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Es gibt einen anonymen Missbrauchsvorwurf gegen einen verstorbenen Priester.

Anonymes Schreiben am Grab

Sexueller Missbrauch: Bistum prüft Vorwürfe - Pfarrer war in Recklinghausen tätig

Es gibt neue Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche. Betroffene werden gebeten, sich zu melden. Der Geistliche war auch in Recklinghausen tätig.

Das Bistum Münster geht Missbrauchsvorwürfen gegen einen 2011 verstorbenen Bocholter Pfarrer nach. Grundlage sei ein anonymes Schreiben, das vor einigen Tagen am Grab des Priesters gefunden wurde. Darin würden Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs erhoben, teilte das Bistum am Samstag mit.

Bereits im Jahr 2013 und im März 2019 hätten sich zwei Betroffene gemeldet, hieß es weiter. Zu den Opfern machte das Bistum am Sonntag keine weiteren Angaben.

Als Kaplan in Recklinghausen tätig

Der Pfarrer war den Informationen zufolge 1966 zum Priester geweiht worden. Anschließend arbeitete er als Kaplan bis 1969 in Selm (St. Joseph) und dann bis 1975 in Recklinghausen (St. Antonius). Einer der Verdachtsfälle gehe auf diese Zeit in Selm bzw. Recklinghausen zurück, hieß es. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 betreute der Pfarrer demnach die St. Helena-Gemeinde in Bocholt. 2011 starb er. 1976 war der Geistliche vom Amtsgericht Bocholt den Angaben nach rechtskräftig wegen mehrerer sexueller Handlungen an Minderjährigen zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt worden.

Das Bistum hatte ihm demnach Beratung durch einen Therapeuten empfohlen. Ob er der Empfehlung gefolgt sei, sei nicht bekannt, hieß es. Laut einer Sprecherin blieb er trotz des Urteils im Amt.

Die Personalakte des Mannes sei der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Das Bistum Münster will die erhobenen Vorwürfe von einer externen Expertenkommission klären und aufarbeiten lassen und bittet weitere Betroffene, sich zu melden.

dpa

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