Angst ums Trinkwasser

Proteste gegen Pläne von ExxonMobil

DRENSTEINFURT/DÜSSELDORF - Applaudiert und gejubelt wird derzeit eher selten, wenn Mitarbeiter der Bergbehörde durchs Münsterland touren. Doch in Drensteinfurt verkündet deren Chef Michael Kirchner genau das, worauf die meisten anwesenden Bürger gehofft hatten. ExxonMobil muss eine neue rechtliche Hürde nehmen, bevor nach Gas gebohrt werden darf.

„Das Umweltministerium fordert jetzt auch ein wasserrechtliches Verfahren“, sagt Kirchner. Jubel im Saal. Die Gegner der Gas-Bohrungen feiern es als ihren Erfolg: Bürgerwut besiegt Bohrtum. Bedeutet: ExxonMobil muss einen neuen Antrag stellen. Der Konzern möchte in Drensteinfurt genau wie in Borken und Nordwalde nach „unkonventionellem Erdgas“ suchen. Die Förderung ist nicht ohne, denn neben Millionen Litern Wasser werden auch tonnenweise Chemikalien in die Erde gepumpt. Dass diese Chemikalien ins Grundwasser geraten, fürchten Gegner.

Rund 300 Bürger sind in den ehemaligen Kolpingsaal des 15.000-Seelen-Städtchens Drensteinfurt zur Bürgerversammlung gekommen, um Vertretern der Firma ExxonMobil persönlich zu sagen, was sie von Plänen des Unternehmens halten, vor ihrer Haustür nach Gas zu bohren: gar nichts.

„Ich wohne hier, weil es hier wunderschön ist. Und so soll es auch bleiben“, bringt Stefan Henrichs von der Bürgerinitiative gegen Gasbohren (BIGG) auf den Punkt, was die meisten in dem überfüllten, stickigen Saal denken. Mehr als dreieinhalb Stunden lang bemüht sich ExxonMobil-Sprecher Norbert Stahlhut, das Eis zu brechen. Vergeblich.

Da hilft es auch wenig, das Volker Wrede vom Geologischen Dienst NRW versichert, dass die Schichten zwischen Gaslagerstätte in tausenden Metern Tiefe und wasserführenden Schichten „wahrscheinlich dicht“ seien und so kein Chemie-Wasser das Grundwasser erreichen könne. „Wahrscheinlich“.

Das beruhigt die Drensteinfurter nicht gerade. In Rage aber bringt sie, dass Wrede ständig „wir“ sagt, und damit ExxonMobil und die Behörde meint. Distanz sieht anders aus, finden die Leute im Saal. „Unverschämtheit“, raunt einer. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Themenseite im Regionalteil Ihrer Tageszeitung aus dem Medienhaus Bauer.

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