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Vor zwei Jahren: Amokfahrt in Münster.

Täter erschoss sich selbst

Amokfahrt in Münster mit vier Toten jährt sich zum zweiten Mal

Die Amokfahrt am beliebten Kiepenkerl-Denkmal in Münster hatte bundesweit Entsetzten ausgelöst. Auch am zweiten Jahrestag sind noch viele Details unklar.

  • Die Amokfahrt von Münster jährt sich zum zweiten Mal
  • Ein Auto war in eine Menschenmenge am Kiepenkerl gerast
  • Bei dem Vorfall starben vier Menschen und 20 wurden verletzt

Zwei Jahre nach der Amokfahrt mit vier Toten und über 20 Verletzten in der Altstadt von Münster sind die Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft Münster noch nicht abgeschlossen.

Gegen den Fahrer, der sich nach der Tat erschossen hatte, wurde zwar nicht ermittelt. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt müssten aber noch abschließend alle vorliegenden Anzeigen und Hinweise in den umfassenden Ermittlungsakten der Polizei bewertet werden, bevor sie geschlossen werden könne.

So war zum Beispiel unklar, wer dem Täter die Waffe geliefert hatte. Auch gab es eine Anzeige gegen die Stadt Münster, weil wegen einer Baustelle ein Absperrpoller am Tatort fehlte.

Am 7. April 2018 war ein psychisch labiler Deutscher mit seinem Kleinbus in eine Außengastronomie am Kiepenkerl - einem Denkmal in Münster - gerast. Vier Menschen wurden getötet und über 20 verletzt. Anschließend erschoss sich der Täter.

Wilma von Westphalen, die Wirtin des Großen Kiepenkerl, kämpft vor dem zweiten Jahrestag am Dienstag mit den Folgen der Corona-Krise. "Die Amokfahrt hat eigentlich in den zurückliegenden Monaten bei uns im Team keine Rolle mehr gespielt. Jetzt aber mussten wir für einige Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden. Per Whatsapp halten alle Kontakt und muntern sich auf."

Nach Amokfahrt in Münster: Gastronomin ärgert sich über zwei Reiseführer

Die Gastronomin (50) zeigte sich trotz der schwierigen Lage optimistisch. "Wir schlagen uns gut. Ich bin sehr dankbar, wie die Politik das gerade alles regelt und wie der Staat funktioniert."

Geärgert habe sich von Westphalen zuletzt jedoch über zwei Reiseführer, die ihren Betrieb in direktem Zusammenhang mit der Amokfahrt präsentiert hatten. Das fördert in ihren Augen nur den Katastrophen-Tourismus und empöre sie. "Wenn Betroffene hier hinkommen, um das Erlebte zu verarbeiten, ist das in Ordnung. Alles andere macht mich fassungslos."

Zuletzt sei ein Paar erschienen, das bei der Amokfahrt auf dem Platz gesessen hatte und körperlich unverletzt blieb. "Sie waren seitdem zum ersten Mal wieder in Münster. Wir haben uns nur angeschaut - und uns ohne Worte verstanden."

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dpa

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