35.000 Beschäftigte

Wirtschaftsförderer: Logistikbranche in Dortmund ist nun groß genug

DORTMUND - Die Politiker im Wirtschaftsförderungsausschuss haben sich mit der Entwicklung der Wirtschaftsflächen befasst. Denn die Stadt wächst, braucht neue Arbeitsplätze - und folglich Platz für Betriebe. Eine Branche jedoch, die Logistik, ist aus Sicht von Wirtschaftsförderer Thomas Westphal inzwischen groß genug. Weiteres Wachstum könnte gefährlich werden.

Dortmund wächst seit Jahren. Weil die Neubürger nicht nur wohnen wollen, sondern auch Arbeitsplätze benötigen, beschäftigen sich die Stadt und die Politik seit geraumer Zeit mit der Wirtschaftsflächen-Entwicklung. Am Mittwoch (24.1.) stand das Thema im Wirtschaftsförderungsausschuss auf der Tagesordnung. Dessen Mitglieder empfahlen unter anderem, die Verwaltung solle prüfen, wo - auch auf Freiflächen - künftig Gewerbebetriebe angesiedelt werden könnten. Dazu sollen auch Machbarkeitsstudien erstellt werden. Der Rat soll diese Vorgehensweise am 15. Februar beschließen.

Geplante Gewerbeflächen in Dortmund sollen bleiben

Anders, als es die Verwaltung vorschlägt, dürfte der Rat auch dem im Ausschuss mehrheitlich beschlossenen Antrag von SPD und CDU folgen: Demnach sollen die geplanten Gewerbegebiete am Buddenacker (bei Neuasseln) und Asseln-Süd nicht aufgegeben werden. Auch an der möglichen Gewerbefläche am Osterschleppweg in Wickede soll festgehalten werden.

Die Wirtschaftsförderung hatte ihrerseits vorgeschlagen, die Gewerbepläne für die Flächen am Buddenacker und Asseln-Süd aufzugeben. Vor allem, weil die Böden dort als sehr fruchtbar und schützenswert gelten und damit allenfalls Teilbereiche bebaut werden könnten.

"Auch wenn wir die Flächen nicht nutzen können, sollten wir sie nicht einfach aufgeben", sagte im Ausschuss hingegen SPD-Mann Franz Rüther. Denn die Regionalplanung, bei der Flächen als Gewerbeflächen ausgewiesen werden müssen, dauere lange. Gebe man bestehende Gewerbeflächen auf, "sind sie weg". Mit ausgewiesenen Gewerbeflächen in der Hinterhand bestehe hingegen die Möglichkeit, sie gegen andere Flächen zu tauschen.

Keine Logistik-Ansiedlungen mehr auf Freiflächen

In der Ausschussempfehlung, die der Rat beschließt, geht es auch um Logistik in Dortmund. Weitere Logistik-Firmen sollen nicht mehr im Freiraum, sondern nur auf bestehenden Logistikflächen und auf Brachflächen angesiedelt werden. Die Stadt nennt etwa die Westfalenhütte und das Knepper-Areal.

Auf Nachfrage von AfD-Mann Heiner Garbe, wieso keine weitere Logistik auf Freiflächen angesiedelt werden solle, wurde Wirtschaftsförderungs-Chef Thomas Westphal grundsätzlich: "Wir haben eine gute Entwicklung mit Logistik. Aber irgendwann kippt das in Richtung Monostruktur." Die Logistikbranche sorge für gute Jobs in Dortmund, "aber wir haben genug davon", sagte Westphal.

Im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Knepper, dessen Fläche für Logistik im Gespräch ist, hatten zuletzt auch Linke & Piraten in Mengede gefragt, ob es denn "nichts anderes mehr gibt" als Logistik. Sie verwiesen auf vielfach schlecht bezahlte Jobs.

35.000 sozialversicherungspflichtige Logistik-Jobs in Dortmund

35.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten in Dortmund unter anderem für Amazon, Ikea, Decathlon und DB Schenker, um nur einige große Unternehmen zu nennen. Auch in der Logistik gebe es Konjunktur und damit auch mal schwächere Phasen, warnte Westphal, der selbst einmal in der Branche tätig war.

Und dann könne eine so große Branche der Stadt auch einmal Probleme bereiten. "Ich bin froh, dass wir keine Klumpenrisiken mehr in der Stadt haben - so soll's auch bleiben." Eine Anspielung auf die Zeit, als Kohle und Stahl die dominierenden Branchen in Dortmund waren, deren Niedergang aber zigtausende Jobs kostete.

Grünen-Ausschussmitglied Martina Stackelbeck glaubt indes, dass auch die 35.000 Logistik-Jobs nicht von langer Dauer sein werden. "Durch die Digitalisierung wird die Zahl der Jobs sinken."

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