Brandstiftung

Mann zündet Wohnung an: Festnahme wegen versuchten Mordes

Weil er in einem Mehrfamilienhaus ein Feuer legte, ermittelt die Polizei gegen einen 47-Jährigen wegen versuchten Mordes.

Münster/Altenberge/Dortmund – Wegen versuchten Mordes sitzt seit Mittwoch ein 47-Jähriger in Untersuchungshaft. Der Mann soll in seiner Wohnung absichtlich ein Feuer gelegt und dadurch die weiteren Bewohner des Mehrfamilienhauses in Lebensgefahr gebracht haben.

Die Staatsanwaltschaft Münster berichtete am Mittwoch (19. November) in einer gemeinsamen Presseerklärung mit der Polizei aus Münster* und Steinfurt von der Festnahme des Tatverdächtigen. Diese erfolgte allerdings nicht bereits in der Tatnacht, da der 47-Jährige kurz nach der vermutlichen Brandstiftung geflohen war. Msl24.de* berichtet über die Einzelheiten.

Stadt:Münster
Einwohner:315.293 (Stand: 31. Dez. 2019)
Bundesland:NRW

Mutmaßliche Brandstiftung: Staatsanwaltschaft Münster ermittelt gegen 47-Jährigen

Die mutmaßliche Tat ereignete sich in der Nacht auf den 7. November (Samstag): Um 3.15 Uhr morgens alarmierten Bewohner eines Mehrfamilienhauses in Altenberge nahe Münster die Feuerwehr. In dem Gebäude an der Straße Zur Quelle war ein Rauchmelder ausgelöst worden, im Treppenhaus war Rauch wahrnehmbar.

Einige Bewohner verließen das Haus und suchten Zuflucht im Garten, andere retteten sich zunächst auf ihre Balkone. Die Personen wurden später über das Treppenhaus evakuiert. Die Feuerwehr konnte den Brandort schnell in einer der Wohnungen lokalisieren und das Feuer löschen. „Erste Ermittlungen vor Ort ergaben, dass der Brand in der Wohnung eines 47-jährigen Bewohners des Hauses möglicherweise vorsätzlich herbeigeführt wurde“, berichtet die Staatsanwaltschaft Münster weiter.

Bei dem Brand in Altenberge nahe Münster gab es glücklicherweise keine Verletzten. (Symbolbild)

Feuer in Mehrfamilienhaus in Altenberge bei Münster: Tatverdächtiger flieht

Das Polizeipräsidium Münster richtete zur Klärung des Falls eine Mordkommission ein. „Wir erhielten schnell Hinweise darauf, dass der 47-Jährige das Feuer in seiner Wohnung selbst gelegt haben könnte“, berichtet Kriminalhauptkommissar Thomas Götze, Leiter der Mordkommission. Von dem Verdächtigen fehlte allerdings jede Spur: Laut Zeugenaussagen war der Mann in der Brandnacht aus seiner Wohnung gelaufen, in sein Auto gestiegen und davongefahren.

Zunächst lief die Suche nach dem 47-Jährigen erfolglos. Die Staatsanwaltschaft Münster beantragte deswegen beim zuständigen Amtsgericht einen Haftbefehl gegen den Gesuchten aus Altenberge – wegen „des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Brandstiftung mit versuchter Todesfolge“. Fast zwei Wochen nach dem Brand in dem Mehrfamilienhaus bekamen die Beamten dann plötzlich einen überraschenden Anruf.

Nach Brand nahe Münster: Verdächtiger meldet sich bei der Polizei

Am Apparat war der 47-Jährige aus Altenberge. „Der Beschuldigte meldete sich gestern [18. November] selbständig bei der Polizei und gab seinen Aufenthaltsort bekannt“, erklärte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt aus Münster. Wenig später wurde der Mann in Dortmund festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft aus Münster weiter berichtet, sitzt der Tatverdächtige nun in Untersuchungshaft. „Die Ermittler gehen Hinweisen nach, ob der 47-Jährige den Brand möglicherweise in suizidaler Absicht** gelegt hat. Hierzu dauern die Ermittlungen an.“

Erst vor Kurzem war es in der Stadt im Münsterland* zu einem Feuerwehr-Einsatz gekommen: In Münster war es zu einem Brand in zwei nebeneinander liegenden Wohnhäusern gekommen. Auch in diesem Fall gehen die Ermittler von schwerer Brandstiftung aus. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

**Anmerkung: Zum Schutz der Betroffenen und Ihrer Familien und um Nachahm-Effekte zu verhindern, berichten wir in der Regel nicht über Suizide – es sei denn, die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Falls Sie selbst unter Depressionen oder Selbstmordgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der davon betroffen ist, wenden Sie sich bitte an die Telefonseelsorge: 0800/1110111 oder 0800/1110222. Sie erhalten dort Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten. Die Anrufe sind kostenlos, die Nummern sind rund um die Uhr zu erreichen, die Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt. 

(*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Johannes Neudecker/dpa

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