Angriff auf Ordnungsamts-Außendienst im Februar

Ordnungsdienst-Mann verprügelt - Jetzt muss der Schläger zahlen

Castrop - Der Mann hatte 2,2 Promille Alkohol im Blut. Aber ist das eine Entschuldigung dafür, einen Mitarbeiter des neuen Ordnungsamts-Außendienstes der Stadtverwaltung klinikreif zu schlagen? Für den Richter war es jetzt Anlass für eine mildere Strafe.

An das Billardspiel im Februar mit seinem Bruder kann sich der 41-Jährige erinnern. Danach erst wieder ans Aufwachen im Polizeigewahrsam Stunden später. Verantwortlich für den Filmriss waren 2,2 Promille Alkohol im Blut des jetzt Angeklagten vor dem Amtsgericht.

Der Mann soll sich extrem aggressiv verhalten haben

Was in der Zwischenzeit geschah, lassen die Anklagepunkte bei der Gerichtsverhandlung erahnen. Danach verhielt sich der Mann extrem aggressiv, wehrte sich mit Händen und Füßen, als ihn Mitarbeiter des Ordnungsamtes und später Polizisten ansprachen. Hatten sie sich zunächst noch überzeugen lassen, dass der schwankende Mann von seinem Bruder unversehrt nach Hause begleitet würde, schalteten sie sich später noch einmal ein, weil der Angeklagte "nicht mehr geh- und stehfähig" war, wie es ein Zeuge formulierte. Der Betrunkene soll auch einen Hitlergruß gebrüllt haben.

Es war ein freier Abend für den alleinerziehenden Vater: Bier, Wodka und Tequila - dabei tränke er eigentlich keinen Schnaps. Einen 38-jährigen Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der mit einem Kollegen in der Altstadt Kontrolle ging, schlug er krankenhausreif. Der Mann erlitt eine Gehirnerschütterung, war drei Wochen krankgeschrieben. Auch die Polizisten konnten den Täter nur mit Mühe auf dem Boden fixieren und in die Zelle bringen.

Alkoholpegel mindert jetzt die Schuld

Aufgrund des Alkohols legte der Richter beim Urteil eine stark verminderte Schuldfähigkeit zugrunde. Die Staatsanwaltschaft sah die Schilderungen der Zeugen aber als sehr glaubhaft an. Der 41-Jährige bat bei allen Anwesenden um Entschuldigung.

Wenn er sich in den nächsten drei Jahren nichts weiter zu Schulden kommen lässt, muss er eine sechsmonatige Haft auf Bewährung nicht antreten. 600 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten, die er in 20-Euro-Raten abstottern darf, werden aber auf jeden Fall fällig.

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