Antisemitismus

Schuster sieht Vergleich mit Weimarer Republik skeptisch

BERLIN - Der Präsident des Zentralrats der Juden sieht Vergleiche zwischen der jetzigen Situation in Deutschland und dem Ende der Weimarer Republik kritisch. "Ich glaube, so weit können wir es nicht sehen", sagte Josef Schuster am Donnerstag in der "Radiowelt am Morgen" im Bayerischen Rundfunk.

Es gebe zu damals einen entscheidenden Unterschied: "Wir haben eine gefestigte Demokratie in Deutschland. Staatlicherseits - und auch von all den demokratischen Parteien in den deutschen Parlamenten (...) - habe ich keine Befürchtungen, dass es zu gefördertem Antisemitismus kommt."

Schuster bezog sich damit auch auf eine Aussage des Vizepräsidenten des Zentralrats, Abraham Lehrer. Dieser hatte mit Blick auf Proteste von Rechtsextremen in Dortmund Ende September, bei denen Teilnehmer offen antisemitische Parolen skandiert hatten, gesagt, er fühle sich an Zeiten wie am Ende der Weimarer Republik erinnert. Die Polizei war nach den Vorfällen öffentlich kritisiert worden, weil sie die Züge nicht gestoppt hatte.

Die Pogromnacht sei aber trotzdem eine Mahnung, sagte Schuster. "Manche Entwicklungen machen einem Gedanken, ob es - nicht heute und morgen - aber vielleicht doch wieder zu einer solchen Situation in Deutschland kommen könnte." Vom 9. auf den 10. November 1938 setzten Nazis in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte und Wohnungen in Brand. Die Weimarer Republik endet 1933, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen.

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