Amtsgericht

Neonazi Steven F. bleibt auch nach zweitem Verhandlungstag in U-Haft

Am Amtsgericht ist der Prozess gegen den Martener Neonazi Steven F. fortgesetzt worden. Gezeigt wurden Videoaufnahmen aus der Überwachungskamera des Busses.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, in Marten ein Klima der Einschüchterung geschaffen zu haben. Die ihm zur Last gelegten Delikte reichen von Raub bis Körperverletzung, von Beleidigung bis hin zum Verwenden von Nazi-Kennzeichen in der Öffentlichkeit.

Am Donnerstag wurden vom Gericht vor allem Zeugen zu dem angeblichen Handy-Raub auf der Bartholomäus-Kirmes in Lütgendortmund und zu einem hässlichen Vorfall in einem Nachtexpress vernommen. Dabei soll Steven F. in Begleitung mehrerer anderer Rechtsextremer zwei "ausländisch aussehende Fahrgäste" attackiert und schließlich auch zwei Sicherheitsmitarbeiter angegangen haben.

An Details will er sich nicht erinnern können

Um aufzuklären, was damals wirklich vorgefallen ist, wurden am zweiten Verhandlungstag die Videoaufnahmen der Bus-Überwachungskamera gezeigt. Steven F. hatte zwar am ersten Verhandlungstag ein weitreichendes Geständnis abgelegt. An Details will er sich allerdings nicht mehr erinnern können, weil er an diesem Abend viel zu betrunken gewesen sei. "Ich bedauere mein Verhalten zutiefst und schäme mich", hatte der 26-Jährige erklärt.

Ein Versuch der Verteidigung, Steven F. unter Auflagen aus der Untersuchungshaft zu bekommen, schlug am Nachmittag fehl. Der Angeklagte wird also auch am nächsten Verhandlungstag Ende April von Wachtmeistern in den Saal gebracht.

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