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Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) setzen auf Lakritz.

Krimitipp für Sonntagabend

Zyankali im Lakritz - neuer Münster-Tatort wandelt auf den Spuren von Boernes Jugend

Die 35. Folge des beliebten Ermittler-Duos Thiel/Boerne glänzt mit bittersüßen Erinnerungen eines 14-jährigen pummeligen Besserwissers.

"Er ist tot, endlich", spricht die Haushälterin ins Telefon, ein kurzes Lächeln umspielt ihre Lippen. Den selbstverliebten Hannes Wagner tot zu sehen, ist für niemanden ein echter Verlust. So viel jedenfalls ist klar nach der fast schon klassischen Krimieinstiegsszene der neuen Episode der ARD-Tatort-Ermittler aus Münster (Erstausstrahlung am Sonntag, 3. November, 20.15 Uhr).

Auch was dann folgt, ist klassische Thiel-Boerne-Unterhaltung: Der 35. Fall, irgendwo zwischen solide gestrickt und skurril-verworren, tritt zurück hinter pointierte Dialoge mit Wortwitz. Es zählen vor allem Hauptfiguren, die der Zuschauer entweder in ihrer Schrulligkeit und Überzeichnung schätzt wie alte Bekannte - oder immer schon belanglos findet.

Opfer ist Marktmeister in der Domstadt

Der Mordfall führt das Ermittler-Duo abermals in Münsters bürgerlich-gehobene Schicht: Jahrelang hatte der nun tot auf dem edlen Parkett seiner üppig ausgestatteten Stadtvilla liegende Wagner die prestigeträchtige Position des Marktmeisters inne - und damit das Sagen über den weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Wochenmarkt der Stadt. Doch nun hat es ihn dahingerafft, weil er mit Zyankali vergiftetes Lakritz genascht hat.

14-jähriger Karl-Friedrich steht im Mittelpunkt

Klar, dass auch Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) seine Nase tief in den Fall hineinsteckt. Buchstäblich - denn ausgerechnet der spezielle Geruch der schwarzen Süßigkeit sorgt für eine bittersüße Erinnerungsreise weit zurück in Boernes Teenagerzeit. In Rückblicken lernen die Zuschauer den 14-jährigen Karl-Friedrich kennen (Vincent Hahnen): Ein pummeliger Klugscheißer mit zu großer Brille, unglücklich verliebt in die Tochter der Lakritzmacher-Familie Maltritz.

Retro-Rückblenden voller nostalgischer Gefühle

Die Folge entfaltet ihren Charme vor allem in den Retro-Rückblenden voller nostalgischer Gefühle. Dass die nach Lakritz schmeckende Vergangenheit auch beim aktuellen Fall eine große Rolle spielt, vermag zwar nicht zu überraschen, stört aber auch nicht weiter das muntere Geschehen dieser typischen Thiel-Boerne-Krimikomödie.

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