"Alice" - Ballett im Opernhaus

Nachwuchsstar Jana Nenadovic tanzt im Wunderland

Dortmund - Die junge Jana Nenadovic aus Serbien gehört zum Juniorballett Nordrhein-Westfalen. Bei "Alice" in Dortmund tanzt sie ihre erste große Rolle. Dabei wollte sie eigentlich gar keine Tänzerin werden.

Jana Nenadovic ist erst 20 Jahre jung, hat aber schon einiges gemeistert. Sie spricht vier Sprachen, wurde in Gesang, Tanz und Schauspielerei ausgebildet und hat bereits als Kind Trickfilme synchronisiert. In Dortmund allerdings wird sie über das Ballett bekannt werden.

Die zierliche Serbin tanzt die "Alice" in der Inszenierung von Starchoreograf Mauro Bigonzetti - ihre erste große Rolle. Bis zur Premiere am 10. Februar (Samstag) hat der Nachwuchsstar aus dem Juniorballett viel zu tun: Kostüme müssen angepasst, Perücke und Maske ausprobiert und das Zusammenspiel geprobt werden. Vor allem aber muss sie tanzen, bis die Füße schmerzen.

Zweimal Alice auf der Bühne

Jana ist die einzige aus dem Juniorballett, die bei "Alice" mit der Dortmunder Compagnie auf der Bühne steht. "Ich habe geschrien vor Freude, als ich gehört habe, dass ich die Titelrolle tanze", erzählt die in Belgrad geborene Tänzerin. "Das ist für mich eine ganz große Sache."

Groß ist ein Stichwort, das nicht ganz unbedeutend ist bei der Umsetzung des Klassikers von Lewis Carroll. 170 Zentimeter misst die zierliche Nachwuchstänzerin. Damit ist sie groß genug, um sich von ihrem jüngeren Ich, der kleinen Alice, abzuheben. Die meiste Zeit sind nämlich beide auf der Bühne. "Wir sind zwei Körper, aber eigentlich eins."

Tanz als Bestimmung

Mit "Dornröschen" und "Giselle" konnte Jana bereits bei ihrem ersten Engagement am Grand Théâtre in Bordeaux Märchenerfahrung sammeln. Zuvor tanzte sie an der Akademie in Monte Carlo. Dort hat sie 2012 ihr Studium begonnen, nachdem sie einer Einladung an die renommierte Mailänder Scala nicht folgen konnte, weil sie noch minderjährig war. Die Vorschriften seien sehr kompliziert, ohne Vormund jedenfalls durfte sie nicht bleiben.

Deshalb ging sie also mit 15 nach Monte Carlo, wo der Aufenthalt etwas einfacher zu regeln war. "Alles war neu und fremd für mich", erzählt Jana. "Aber es war auch ein großes Geschenk." Denn erst in der Zeit hat sie wirklich begriffen, dass der Tanz ihre Bestimmung ist.

Ballettschule erst mit elf

Vorher hatte sie sich auch für Sprachen, für Malerei und Gesang interessiert. Die Tanzausbildung war für das Kind aus einer Schauspielerfamilie lange Zeit nur ein Aspekt einer breiten Schauspielausbildung. Nur deshalb war sie mit elf Jahren zur Ballettschule gegangen. Für eine Profi-Tänzerin verdammt spät.

Trotzdem gehörte sie 2016 zu den Finalisten beim international angesehenen Prix de Lausanne - was ihr zahlreiche Angebote bescherte und sie noch im selben Jahr nach Dortmund führte. Raimondo Rebeck, seit 2011 Gastballettmeister in Dortmund, hatte ihr das von Xin Peng Wang gegründete Juniorballett vorgeschlagen.

"Tolle Atmosphäre"

"Deutschland ist ein Land mit guten Bedingungen für Tänzer. Das System ermöglicht es, Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzuentwickeln", sagt Jana Nenadovic. "Es ist wunderbar, hier zu arbeiten, in dieser tollen Atmosphäre und mit all der positiven Energie."

Sie würde sehr gern bleiben, allein wegen des Fußballs. "Mein Vater ist ein großer BVB-Fan. Wenn er mich besucht, gehen wir immer zu den Spielen."

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