IGA 2027

Mini-Phoenix-See soll das HSP-Gelände aufblühen lassen

Dortmund - Die Stadt will den Erfolg des Phoenix-Sees exportieren: Ein neues Stadtquartier mit Wohnen und Arbeiten am Wasser soll zur IGA 2027 auf dem HSP-Gelände an der Rheinischen Straße entstehen.

Für die Internationalen Gartenausstellung (IGA), die in mehreren Städten des Ruhrgebiets den Strukturwandel dokumentieren soll, fehlt noch immer eine Finanzierungszusage durch das Land. Die Stadt Dortmund ist immerhin überzeugt, ihre Hausaufgaben für eine Entscheidung des Landes erledigt zu haben - mit der Vorlage eines Konzepts unter dem Titel "Emscher Nordwärts", der vom früheren Gelände des Hoesch-Spundwand-Werks (HSP) bis zur Kokerei Hansa in Huckarde mit dem Nahverkehrsmuseum Mooskamp und dem Deusenberg reicht.

Die bisher vagen Vorstellungen wurden Anfang Mai in einem Workshop konkretisiert. Der dabei entstandene Rahmenplan, der nun von der Politik diskutiert werden soll, liefert vor allem erste Ideen für die Umgestaltung des 45 Hektar großen HSP-Geländes.

"Emscherbassin" als Magnet

Wasser soll dabei ein zentrales Element sein. Das vorgesehene Emscherbassin hat zwar nicht die Dimensionen des Phoenix-Sees - im aktuellen Plan ist es etwa ein Viertel so groß - soll aber eine ähnliche Magnetkraft entwickeln. Im Süden des HSP-Areals, rund um das alten Versorgungsamtsgebäude an der Rheinischen Straße könnte ein neues Wohnquartier entstehen, das an das Emscherbassin grenzt. Nördlich davon ist entlang der Huckarder Straße Platz für neues Gewerbe.

Enge Verbindungen sollen mit Brücken über die Emscher nach Dorstfeld geschaffen werden. Hier hoffen die Planer auf eine ähnlich belebende Wirkung durch das neue Stadtquartier wie in Hörde durch die Phoenix-Entwicklung.

Eine besondere Rolle bei der Wiederbelebung des HSP-Areals sollen alte Industriebauten wie die sogenannte Feldherrnhalle oberhalb der Emscher oder das Emscherschlösschen spielen.

"Eines der schönsten Gebäude der Stadt", schwärmt Planungsdezernent Ludger Wilde über die alte Industriehalle auf dem HSP-Gelände. Welche der alten Industriebauten womöglich sogar Denkmalwert haben, ist eines der Themen für eine laufende Machbarkeitsstudie, die die Stadt gemeinsam mit der Essener Thelen-Gruppe als Grundstückseigentümer in Auftrag gegeben hat.

2019 soll die Machbarkeitsstudie vorliegen. Mit der Firma Thelen, die das HSP-Gelände 2016 gekauft hat, bestehe ein guter Kontakt, betonen Wilde und Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Auch der Rahmenplan soll eng mit den Eigentümern abgestimmt werden.

Ein weiteres wichtiges Element dabei ist eine Parklandschaft im Zentrum des Geländes, die übergeht in einen Grünzug entlang der Emscher, der bis zur Kokerei Hansa reicht. Sie bildet den nördlichen Ankerpunkt des Dortmunder IGA-Konzepts, zu dem ein Brückensprung auf den Deusenberg gehört.

Ein Technologiepark für die Energiewirtschaft

Die Wirtschaftsförderer wollen nördlich des Kokerei-Areals einen neuen, etwa 10 Hektar großen Technologiepark schaffen - mit dem Schwerpunkt "Energiewirtschaft", wie Wirtschaftsförderungs-Chef Thomas Westphal erläutert. All das ist auch ein Projekt des städtischen "Nordwärts"-Programms.

Zwei besondere Punkte sollen eine Verbindungsfunktion übernehmen. Der Hansa-Brückenzug an der Franziusstraße, wo gleich mehrere Bahnlinien die Emscher überqueren, soll zu einem Knotenpunkt im Emscher-Grünzug werden. "Da ist Industriekultur pur zu erleben", stellt Sierau fest.

Mit der Oldtimer-Straßenbahn entlang der Emscher

Und die alten Straßenbahnen aus dem Nahverkehrsmuseum Mooskamp, nördlich der Kokerei Hansa, sollen über eine alte Schienentrasse bis auf das HSP-Gelände rollen. Diese Idee soll nach dem Willen der Stadtspitze zur Not auch ohne die IGA verwirklicht werden. "Wir werden dafür kämpfen", kündigt Sierau an. Die Schienenstrassen auf dme Bahndamm oberhalb der Emscher würden auf jeden Fall schon gesichert, erklärt Wilde. "Wenn es die IGA nicht geben sollte, brauchen wir für die Mooskamp-Bahn langen Atem. Aber kommen wird die irgendwann", ist der Planungsdezernent überzeugt.

Abhängig von der IGA ist auch das Finanzkonzept. Mindestens 33 Millionen Euro müssten nach ersten Schätzungen investiert werden, um die Grundstruktur des Grünzugs zu schaffen. Für die IGA kämen weitere 17 Millionen Euro dazu. Nicht mitgerechnet sind die privaten Investitionen vor allem auf dem HSP-Gelände mit Wohnenquartier, Gewerbe und Emscherbassin.

Sierau und Wilde sind auch optimistisch, dass bis zur möglichen IGA im Jahr 2027 ein Großteil der Projekte realisiert werden kann. Sierau verfolgt sogar ein noch ehrgeizigeres Ziel: "Zur Nordwärts-Endpräsentation im Jahr 2025 wird schon Etliches sichtbar sein", ist der OB überzeugt.

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