Ärger im Rathaus um Gabionenwand an der B54

Ausschuss will Bepflanzung und bekommt Graffitikunst

Dortmund - Mit viel Aufwand ist die Gabionenwand an der B54 am Rombergpark künstlerisch gestaltet worden. Jetzt gibt es für die Verantwortlichen in der Verwaltung Ärger mit der Politik. Und das nicht nur, weil die Kosten enorm sind.

Dr. Christian Falk, Chef des städtischen Entwässerungsbetriebs, dürften am Dienstagnachmittag die Ohren geklungen haben. Denn im Ausschuss für Bürgerdienste gab es heftige Kritik an der Neugestaltung der Gabionenwand nahe des Rombergparks an der B54 mit Kunst und Grün.

"Das ist eine Sauerei, die da passiert ist", schimpfte SPD-Ratsfrau Edeltraud Kleinhans. "Ich erwarte Konsequenzen." Andere Vertreter im Ausschuss für Bürgerdienste drückten sich etwas vornehmer, aber nicht weniger deutlich aus. Das Vorgehen der Verwaltung sei "mehr als befremdlich", meinte Dr. Thomas Reinbold von der Fraktion FDP/Bürgerliste. "Größtes Erstaunen" äußerte CDU-Ratsfrau Eva-Maria Goll.

Denn der Ausschuss hatte, wie auch die Grünen in einer Anfrage an die Verwaltung feststellten, eigentlich etwas anderes beschlossen als jetzt umgesetzt wurde.

Ausschuss war nur für Neubepflanzung

In der Tat hatte sich eine große Mehrheit im Ausschuss im Dezember 2017 lediglich für ein Nachpflanzen mit robusteren und mit Drahtkörben gesicherten Pflanzen entschieden, um ein wiederholtes Beschmieren der hohen Gabionenwand über dem Schondelle-Bach zu verhindern.

Lediglich die Vertreter der Grünen und der Fraktion Linke&Piraten hatten sich für eine ebenfalls zur Diskussion gestellte künstlerische Gestaltung der Gabionenwand ausgesprochen. "Warum wurde der im Ausschuss gefasste Beschluss nicht genau so umgesetzt?", fragte Reinbold.

Im Auftrag der Stadtentwässerung, die für den Umbau des Schondelle-Bachs verantwortlich ist, war stattdessen eine ganz große Lösung umgesetzt worden: Von der künstlerischen Gestaltung der Gabionenwand, für die eigens ein Wettbewerb gestartet worden war über eine Bepflanzung mit Brombeeren im Umfeld der Wand bis zu einem hohen Zaun. Entlang der B54 wurden außerdem als Sichtschutz 101 Stileichen gepflanzt.

Gesamtpaket für 367.000 Euro

Das alles war nicht billig: Nach Angaben der Verwaltung summieren sich die Kosten für das Gesamtpaket auf 367.000 Euro. 160.000 Euro davon entfallen auf die Beseitigung der Graffiti und die Bepflanzung, 125.000 Euro auf die künstlerische Gestaltung.

Sie soll, erklärte die Verwaltung in einer schriftlichen Stellungnahme, "die Hemmschwelle für das erneute Beschmieren mit Graffiti herabsetzen". Persönlich war von den Verantwortlichen in der Verwaltung niemand im Ausschuss erschienen. Fortsetzung folgt.

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