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Yvonne Shirazi Adl, Christopher Grauwinkel und Thimo Mallon (v.l.n.r.) äußern sich auf einer Pressekonferenz der Polizei Gelsenkirchen zu dem vermeintlichen Angriff eines Unbekannten mit einer Spritze auf ein 13-jähriges Mädchen.

Jugendliche ist noch strafunmündig

Angebliche Spritzenattacke: Schülerin muss nicht für Polizeieinsatz zahlen - das ist der Grund

Die Polizei in Gelsenkirchen hat den Fall geprüft und ist nun zu einem abschließenden Ergebnis gelangt. Warum die 13-Jährige so gehandelt hat, bleibt unklar.

Update, 31. Dezember

Eine 13-jährige Jugendliche, die sich in Gelsenkirchen eine aufsehenerregende Spritzenattacke ausgedacht hatte, muss nach Informationen der Funke Mediengruppe weder mit strafrechtlichen noch mit finanziellen Konsequenzen rechnen.

Die Schülerin hatte im November bundesweit für Aufsehen gesorgt. Sie hatte erzählt, ein Unbekannter habe ihr auf einem Parkplatz im Stadtteil Ückendorf mit einer Spritzt eine Substanz verabreicht. Vor seiner Flucht sollte der Mann zu seinem „Opfer“ noch „Nummer 6“ gerufen haben. Die Polizei hatte deshalb die Sorge, es könne sich um einen Serientäter handeln.

Geprüft werden sollte nun, ob die Jugendliche beziehungsweise deren Eltern für den Polizeigroßeinsatz finanziell geradestehen sollte. „Wir haben den Fall geprüft“, sagte der Gelsenkirchener Polizeisprecher Christoph Grauwinkel nun gegenüber der Funke Mediengruppe, „und wir haben uns dafür entschieden, keine Kosten geltend zu machen.“ Offen bleibt, in welcher Höhe die Kosten des Einsatzes gelegen haben. Das wäre, erklärt Grauwinkel, erst in einem zweiten Schritt geklärt worden und „ist dann gar nicht mehr ermittelt worden“.

Da die 13-Jährige zum Tatzeitpunkt minderjährig und strafunmündig war, wird sie auch rechtlich nicht belangt. Weshalb sich die 13-Jährige die Spritzenattacke ausgedacht hatte, bleibt unklar.

Update, 18. November, 14 Uhr:

Im Fall der mutmaßlich vorgetäuschten Spritzenattacke auf eine 13-Jährige in Gelsenkirchen hält die Schülerin laut Polizei ihre Version aufrecht. "Sie ist bei ihren Angaben zum angeblichen Tatgeschehen geblieben. Sie sei Opfer einer Straftat geworden", sagte Polizeisprecher Christopher Grauwinkel am Montag.

Die Jugendliche hatte am Donnerstag gesagt, dass ein unbekannter Mann sie auf einer Straße bedroht und ihr mit einer handelsüblichen Spritze eine Substanz verabreicht habe. Das Mädchen kam in ein Krankenhaus. Die Polizei nahm die Schilderungen sehr ernst und rief die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf.

"Derzeit wird geprüft, ob dem Mädchen die Kosten für die polizeilichen Ermittlungen in Rechnung gestellt werden sollen", sagte der Sprecher weiter. Eine strafrechtliche Verfolgung wegen Vortäuschens einer Straftat ist ausgeschlossen, da die Jugendliche wegen ihres Alters noch strafunmündig ist.

Update, 15. November, 16.30 Uhr:

Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, hat ein Gutachter bei Untersuchungen festgestellt, dass sich die 13-Jährige die Verletzungen selbst zugefügt hat. Aufgrund der neuen Erkenntnisse werde die 13-Jährige derzeit neu befragt. Die Polizei komme zu dem Ergebnis, dass die Schülerin den Vorfall vorgetäuscht habe.

Update, 15. November, 12 Uhr:

Nach der Attacke mit einer Spritze auf eine 13-Jährige in Gelsenkirchen wissen die Ermittler noch nicht, welchen Stoff der Unbekannte dem Mädchen injiziert hat. Das Opfer habe Ausfallerscheinungen gehabt, konnte aber noch selbst an der Wohnungstür eines Anwohners klingeln und um Hilfe bitten, sagte Polizeisprecher Christopher Grauwinkel am Freitag vor Journalisten. An den Schilderungen des Mädchens habe die Polizei bisher keine Zweifel.

Die 13-Jährige sei am Freitag weiter im Krankenhaus, es gehe ihr aber den Umständen entsprechend gut. "Die Behandlung wird sich auch noch über einen längeren Zeitraum erstrecken", betonte Grauwinkel. Die Suche nach dem injizierten Stoff sei für Ärzte und Gerichtsmediziner sehr aufwendig, weil es keine Spur gebe, wonach genau gesucht werde müsse.

Hinweise auf weitere Opfer des Unbekannten hat die Polizei bislang nicht. Der Mann hatte zu dem Mädchen "Nummer Sechs" gesagt, weshalb die Polizei den Verdacht hatte, dass es weitere Opfer geben könnte. Auch in benachbarten Städten habe es keine Meldungen über ähnliche Fälle gegeben.

Polizei: Täterbeschreibung liegt vor

Der Unbekannte soll die Jugendliche, die am Donnerstagvormittag auf dem Weg zu einer Schulveranstaltung war, in der Innenstadt von Gelsenkirchen angesprochen und mit einem Taschenmesser bedroht haben. Dann forderte er sie nach Angaben der Polizei auf, ihm zu folgen. Auf einem Parkplatz soll er dann die Spritze hervorgeholt und die Substanz injiziert haben. Nach der Tat hatte die Verletzte an der Wohnungstür eines Anwohners geklingelt und um Hilfe gebeten. Der Anwohner brachte das Mädchen ins Krankenhaus.

Die 13-Jährige habe den Angreifer als 1,80 Meter bis 1,90 Meter groß beschrieben, sagte Grauwinkel. Er sei demnach 30 bis 40 Jahre alt, habe akzentfrei deutsch gesprochen und eine schwarze Bauchtasche sowie weiße Handschuhe getragen.

Was für eine Substanz der Täter seinem Opfer injizierte, ist noch völlig unklar.

Update, 15. November, 10.22 Uhr:

Die Polizei in Gelsenkirchen fahndet weiter mit Hochdruck nach dem Mann, der am Donnerstag einer 13-Jährigen eine unbekannte Substanz in den Körper gespritzt hat. "Die Ermittlungen werden heute fortgesetzt", sagte ein Sprecher der Polizei am Freitagmorgen. Zum Gesundheitszustand des Mädchens machte er keine Angaben. 

Die 13-Jährige war nach dem Vorfall schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Welche Substanz der Täter ihr eingespritzt hat, war zunächst noch unklar.

13-Jährige kommt schwer verletzt ins Krankenhaus

Der 30 bis 40 Jahre alte Täter hatte die Jugendliche, die am Vormittag auf dem Weg zu einer Schulveranstaltung war, in der Innenstadt angesprochen und mit einem Taschenmesser bedroht. Dann forderte er sie auf, ihm zu folgen. Auf einem Parkplatz holte er dann die Spritze hervor und injizierte die Substanz. 

Bevor der Täter geflohen sei, habe er noch die Worte "Nummer sechs" gesagt. Nach der Tat habe die Verletzte an der Wohnungstür eines Anwohners geklingelt und um Hilfe gebeten. Dieser brachte das Mädchen ins Krankenhaus.

Unsere ursprüngliche Berichterstattung vom 14. November:

Ein Mann hat in Gelsenkirchen einer 13-Jährigen eine unbekannte Substanz in den Körper gespritzt. Bevor der Täter am Donnerstag floh, habe er noch "Nummer sechs" gesagt, erklärte die Polizei. Das Mädchen kam schwer verletzt in ein Krankenhaus.

Die Substanz habe eine Wirkung gezeigt, sagte ein Polizeisprecher, ohne weitere Details zu nennen. Nach bisherigem Kenntnisstand schwebe die Jugendliche nicht in Lebensgefahr. Beamte hätten bereits mit ihr sprechen können. "Es geht ihr den Umständen entsprechend." Um welche Substanz es sich handele, werde untersucht.

13-Jährige war auf dem Weg zu ihrer Schule

Der 30 bis 40 Jahre alte Täter hatte die Jugendliche, die am Vormittag auf dem Weg zu einer Schulveranstaltung war, auf der Munscheidstraße im Ortsteil Ückendorf angesprochen und mit einem Taschenmesser bedroht. Dann forderte er sie auf, ihm zu folgen. Auf einem Parkplatz an der Virchowstraße holte er dann die Spritze hervor und injizierte die Substanz. Nach der Tat habe die Verletzte an der Wohnungstür eines Anwohners geklingelt und um Hilfe gebeten. Dieser brachte das Mädchen ins Krankenhaus.

Weitere Taten nicht auszuschließen

Die 13-Jährige gab eine genaue Täterbeschreibung. Die Polizei schloss nicht aus, dass der Unbekannte noch weitere Personen auf ähnliche Art und Weise verletzt hat oder noch ähnliche Taten begehen werde. Die Ermittler suchen Zeugen und baten mögliche weitere Geschädigte, sich umgehen bei der Polizei zu melden.

Polizei bittet um Hilfe aus der Bevölkerung

Der Gesuchte ist 1,80 Meter bis 1,85 Meter groß, 30 bis 40 Jahre alt, schlank und sprach akzentfrei Deutsch. Er hat große dunkle Augen mit dicken buschigen Augenbrauen. Bekleidet war der Unbekannte mit einer schwarzen Marco Polo-Winterjacke, mit Fellkapuze, einem schwarzen T-Shirt und Sweatshirt, einer schwarzen Jeans, einem schwarz-weiß karierten Schal und schwarzen Fila-Turnschuhen. Zudem trug er weiße Handschuhe und hatte eine schwarze Bauchtasche dabei. 

Hinweise nimmt die Polizei Gelsenkirchen unter den Rufnummern 0209/365-7510 (Kriminalkommissariat 15) oder 0209/365-8240 (Kriminalwache) entgegen.

dpa/lnw

In Bottrop fahndet die Polzei nach einem Diebstahl mit Fotos nach zwei Tatverdächtigen. 

An der Zechenstraße in Marl hat es einen Raubüberfall auf den "Penny"-Supermarkt gegeben. Der Täter befindet sich ebenfalls noch auf der Flucht.

Außerdem sucht die Marler Polizei zwei Verdächtige, die am Montag zwei Männer überfallen haben. Täterbeschreibungen liegen vor.

Ein maskierter, unbekannter Täter hat  die Angestellte einer Tankstelle in Dorsten mit einem Messer bedroht. Er forderte Bargeld.

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