Szenen eine strenge Maskenpflicht herrschte und sich alle Beteiligten vor den Dreharbeiten zum neuen Münster Tatort in Quarantäne begeben mussten. Doch die Hygienemaßnahmen scheinen der Arbeitsmoral am Set keinen Abbruch getan zu haben und so wurden die Dreharbeiten erfolgreich und rechtzeitig abgeschlossen. Ob „Es lebe der König!“ seinen Vorgänger schlagen wird? Immerhin hat der letzte Münster Tatort die Rekord-Quote von 2020 eingefahren. Dennoch stehen die beiden Ermittler nicht ganz oben auf der Gehaltsliste der Kommissare: Kürzlich wurde nämlich bekannt, was das Duo aus dem Münster Tatort pro Folge verdient*.

„Es lebe der König!“ in der ARD: Darum geht‘s im neuen Münster Tatort mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl

„Es lebe der König!“ ist der 38. Münster Tatort mit den Ermittlern Frank Thiel (Axel Prahl) und Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers). Ausgangspunkt ist – wie so oft – eine Leiche. Diesmal handelt es sich um Manfred Radtke. Der ehemalige Kirmeskönig war der neue Herr auf „Haus Lüdecke“, einem mittelalterlichen Wasserschloss (Schloss Hülchrath bei Grevenbroich) in dessen Graben seine Leiche gefunden wurde.

„Es lebe der König!“: Jan Josef Liefers und Axel Prahl am Set vom neuen Münster Tatort.

Radtke plante, auf der Burg gemeinsam mit seiner Familie Mittelalterspiele zu veranstalten, die sich hauptsächlich mit einem düsteren Kapitel der Geschichte Münsters befassen sollten: der Zeit der Wiedertäufer. Boerne ist der Meinung, ein solches Thema sei kaum für die Bespaßung der breiten Masse geeignet. Doch als die Leiche von Radtke mit einer Ritterrüstung bekleidet im Graben seiner Burg gefunden wird, steht das Vorhaben ohnehin auf der Kippe. Auf der Suche nach dem Täter sehen sich Boerne und Thiel im neuen Münster Tatort mit vielen Verdächtigen konfrontiert. Die Auflösung gibt es am 13. Dezember um 20.15 Uhr in der ARD. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

Rubriklistenbild: © Bild: WDR/Thomas Kost

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