Landgericht Essen
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Landgericht Essen.

Landgericht Essen

Beschuldigter zu Silvester-Amokfahrt: Kein fremdenfeindliches Motiv

In Essen beschäftigt erneut die Amokfahrt in der Silvesternacht im Ruhrgebiet das Gericht. Der psychisch kranke Angeklagte will bei der Tat nicht aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt haben.

Update, 22. Oktober, 12 Uhr:

Vor dem Essener Landgericht hat am Dienstag die Neuauflage des Prozesses um die Amokfahrt begonnen, bei der in der vergangenen Silvesternacht im Ruhrgebiet mehrere Menschen verletzt wurden. 

Der 50-jährige Beschuldigte räumte dabei ein, mit seinem Auto in Bottrop und Essen auf Menschengruppen zugefahren zu sein. Er habe jedoch nicht bewusst Passanten töten wollen, sagte er. Auch das von der Staatsanwaltschaft angenommene fremdenfeindliche Motiv stritt der Deutsche ab. Er sagte: "Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Eigentlich bin ich doch der liebste Mensch."

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte zur Tatzeit aufgrund einer paranoiden Schizophrenie schuldunfähig war. In dem Prozess geht es deshalb nicht um eine Bestrafung wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung, sondern um die Frage, ob der Essener unbefristet in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss.

Erstmeldung, 21. Oktober, 19 Uhr:

Essen - Vor dem Essener Landgericht beginnt am Dienstag erneut der Strafprozess um die Amokfahrt in der Silvesternacht im Ruhrgebiet. Ein erster Prozess war im Sommer ausgesetzt worden, weil die Vorsitzende Richterin völlig überraschend verstorben war.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 50-jährige Beschuldigte am Tatabend in Bottrop und Essen gezielt mit dem Auto auf Fußgänger zugefahren ist. Dabei habe er aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt, weil er bewusst Menschen mit Migrationshintergrund habe überfahren wollen.

Bei der Amokfahrt wurden 14 Menschen verletzt

Der 50-jährige Deutsche gilt als psychisch krank. In dem sogenannten Sicherungsverfahren geht es um die Frage seiner unbefristeten Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie. Beim ersten Prozessauftakt im Juni hatte sich der Beschuldigte vor dem Essener Landgericht auf Erinnerungslücken berufen, ein fremdenfeindliches Motiv jedoch klar bestritten. "Er ist ein geknickter Mensch", hatte Verteidiger Andreas Renschler erklärt.

Bei der Amokfahrt waren insgesamt 14 Personen verletzt worden. Besonders dramatisch war die Situation für eine 46-jährige Frau in Bottrop, die gleich zweimal von dem Auto überrollt wurde. Dabei wurde unter anderem eine Beinschlagader durchtrennt, sodass eine Notoperation erforderlich war, um das Leben der Frau zu retten. dpa

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