Ärger in der Rotdorn-Siedlung

Hauseigentümer haben ekelhaftes Problem mit Vonovia

Marten - Eine "Schicksalsgemeinschaft" im Abwassersystem sorgt bei den Eheleuten Himmert für Umstände, die zum Himmel stinken. Mitverantwortlich sei die Wohnungsgesellschaft Vonovia, die sich an der Lösung nicht beteiligen will.

Eine "Schicksalsgemeinschaft" verbindet die beiden Häuser In der Meile 36 und Ferdinandstraße in der Rotdornsiedlung - leider eine recht unappetitliche.

"Wir teilen uns die Abwasserkanäle und den Revisionsschacht in unserem Vorgarten", erklärt Horst Himmert, der mit seiner Frau Marion das Haus In der Meile 36 im Jahr 2004 von der Deutschen Annington erworben hat. Im vergangenen Februar ist dieser Schacht vollgelaufen und musste abgepumpt werden. Die Kosten dafür mussten die Himmerts allein tragen. Und sie wehren sich dagegen.

Neues Abwassersystem zur Hochwasser-Abwehr

Nach dem Martener Hochwasser 2008 haben sich die Eheleute gegen neue Starkregenereignisse wappnen wollen und ihr gesamtes Abwassersystem erneuert. "Die alten gusseisernen Rohre stammten noch aus dem Jahr 1924, als das Haus gebaut wurde", erzählt Horst Himmert. "Am Haus in der Ferdinandstraße ist dagegen nichts passiert", versichert er.

Und vermutet, dass dies ein Grund sein könnte für die unangenehmen Ereignisse dieses Jahres. Das gesamte Abwasser des Nachbarhauses laufe durch gemeinsame Rohre mit dem Wasser aus der eigenen Wassermaschine zusammen und gelange schließlich in den Revisionsschacht auf dem Gelände der Himmerts.

"Am 23. Februar war der Abwasserkanal Ferdinandstraße 13 dermaßen verstopft und der Schacht bis oben hin vollgelaufen, sodass das Wasser bis in unseren Keller gedrückt worden ist", sagt Himmert. "Wasser sucht sich eben immer seinen Weg." Das Ehepaar hat sich zur Abhilfe an die Stadtentwässerung Dortmund gewandt, die den Schacht abgesaugt und den Auftraggebern anschließend 220 Euro in Rechnung gestellt hat.

Am 3. April hat sich Horst Himmert das erste Mal an die Eigentümerin Vonovia, Nachfolgerin der Deutschen Annington, gewandt und eine Beteiligung eingefordert. Und die "Schicksalsgemeinschaft" beider Häuser deutlich gemacht. Am 4. Mai folgte ein weiteres Schreiben, auf das die Vonovia schließlich am 6. Juli geantwortet hat. "Da in unserem Gebäude keine Verstopfung oder Überschwemmung vorhanden war, beteiligen wir uns nicht an den Kosten", hieß es darin.

Zwei Wochen Gestank im Haus

Für Horst und Marion Himmert ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar. "Schließlich verlangen wir ja nicht, dass die Vonovia alles bezahlt. Sie soll nur die Hälfte der Kosten übernehmen." Das wäre doch das Mindeste.

Denn schließlich würden sie allein die unangenehmen Folgen zu spüren (und zu riechen) bekommen: "Einmal stand das Abwasser in unserem 16 Quadratmeter großen Waschkeller über 30 Zentimeter tief", so Horst Himmert. "Es dauert bis zu zwei Wochen, bis der Gestank sich verzogen hat." Und am vergangenen Freitagmittag teilten sie in einem kurzen Anruf mit. "Das Wasser im Keller ist wieder da."

Vonovia: "Prüfung der Leitungen kann dauern"

Auf Anfrage dieser Redaktion hat die Vonovia erkärt, sie wolle die eigenen Leitungen noch einmal vorsorglich überprüfen und sich das ganze Thema ansehen. "Es kann durchaus sein, dass diese Prüfung jetzt erst mal dauern wird", erklärt Sprecher Max Niklas Gille. "Sollten wir einen Fehler oder eine Verstopfung feststellen, werden wir natürlich unverzüglich mit der Familie Kontakt aufnehmen."

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