Das Eisenbahnunternehmen Abellio wurde vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr abgemahnt.
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Das Eisenbahnunternehmen Abellio wurde vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr abgemahnt.

Zugausfälle

Abellio wegen Bahnausfällen im Ruhrgebiet abgemahnt

Eigentlich sollte der Nahverkehr nach dem Corona-Notfahrplan wieder hochgefahren werden - aber nicht überall klappt das reibungslos. Bahnbetreiber Abellio hat deswegen nun eine Abmahnung kassiert.

  • Das Eisenbahnunternehmen Abellio wurde abgemahnt
  • Es hatte in der Vergangenheit zu viele Zugausfälle gegeben
  • Ein Mangel an Lokführern soll zu den Bahnausfällen geführt haben

Gelsenkirchen/Recklinghausen - Wegen erheblicher Zugausfälle auf mehreren Strecken hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) das Eisenbahnunternehmen Abellio abgemahnt. Seit Anfang Mai fallen auf den Linien S3 und RE 49 immer wieder Züge aus, anders als geplant ging eine Verlängerung der Linie S9 von Bottrop mit Recklinghausen nicht an den Start. Als letzte Frist für die S9 nach Recklinghausen gilt der 15. September, heißt es in der Abmahnung. Für andere „Problemstrecken“ wie die S3, die RE 49, die S2 oder die RB 40 gelten frühere Termine ab Juni. Die Pendler im Vest ziehen also erneut den Kürzeren.

Abellio habe angekündigt, dass es auch auf lange Sicht nicht in der Lage sei die vereinbarten Verträge mit dem VRR auf den Strecken zu erfüllen, bemängelte der VRR - in dessen Netz das Fahren bald deutlich günstiger werden könnte.

"Aufgrund der Dauer und des Umfangs der verkehrlichen Auswirkungen kann der VRR diese Einschränkungen für die Fahrgäste jedoch nicht mitragen", hieß es in der Mitteilung am Mittwoch.

Abellio begründet die Zugausfälle mit fehlenden Lokführern

Das Abellio Management sei aufgefordert, Maßnahmen einzuleiten, die schnellstmöglich zu erkennbaren Verbesserungen führten. Der VRR benannte je nach Linie Fristen von Mitte Juni bis Mitte September, zu denen die Situation sich verbessert haben soll. In der Vergangenheit waren auch andere Eisenbahnunternehmen wegen ähnlicher Mängel abgemahnt worden.

Abellio begründet die Zugausfälle mit fehlenden Lokführern. Sei man im Frühjahr noch optimistisch gewesen, die freien Stellen durch Ausbildung besetzen zu können, sei die Situation durch die Corona-Pandemie umgeschlagen. So konnten mehr als 30 neue Lokführer ihre Qualifizierungen nicht pünktlich abschließen, hinzu kam ein hoher Krankenstand, heißt es in einer Mitteilung. Personalplanung sei zudem auch durch Corona-Sonderfahrpläne und Baustellen zum Kraftakt geworden.

Zusammenschluss der Bahnunternehmen wirbt für Ausbildungsplätze

In der Branche herrscht akuter Mangel an Lokführern. Insgesamt werden nach einer Schätzung des Verkehrsministeriums in den kommenden fünf Jahren rund 1700 Zugführer fehlen. Viele gehen in Rente, außerdem verschärfen immer mehr Züge auf der Schiene und Betreiberwechsel die Situation.

"Stillstand in der Ausbildung können sich die Bahnen daher nicht leisten", hieß es am Mittwoch auch in einer gemeinsamen Mitteilung der Initiative Fokus Bahn NRW. Der Zusammenschluss der Bahnunternehmen im Land wirbt darin für 550 Ausbildungsplätze für Quereinsteiger in den Beruf des Lokführers, für die nun auch wieder neue Bewerber gesucht würden.

dpa

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