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Auch die Sparkassen-Zweigstelle an der Hertener Straße in Recklinghausen-Hochlar steht auf der Schließungsliste.

Acht Städte betroffen

Sparkasse schließt 15 weitere Filialen

KREIS RE - Die Sparkasse Vest Recklinghausen wird ab 2018 weitere 15 Filialen schließen. Betroffen sind alle acht Städte des Geschäftsgebietes. Der Verwaltungsrat des Geldinstituts segnete das Konzept der Sparkassen-Führung am Dienstag einstimmig ab.

Die Nachricht, die von der Sparkasse gestern nicht offiziell bestätigt wurde, kommt überraschend. Ein früher beschlossenes Konzept, das die Auflösung beziehungsweise Zusammenlegung von 14 Geschäftsstellen vorsieht, wird erst im Laufe dieses Jahres abschließend umgesetzt sein. Dass es danach sofort weiter geht mit der Flurbereinigung, dafür gab es keine Anzeichen.

Nach Informationen dieser Zeitung sollen im Zeitraum 2018/2019 folgende Zweigstellen geschlossen werden:

  1. Recklinghausen: Grullbad (Hochstraße), Westviertel (Westerholter Weg), Hochlar (Hertener Straße), Suderwich (Sachsenstraße)
  2. Datteln: Horneburg (Horneburger Straße), Hötting (Arnoldstraße), Ahsen (Lippestraße)
  3. Castrop-Rauxel: Frohlinde (Dortmunder Straße), Habinghorst (Lange Straße), Rauxel (Berliner Platz)
  4. Dorsten: Barkenberg (Himmelsberg)
  5. Marl: Drewer (Lipper Weg)
  6. Waltrop: Brockenscheidt (Egelmeer)
  7. Oer-Erkenschwick: Oer (Groß-Erkenschwicker Straße)
  8. Herten: Scherlebeck (Richterstraße)

Die Sparkasse Vest, größtes Geldinstitut im Kreis Recklinghausen, wird nach Umsetzung dieses Konzeptes noch über 39 Geschäftsstellen mit Personal verfügen. An den Standorten, die in den nächsten beiden Jahren geschlossen werden, sollen jedoch zumindest Selbstbedienungscenter erhalten bleiben. Deren Bestand soll für die nächsten fünf Jahre garantiert sein.

Verändertes Kundenverhalten führt zu Personalabbau

Mit der Bereinigung des Filialnetzes reagiert die Sparkasse zum einen auf das veränderte Kundenverhalten. Immer mehr Menschen setzen auf Online-Banking, erledigen ihre Bankgeschäfte am heimischen PC. Kontoauszüge und Geld werden am SB-Automaten gezogen. Zum anderen zwingt die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank die Branche zum Handeln. Kreditinstitute handeln mit Geld und verdienen an den Zinsen. Die andauernde Niedrigzinsphase lässt auch bei der Sparkasse Recklinghausen den Zinsüberschuss abschmelzen. 2016 betrug er noch 124 Mio. Euro (im Vergleich zu 2015 ein Minus von 3,3 Prozent), in „normalen“ Jahren lag das Plus bei 135 Mio. Euro.

- Zum Geschäftsgebiet der Sparkasse Vest zählen die Städte Recklinghausen, Marl, Herten, Datteln, Waltrop, Oer-Erkenschwick, Dorsten und Castrop-Rauxel.

- Nach Angaben des Geldinstituts haben Marktforscher im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 55 Prozent für die Sparkasse Vest ermittelt.

- Die Sparkasse beschäftigt 1 334 Personen.

- Für seine Kunden führt das Institut 234 126 Privatgirokonten – 2 700 mehr als 2015.

- Die Bilanzsumme konnte im Geschäftsjahr 2016 um 1,7 Prozent auf 5,728 Mrd. Euro gesteigert werden. Recklinghausen ist damit die siebtgrößte Sparkasse in Westfalen-Lippe.

Der Bilanzgewinn belief sich wie im Vorjahr auf 4 Mio. Euro.

Die Entwicklung wird auch personelle Konsequenzen haben. Die Sparkasse, die aktuell 1 330 Beschäftigte zählt, wird nach Informationen dieser Zeitung 100 Stellen abbauen. Kündigungen soll es nicht geben. Stellen von Mitarbeitern, die in den Ruhestand gehen, sollen nicht wieder besetzt werden. Trotzdem will die Sparkasse das Beratungsgeschäft weiter ausbauen. Dem Vernehmen nach werden 80 Beraterstellen neu geschaffen. Insgesamt soll mit der Schließung der 15 Filialen ein Einsparvolumen von 8 Mio. Euro pro Jahr erzielt werden. Am Mittwoch wurden die Sparkassen-Mitarbeiter über die neue Entwicklung informiert. Wie es hieß, trägt der Personalrat die Entscheidungen des Sparkassen-Vorstandes uneingeschränkt mit.

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