17.000 Feuerwehr-Einsätze landesweit

Wohl keine Unwetter-Gefahr mehr

Kreis RE - Nach dem schweren Gewitter am Montagabend und in der Nacht zum Dienstag droht wohl kein weiteres Unheil mehr: Denn der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Gefahr auf Gelb heruntergestuft. Die Folgen der Unwetter am späten Pfingstmontag waren dagegen verheerend, wie eine am Nachmittag veröffentlichte Bilanz des NRW-Innenministeriums beweist.

Demnach rückten Feuerwehr und Polizei bis Dienstagnachmittag in ganz NRW rund 17.000 Mal aus. Landesweit waren etwa 14.000 Helfer der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks im Einsatz. Durch den Sturm kamen sechs Menschen ums Leben, 67 wurden verletzt, 30 davon schwer. Der materielle Schaden wird in vollem Umfang erst in den nächsten Tagen endgültig feststehen. „NRW wurde vom schlimmsten Unwetter seit rund 20 Jahren getroffen. Wir haben es den vielen unermüdlichen Einsatzkräften zu verdanken, dass viele Gefahrenstellen rechtzeitig beseitigt wurden“, erklärte Innenminister Ralf Jäger in Düsseldorf.

Auch im Kreisgebiet blockierten Bäume die Fahrbahnen, und auch Dachziegel fielen gleich reihenweise von den Häusern. Glücklicherweise blieb es hier fast überall bei Sachschäden. Die Kreisfeuerwehr beklagte allerdings drei leicht verletzte Einsatzkräfte. In ganz NRW wurden dagegen durch die schwersten Unwetter seit zehn Jahren insgesamt sechs Menschen getötet, davon alleine drei in Düsseldorf.

Rund 1100 Kräfte von Feuerwehr und THW waren seit den Abendstunden im Dauereinsatz und taten ihr Möglichstes, um die schlimmsten Schäden schnell zu beheben. Bis Dienstag, 9.30 Uhr, zählte die Kreisleitstelle der Feuerwehr über 1400 Einsätze. Nach Angaben der Leitstelle werden die Aufräumarbeiten noch mindestens den gesamten Tag lang andauern.

Auch der für heute geplante Auftritt von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft auf dem Recklinghäuser Altstadtmarkt fiel aus. Aufgrund der erheblichen Behinderungen im Straßenverkehr könne die SPD-Politikerin nicht in die Festspielstadt kommen.

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Die Kreisverwaltung bittet auf ihrer Facebook-Seite alle Bürger, die jetzt in ihrem Garten oder Vorgarten einen umgestürzten, städtischen Baum entdecken, nicht die 112 anzurufen, sondern zunächst das städtische Grünflächenamt. Auch auf den Straßen gibt es zahlreiche Behinderungen. Unter anderem fallen die Busse der Vestischen teilweise aus. Auf allen Linien kommt es außerdem zu Verspätungen. Auch der Bahnverkehr ist in weiten Teilen NRWs eingestellt. Hier die Übersicht der Kreisverwaltung RE, welche Bus-Verbindungen zurzeit ausfallen:

Nachdem die Herner Straße und die Castroper Straße wieder frei sind, gelten momenten im Kreis Recklinghausen noch folgende Straßensperrungen:

Wegen der massiven Probleme im Nah- und Zugverkehr hatten viele Pendler am Morgen auf den Pkw umgesattelt. Dadurch gibt es im gesamten Bundesland aktuell fast 300 Kilometer Stau.

Im Kreisgebiet war es am Morgen besonders chaotisch am Übergang der A52 zur B224 bei Gladbeck. In Richtung Essen staute sich der Verkehr teilweise bis nach Gelsenkirchen-Hassel zurück. Überall an der Strecke lagen zudem umgestürzte Bäume und machten es den Autofahrern zusätzlich schwer. Ganz gesperrt ist sogar die Autobahn 43: Zwischen dem Kreuz Recklinghausen und dem Herne-Eickel geht gar nichts mehr. Voraussichtlich bleibt die Sperrung noch bis zum Mittwoch, 11. Juni, bestehen.

Schon am Montagabend hatte die schwere Gewitterfront hat den Kreis RE voll erwischt. Die Feuerwehren waren noch im Großeinsatz, auch aktuell berichtet die Kreisleitstelle in Recklinghausen noch von mehr als zehn unwetterbedingten Einsätzen. Im Recklinghäuser Ortsteil Essel war das Schützenfestzelt zusammengebrochen. Später bestätigte uns die Feuerwehr, dass es keine Verletzten gegeben hat.

In Recklinghausen wurde die Herner Straße komplett gesperrt. Bäume blockierten die Fahrbahn. Am Prosperhospital blockierte ein Baum die Rettungszufahrt. In Waltrop wurde das Schützenfestzelt rechtzeitig geräumt, ehe Teile der Dachkonstruktion nachgaben.

In vielen Städten ist ein Teil der Straßenbeleuchtung ausgefallen, teilweise war der komplette Strom weg. Etliche Autos wurden unter umgestürzten Bäumen regelrecht begraben. Äste hatten vielerorts auch die Oberleitungen umgerissen.

In allen Kreisstädten waren etliche Straßen durch Bäume blockiert. Die Rettungskräfte kamen selbst kaum durch. Auch vollgelaufene Keller beschäftigten die Floriansjünger, die die ganze Nacht im Einsatz waren.

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