31:30-Sieg gegen Spanien

Handballer im WM-Halbfinale gegen Norwegen

Köln - Jetzt kann der Medaillenkampf beginnen! Mit einer gelungenen Tore-Party gegen Europameister Spanien haben sich Deutschlands Handballer für das WM-Halbfinale gegen Norwegen in Stimmung gebracht. Das Team von Bundestrainer Christian Prokop kam am Mittwochabend vor 19 250 Zuschauern in Köln zu einem 31:30 (17:16)-Sieg und fährt als ungeschlagener Hauptrundensieger nach Hamburg, wo es am Freitag im Duell mit dem Vizeweltmeister von 2017 um das Endspielticket geht.

Im zweiten Halbfinale treffen Co-Gastgeber Dänemark und Rekord-Weltmeister Frankreich aufeinander. Bester Werfer im Duell mit den Spaniern, die lediglich um Rang sieben spielen, war Fabian Böhm mit fünf Toren.

Bei der Europameisterschaft im Vorjahr waren beide Teams ebenfalls im letzten Hauptrundenspiel aufeinander getroffen. Doch anders als vor zwölf Monaten, als die DHB-Auswahl mit einer 27:31-Niederlage ihre Medaillenchance vergab und als enttäuschter Neunter abreiste, hatte sie dieses Mal schon vor dem Anpfiff das Ticket für das Halbfinale sicher.

Dennoch verzichtete Prokop zu Beginn auf personelle Experimente. Lediglich Hendrik Pekeler erhielt eine Verschnaufpause und wurde im Abwehr-Innenblock durch Finn Lemke ersetzt. Für den schwer verletzten Martin Strobel, der nach seinem gegen Kroatien erlittenen Kreuzband- und Innenbandriss am Dienstag operiert worden war, rückte Paul Drux auf die Spielmacherposition.

Nachdem Titelverteidiger Frankreich zuvor beim 20:23 gegen Kroatien seine erste WM-Niederlage seit sechs Jahren kassiert hatte, konnte sich die deutsche Mannschaft im Kampf um den Gruppensieg sogar eine Pleite mit sieben Toren leisten. Trotz der komfortablen Ausgangslage begann die Prokop-Truppe schwungvoll. Schon früh riss Gensheimer die Zuschauer mit einem sensationellen Kontertor zum 2:1 von den Sitzen.

Nach zwölf Minuten kam dann der für Strobel nachnominierte Tim Suton zu seinem WM-Debüt und führte sich wenig später mit seinem ersten Tor gleich gut ein. Auch Pekeler durfte nun mittun, weil Prokop munter durchwechselte. Bereits nach 20 Minuten waren bis auf Steffen Weinhold, der nach seiner Zerrung im Adduktorenbereich noch nicht ganz fit zu sein scheint, alle deutschen Spieler im Einsatz.

Darunter litt in erster Linie die Defensive, die dem Europameister ungewohnt viele Lücken bot. Dafür lief es im deutschen Angriffsspiel ganz ordentlich, so dass die Partie im ersten Durchgang ausgeglichen blieb. "Wir spielen super vorne. In der Abwehr haben wir noch ein bisschen Luft nach oben, müssen unseren Torhütern etwas mehr helfen", befand Teammanager Oliver Roggisch in der Pause.

Während Prokop sein Team in der Kabine auf die zweite Halbzeit einschwor, feierten die Fans auf dem Parkett die Weltmeister von 2007. Und stimmungsvoll ging es weiter. Torwart Silvio Heinevetter zeigte nun gleich mehrere Glanzparaden - und vorne wurde weiter Druck gemacht. Lohn war eine erstmalige Vier-Tore-Führung beim 23:19 nach 41 Minuten. Erst in der Schlussphase ließ die Konzentration etwas nach.

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