Großeinsatz an der JVA

Geiselnehmer aus Münster wollte Coronavirus mit Hammer besiegen

  • Sohrab Dabir
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Eine Geiselnahme hielt vergangene Woche die Polizei in Atem. Der Täter wurde bei dem Einsatz erschossen. Jetzt liegt der Abschlussbericht des Landes NRW vor.

  • In Münster hat es eine Geiselnahme an der JVA gegeben.
  • Der Täter wurde dabei erschossen.
  • Immer mehr Details kommen ans Licht.

Update: 23. Oktober. Das Justizministerium des Landes NRW hat nun einen Bericht zur Geiselnahme in Münster am vergangenen Freitag (16. Oktober) vorgelegt. Dieser zeigt, dass der Täter offensichtlich geistig schwer verwirrt war. Die Geisel, die der 40-Jährige in der JVA in seine Gewalt gebracht hatte, gab bei der Vernehmung an, der Mann habe zu ihr gesagt „er sei der Sohn der Jungfrau Maria und müsse – wie eine Figur in dem Film „Thor“ – zu einem Feld an einem roten Haus in Spanien, um einen Hammer zu holen und mit diesem Hammer das Coronavirus zu besiegen“.

Bei der Waffe, die der Geiselnehmer aus Münster eingesetzt hatte, habe es sich dem Bericht zufolge nicht um eine Rasierklinge, „sondern um eine angespitzte und in diesem Bereich gehärtete Zahnbürste“ gehandelt haben. Bevor die Einsatzkräfte die tödlichen Schüsse abgaben, habe der Täter die 29-Jährige aufgefordert, mit der Waffe am Hals auf die SEK-Beamten zuzugehen.

Am Freitag (23. Oktober) beschäftigt sich die NRW-Landesregierung in einer Sondersitzung mit der Geiselnahme an der JVA Münster. Die SPD-Fraktion fordert einen „lückenlosen Bericht“ zu den Geschehnissen. Neben der Frage, wie sich der Täter gegenüber den Bediensteten verhalten hat, soll auch untersucht werden, ob die baulichen Beschaffenheiten des Gefängnisses die Geiselnahme begünstigt hätten.

Stadt:Münster
Einwohner:315.293
Bundesland:NTW

Geiselnehmer aus Münster wollte seine Mutter töten

Update: 20. Oktober, 14.05 Uhr. Mittlerweile hat die Obduktion der Leiche des Geiselnehmers aus Münster stattgefunden. Diese ergab, dass der 40-Jährige von mehreren Kugeln aus Polizeipistolen getroffen wurde. Eine davon endete für den Mann tödlich. „Wir gehen weiterhin davon aus, dass der Einsatz der Schusswaffen rechtmäßig war“, sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt gegenüber der dpa.

Wie zuvor berichtet, hatte der Gefangene schon mehrfach Mitarbeitern der JVA in Münster gedroht. Am Freitag hatte er eine 29-jährige Auszubildende in seine Gewalt gebracht und damit gedroht, sie umzubringen. Beim anschließenden Einsatz der SEK kam der Mann ums Leben.

Geiselnehmer aus Münster wollte eigene Mutter töten

Update: 20. Oktober, 8.30 Uhr. Die Suche nach dem Motiv des Mannes, der am vergangenen Freitag (16. Oktober) eine Mitarbeiterin der JVA Münster als Geisel genommen hatte, geht noch weiter. Eine Obduktion der Leiche soll zunächst klären, ob der 40-Jährige, der bei dem Vorfall ums Leben kam, unter Einfluss von Substanzen gestanden hatte. Derweil wurden weitere Details aus der Vergangenheit des Verstorbenen öffentlich.

Der Geiselnehmer war bereits vorbestraft: Er hatte im Jahr 2007 versucht, seine Mutter in Rheda-Wiedenbrück zu töten*. Das Gericht im Kreis Gütersloh sah es damals als erwiesen an, dass der Mann seine Mutter mit einem Küchenmesser umbringen wollte indem er ihr über die Kehle schnitt. Die damals 46-Jährige überlebte den Vorfall wie durch ein Wunder.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Mann als Schlachter bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet. Seit vielen Jahren litt er unter einer Alkoholsucht – die letzten Jahre seines Lebens war der 40-Jährige zudem wohnungslos. Vergangenes Jahr wurde er in Münster festgenommen, nachdem er bei einer Kontrolle versucht hatte, einen Polizisten zu treten.

Der Mann hatte während seiner Haft in Münster bereits mehrmals Mitarbeiter des Gefängnisses bedroht. Daher wurden besondere Sicherheitsmaßnahmen gegen ihn verhängt. Der Häftling war in einer Zelle mit doppelter Sicherheitstür untergebracht. Das Öffnen und betreten des Raumes war nur mit zwei JVA-Mitarbeitern erlaubt. Am vergangenen Freitag brachte er das 29-jährige Opfer in seine Gewalt, als ihm morgens das Frühstück gebracht wurde.

Der Geiselnehmer aus Münster habe laut dpa-Bericht zuvor gesagt, dass er seinen Wäschebeutel den beiden Beamten übergeben wolle. Nachdem die beiden Zellentüren geöffnet wurden, sei der Mann blitzartig herausgekommen und habe die Mitarbeiterin in den Schwitzkasten genommen. Dann habe er ihr eine an einer Zahnbürste befestigten Rasierklinge an den Hals gedrückt.

Die Kollegen des Opfers versuchten noch ihr zu helfen, dabei landete die Frau mit dem Geiselnehmer auf dem Boden. Laut dpa-Bericht sei der Mann daraufhin mit seiner Geisel einige Zeit durch den Zellentrakt der JVA Münster umhergeirrt. Um 9.10 Uhr fiel dann der tödliche Schuss der Einsatzkräfte.

Geiselnahme in Münster: Suche nach Motiv des Täters

Update: 19. Oktober. Am vergangenen Freitag hatte sich in Münster eine dramatische Geiselnahme ereignet. Ein Insasse der JVA hatte eine 29-Jährige in seine Gewalt gebracht und drohte damit, sie umzubringen, sollte er keinen Hubschrauber gestellt bekommen. Nach dreistündiger Verhandlung mit den Spezialkräften wurde der 40-Jährige schließlich erschossen.

Die Polizei Dortmund ermittelt nun, ob der Schusswaffengebrauch der Einsatzkräfte aus Münster gerechtfertigt sei. Momentan spreche jedoch nichts dagegen, hieß es aus der Domstadt. Völlig offen ist derzeit noch das Motiv des Mannes. Wieso nahm er drei Wochen vor seiner Haftentlassung eine JVA-Mitarbeiterin als Geisel? Diese Frage beschäftigt die Ermittler momentan noch.

Festgenommen wurde der wohnungslose und alkoholkranke Mann, nachdem er 2019 auf dem Gelände der LWL-Klinik in Münster zunächst randaliert und anschließend nach einem Polizisten getreten hatte. Da er danach gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte, musste der 40-Jährige hinter Gitter.

Einsatzkräfte unterhalten sich nach der beendeten Geiselnahme in Münster.

Geiselnehmer aus Münster stand kurz vor Entlassung

Update: 12.42 Uhr. Die Polizei Münster hat jetzt erste offizielle Details zur Geiselnahme am Freitag in Münster bekannt gegeben. Der Geiselnehmer, ein 40-jähriger Insasse, soll demnach seine Geisel um 6.20 Uhr in seine Gewalt gebracht haben. Mit einem gefährlichen Gegenstand, den der Mann mitsamt einer Rasierklinge gebaut hatte, bedrohte er die 29-Jährige am Hals.

Der angerückten Spezialeinheit gelang es, mit dem Täter, der wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte in der JVA Münster gesessen hatte, Kontakt aufzunehmen. Der Geiselnehmer forderte von den Einsatzkräften einen Hubschrauber zu bekommen, um aus dem Gefängnis zu fliehen. Während der Verhandlung mit dem SEK bedrohte der Mann immer wieder seine Geisel und kündigte an, sie zu töten.

„Er machte dabei einen psychisch unberechenbaren Eindruck“, berichtet die Polizei über den Einsatz am Freitag. Da die Einsatzkräfte um das Leben der Geisel fürchteten, erfolgte um 9.20 Uhr der Zugriff. Dabei wurde der Täter durch einen Schuss getötet – die 29-Jährige erlitt nur leichte Verletzungen am Hals. Aus Neutralitätsgründen übernimmt das Polizeipräsidium in Dortmund die Ermittlungen rund um den Umstand des Zugriffs. Der Geiselnehmer wäre am 10. November aus der Haft entlassen worden. Die Gartenstraße musste während des Einsatzes komplett gesperrt werden.

Geisel bei Einsatz in Münster unverletzt

Update: 12.26 Uhr. Wieso die 29-jährige Angestellte der JVA als Geisel genommen wurde, ist noch unklar. Ebenfalls ist unsicher, ob die Frau in dem Trakt gearbeitet hat, in dem der Täter untergebracht war. Das Opfer überlebte den Einsatz jedoch unbeschadet. Einsatzkräfte der Polizei Münster sind noch immer vor Ort an der Gartenstraße. Derzeit läuft die Tatortaufnahme in dem Gefängnis.

Update: 12.11 Uhr. Um 6.30 Uhr wurde die Polizei Münster zu dem Einsatz an der JVA an der Gartenstraße gerufen. Dort hatte ein Insasse eine 29-jährige Auszubildende der Anstalt in seine Gewalt genommen. Der Täter, der in wenigen Wochen seine Haft abgesessen hätte, forderte einen Hubschrauber für die Freilassung seiner Geisel. „Die Polizei hat zugegriffen, die Geisel wurde befreit“, teilt Polizeisprecher Frank Rentmeister mit. Der Geiselnehmer wurde bei dem Eingriff durch einen Schuss getötet. Wir berichten weiter.

Geiselnahme in Münster: Erste Details bekannt

Update: 11.41 Uhr. Auf Nachfrage von msl24.de bestätigte die Polizei Münster erste Details zu der Geiselnahme in der JVA in Münster. Demnach handelt es sich bei dem Opfer um eine Justizvollzugsbeamtin. Ein Insasse des Gefängnisses habe die Frau in seine Gewalt gebracht. Laut Medienberichten soll der Mann das Opfer mit einer Rasierklinge bedroht haben. Dies konnte die Polizei auf Nachfrage noch nicht bestätigen. Dies sei aktuell noch Teil der Ermittlungen.

Der Insasse wurde bei dem darauffolgenden Polizeieinsatz getötet, wie die Polizei Münster berichtet. Es soll sich Medienberichten zufolge um einen Mann handeln, der eine viermonatige Haftstrafe wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte absaß. In knapp drei Wochen wäre er entlassen worden, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Weitere Informationen zu der Geiselnahme in der JVA Münster kündigte die Polizei für den weiteren Tagesverlauf an. Aufgrund der noch immer anhaltenden Sperrung an der Gartenstraße in Folge des Großeinsatzes kommt es dort weiterhin zu Verkehrsbehinderungen.

Geisel-Drama in JVA Münster – Häftling bei Einsatz getötet

Update: 10.57 Uhr. Noch immer ist unklar, ob es sich bei der Geisel in der JVA in Münster um einen Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt oder einen Mitgefangenen des Täters handelt. Bekannt ist jedoch, dass das Opfer unverletzt befreit werden konnte. Die näheren Umstände der Geiselnahme in dem Gefängnis in Münster sind bislang ebenfalls unbekannt.

Der Notruf ging am Freitag bereits um 6.30 Uhr bei der Polizei in Münster ein. Die Beamten erfuhren, dass ein Insasse der JVA eine Person in seine Gewalt gebracht habe. Es kam zum Großeinsatz, das Gebiet rund um die Gartenstraße wurde wegen der Geiselnahme großzügig abgesperrt.

Die Geiselnahme in der JVA Münster konnte durch die Beamten der Polizei beendet werden. Dabei kam es jedoch laut Angaben der Beamten aus Münster zum Schusswaffengebrauch. Dabei ist der mutmaßliche Täter getötet worden.

Geiselnahme in JVA Münster – Geiselnehmer erschossen

Update: 10.25 Uhr. Laut ersten Informationen wurde die Polizei bereits gegen 6.30 Uhr wegen einer Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt in Münster alarmiert. Einer der Gefängnis-Insassen hatte eine Person in seine Gewalt gebracht. Im Laufe des Polizeieinsatzes konnte die Geisel unverletzt befreit werden. Dabei kam es jedoch zum Schusswaffeneinsatz durch die Einsatzkräfte der Polizei. Dabei wurde der Geiselnehmer getötet, wie auch die WN berichten.

Geiselnahme in JVA Münster beendet – Geisel wohlauf

Update: 10.03 Uhr. Wie die Polizei mitteilt, ist die Geiselnahme in der JVA Münster beendet. Die Geisel wurde demnach unverletzt befreit. Der Täter sei allerdings bei dem Einsatz ums Leben gekommen. Ob es sich bei dem Opfer der Geiselnahme in der JVA in Münster um einen Mitinsassen oder einen Gefängnis-Angestellen handelt, ist weiterhin nicht bekannt, wie auch die Kollegen von ruhr24.de* berichten.

Weitere Informationen zu den Umständen der Geiselnahme in der Justizvollzugsanstalt sind derzeit noch nicht bekannt. Allem Anschein nach handelt es sich allerdings um die Tat eines einzelnen Insassen des Gefängnisses in Münster. Die Polizei kündigte an, dass weitere Informationen folgen werden.

Der Einsatz begann bereits am Morgen. Gegen 8 Uhr twitterte die Polizei Münster, dass es an er Gartenstraße zu einem Polizeieinsatz komme. Der Bereich wurde großräumig abgesperrt, Autofahrer sollten den Bereich umfahren. Um 9.30 Uhr gaben die Beamten dann bekannt, dass es sich um eine Geiselnahme durch einen Insassen der JVA handle. Wie die Kollegen von wa.de* berichten, dauerte der Einsatz bei der Geiselnahme in der JVA Münster rund drei Stunden.

Geiselnahme im Gefängnis – Polizeieinsatz in JVA Münster

Erstmeldung: 16. Oktober, 9.38 Uhr. Münster – In dem Gefängnis an der Gartenstraße in Münster wird derzeit eine Person von einem Insassen bedroht. Darüber informiert die Polizei Münster. Die Beamten sind mit mehreren Einsatzkräften vor Ort.

Die JVA an der Gartenstraße in Münster.

Geiselnahme in JVA Münster

Wie die Polizei mitteilt, handelt es sich um eine Geiselnahme. Der Bereich um die JVA an der Gartenstraße in Münster* ist derzeit abgeriegelt, wie die Beamten um 9.21 Uhr via Twitter mitteilten.

Der Einsatz der Polizei an der JVA in Münster begann bereits in den frühen Morgenstunden. Laut Medien-Berichten soll ein Häftling eine oder sogar mehrere Personen in seine Gewalt gebracht haben. Wir berichten weiter. (*Msl24.de, wa.de, owl24.de und ruhr24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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