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Mit Warnwesten und festen Schuhen begingen Anwohner, Politiker und Behördenvertreter die Halde Brinkfortsheide Erweiterung. Ziel war es, durch Messungen eines Gutachters Klarheit über die radioaktive Belastung zu bekommen. Im Vordergrund: Anwohner Freddy Schoknecht und Baudezernentin Andrea Baudek.

Aber der Silvertbach ist belastet

Radioaktivität auf der Halde Brinkfortsheide ist nicht gefährlich

MARL - Mehrfach warnte die Bürgerinitiative Hamm, die Halde Brinkfortsheide Erweiterung sei radioaktiv belastet. Behörden hatten die Befürchtungen wiederholt für unbegründet erklärt. Jetzt begingen Anwohner und Politiker mit einem Gutachter die sonst nicht zugängliche Halde. Seine Messungen bestätigen: Eine Gefahr besteht nicht. An einer gesperrten Stelle wurden aber deutlich überhöhte Werte festgestellt.

Die Halde Brinkfortsheide darf gewöhnlich nicht betreten werden. Im Einvernehmen mit dem Bergbaukonzern RAG lud die Stadt aber Vertreter der RAG, Ratsmitgliedern und Anwohner ein, die sich in der Bürgerinitiative engagieren.

Gutachter Dr. Michael Nußhardt vom Materialprüfungsamt des NRW-Wirtschaftsministeriums registrierte mit einem geeichten Messgerät an vielen Stellen auf der Halde normale bis leicht erhöhte Werte. Sie liegen im Bereich der natürlichen Radioaktivität. Fazit des Gutachters: Es gibt keine hohe Strahlung.

Hohe Werte am Haldenabfluss

Für eine abgesperrte Stelle am Silvertbach in Höhe des Vater-Unser-Wegs trifft das allerdings nicht zu. In den Silvertbach wurde früher über Jahrzehnte das Grubenwasser des Bergwerks Auguste Victoria eingeleitet. Es war durch radiumhaltiges Kohlegestein besonders belastet. So kam es zu Ablagerungen. Deshalb stellte die Bergaufsicht den Bereich unter Überwachung. Der Zulaufgraben und der Lauf des Silvertbachs am Vater-Unser-Weg ist eingezäunt, darf nicht betreten werden. Die Bürgerinitiative kritisiert, die Beschilderung reiche nicht aus.

Kein Konflikt zwischen Deponie und Gartenschau

Wie berichtet, will die DAH¹, ein Gemeinschaftsunternehmen von RAG Montan Immobilien und AGR (Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet) auf der Halde Brinkfortsheide Erweiterung eine Deponie errichten. 80 Prozent Schlacke oder Rostasche aus verbranntem Hausmüll sollen dort abgeladen werden, weitere 20 Prozent Bauschutt. Die Stadt Marl, der Rat und die Bürgerinitiative wollen dagegen vorgehen. Die Stadt hat bereits ein Anwaltsbüro eingeschaltet.

Auf der benachbarten Halde Brinkfortsheide plant die Stadt eine Erholungslandschaft im Rahmen der Internationalen Gartenschau (IGA) 2027. Die DAH¹ sieht die IGA-Pläne nicht kritisch, hält sie trotz der Deponie für möglich.

Der Lippeverband will das belastete Material aus den Böden entfernen, entsorgen und die Bäche naturnah umgestalten.

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