Aktion Seebrücke

Solidarität mit Flüchtlingen und Seenotrettern

Dortmund - In über 30 deutschen Städten forderte am Samstag die Aktion Seebrücke einen menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen. Videos zeigen die Aktion in Dortmund.

700 Demonstranten sind am Samstag in Dortmund einem bundesweiten Aufruf der Aktion "Seebrücke - schafft sichere Häfen" gefolgt und haben gegen die Kriminalisierung von Seenotrettern demonstriert. Sie wollen dem Hass gegenüber Geflüchteten ihre Solidarität entgegensetzen.

"Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität" - so lautete nur ein Grund der Dortmunderin Anja Sportelli, warum sie mit der Hilfe der Flüchtlingspaten Dortmund und des Vereins Train of Hope zu einer Demonstration aufgerufen hatte. In diese Video sind Auszüge aus Anja Sportellis Rede zum Start der Demonstration auf der Kleppingstraße:

Die "Seebrücke" ist eine internationale politische Bewegung, die Solidarität mit geflüchteten Menschen und sichere Fluchtwege fordert. Seenotretter dürften wegen ihrer Arbeit im Mittelmeer nicht weiter kriminalisiert werden. In Dortmund folgten mindestens 17 Organisationen auch aus umliegenden Städten dem Demo-Aufruf. Unter den 700 Demonstranten war auch die 22-jährige Krankenschwester-Schülerin Jana Reker. Warum sie auf der Straße war? Hier ihre Antworten:

"Politik geht über Leichen" - deutliche Worte fand auch der frühere Superintendent der evangelischen Kirche, Paul-Gerhard Stamm, der sich im Dortmunder Netzwerk für Geflüchtete engagiert. Hier seine Rede, für die er mehrfach Applaus erhielt, und in der er harsche Kritik an Europa äußerte:

Kritik äußerte auch Joachim Spehl, der sich ebenfalls ehrenamtlich in Dortmund für Geflüchtete einsetzt. Gehandelt werden müsse nicht nur auf dem Mittelmeer, sondern auch in Dortmund. Denn der Staat überlasse viele seiner Aufgaben den Ehrenamtlichen. Er bemängelte die Zustände in einer von European Homecare betriebenen Unterkunft an der Mergelteichstraße in Brünninghausen. Zimmer seien mit fünf Betten belegt. Die Privatsphäre sei stark eingeschränkt. Kaum jemand gehe auf die Asylbewerber zu. Kaum eine Initiative finde den Weg dorthin. Joachim Spehl: "Die Menschen sind in großen Teilen sich selbst überlassen."

Anja Sportelli zieht ein Demo-Fazit und spricht auch die öffentliche Debatte in den Medien an. Sie sagt, dass die Medien stärker über das Thema Flucht berichten müssten und Schwerpunkte nicht zu sehr auf Pegida-Demonstrationen legen sollten. Ihr Demo-Fazit in diesem Video:

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