ADFC-Studie

Der Unmut der Radfahrer im Ruhrgebiet wächst

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KREIS RE - Der ADFC hat wieder das Fahrrad-Klima in Deutschland abgefragt. Mit unerfreulichen Botschaften für das Ruhrgebiet und die Städte im Kreis Recklinghausen.

Die Unzufriedenheit der Radfahrer mit den Bedingungen im Ruhrgebiet hat weiter zugenommen. Das geht aus dem „Fahrradklima-Test 2018“ hervor, den der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) am Dienstag in Düsseldorf vorstellte. „Von Bemühungen für eine bessere Radinfrastruktur in den NRW-Großstädten scheint bei den Radfahrenden nichts anzukommen“, sagte der Landesvorsitzende Thomas Semmelmann.

In der Kategorie der Metropolen über 500.000 Einwohner landeten Essen (Durchschnittsnote 4,24) und Dortmund (4,35) nur auf den Rängen 11 und 13. Schlusslicht ist auf Platz 14 Köln (4,38), klarer Spitzenreiter dagegen Bremen (3,55).

Die häufigsten Klagen der Radfahrer: lascher Umgang der Städte mit Falschparkern auf Gehwegen, schlechte Streckenführung an Baustellen, ungünstige Ampelschaltungen für Radfahrer oder zu wenige abgetrennte und geschützte Radspuren.

Münster muss um seinen guten Ruf fürchten

Die Umfrage sei nicht repräsentativ, spiegele aber die Stimmung vieler Radfahrer, erklärte Semmelmann. Eine Stadt mit mehr als 500.000 Einwohnern wird im „Fahrradklima-Test“ bereits berücksichtigt, wenn mindestens 100 Radfahrer abgestimmt haben. Insgesamt haben sich in diesem Jahr NRW-weit 41.000 Radler an der Abstimmung in 169 Kommunen mit mehr als 30 Bewertungsparametern beteiligt. Das sei im Gegensatz zu 2017 ein Teilnehmer-Plus von 40 Prozent.

In der Kategorie der mittleren Großstädte zwischen 200.000 und 500.000 Einwohnern liegen Gelsenkirchen (4,25) und Duisburg (4,33) auf den Plätzen 20 und 22 am Tabellenende. Einzige Lichtblicke sind hier Oberhausen (3,92) auf Platz 8 und Bochum (4,09) auf Rang 14, das sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern konnte. Der langjährige Spitzenreiter Münster (3,25) muss derweil um seinen guten Ruf als deutsche Fahrradhochburg Nummer eins fürchten: Erstmals zog Karlsruhe (3,15) vorbei. „Münster hat es verschlafen weiter an seiner Infrastruktur zu arbeiten“, erklärte Semmelmann.

In der Kategorie der Großstädte bis 200.000 Einwohner schneiden Bottrop (Platz 22/ Durchschnittsnote 4,12), Recklinghausen (24/4,15), Herne (25/4,16), Mülheim (29/4,21) und Hagen (40/4,68) schwach bis sehr schlecht ab. Bundesweit top ist NRW nur bei den Mittelstädten (bis 100.000 Einwohnern), wo Bocholt auf Platz eins bleibt, und bei Ortschaften unter 20.000 Einwohnern, in denen Reken, Wettringen und Heek die drei Spitzenplätze belegen. Der ADFC mutmaßt, dass sich hier der fahrradfreundliche Einfluss des niederländischen Nachbarn bemerkbar macht.

Obwohl die Landesregierung die Mittel für die Förderung des Radverkehrs erhöht hat, gibt ADFC-Chef Semmelmann der Politik nur die Schulnote 3,5. Anders als in Metropolen wie Paris, London oder New York könne man in NRW nicht den Eindruck gewinnen, dass das Fahrrad gegenüber dem Autoverkehr stärker in den Fokus gerückt werde, meinte er.

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