Anschlag auf BVB-Mannschaft

Revision zurückgenommen: BVB-Bomber Sergej W. akzeptiert Haftstrafe

BVB-Bomber Sergej W. akzeptiert seine Haftstrafe von 14 Jahren wegen versuchten Mordes. Das Urteil ist jedoch immer noch nicht rechtskräftig. Das liegt an der Staatsanwaltschaft.

Das Schwurgericht hatte den 29-jährigen Sergej W. Ende November 2018 wegen Mordversuchs in 29 Fällen verurteilt. Die Behauptung, er habe die Bomben absichtlich so konstruiert und platziert, dass schwere Schäden ausgeschlossen waren, nahmen sie dem Angeklagten nicht ab.

"Die Bomben waren nicht beherrschbar", sagte der Vorsitzende Richter Peter Windgätter stattdessen in der Urteilsbegründung.

Revision der Staatsanwaltschaft bleibt

Unmittelbar nach der Verkündung der Entscheidung hatten sowohl Sergej W. als auch Oberstaatsanwalt Carsten Dombert angekündigt, das Urteil vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe überprüfen lassen zu wollen. Dombert hatte wegen Mordversuchs sogar lebenslange Haft beantragt. Seiner Meinung nach ist es allein dem Glück und dem Zufall zu verdanken, dass bei dem Attentat niemand zu Tode gekommen ist.

Verteidiger Heydenreich erklärte nun am Donnerstag, dass Sergej W. seinen Widerstand gegen das Urteil aufgegeben habe. "Wir haben zuletzt noch einmal lange miteinander gesprochen und schließlich entschieden, die Revision zurückzunehmen." Weil die Staatsanwaltschaft so weit allerdings (noch) nicht ist, ist das Urteil weiterhin nicht rechtskräftig.

BVB-Verteidiger Bartra und ein Polizist wurden verletzt

Sergej W. hatte am 11. April 2017 vor dem BVB-Mannschaftshotel "l?Arrivée" drei Bomben gezündet, als der voll besetzte Mannschaftsbus gerade in Richtung Signal Iduna Park abgefahren war.

Durch einen der umherfliegenden Splitter wurde der damalige BVB-Verteidiger Marc Bartra im Inneren des Busses an der Hand getroffen und schwer verletzt. Ein Polizist, der auf dem Motorrad vorausfahren sollte, erlitt ein Knalltrauma und ist seitdem dienstunfähig.

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