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Zwei Finger reichen, um das nur 6,9 Kilogramm leichte E-Rennrad hochzuheben, wie Konstrukteur Dr. Dennis Freiburg demonstriert.

Antrag beim „Guinness-Buch der Rekorde“

Kommt das leichteste E-Rad der Welt aus Dortmund?

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DORTMUND - Ein Maschinenbauer der Technischen Universität aus Dortmund entwickelt das offenbar leichteste E-Fahrrad der Welt. Ein Antrag liegt bereits beim „Guinness-Buch der Rekorde“.

Mühelos hebt Dr. Dennis Freiburg sein Fahrrad mit zwei Fingern in die Höhe. Dass dem 36-Jährigen dies gelingt, hat nichts mit Riesenkräften zu tun, sondern mit dem Gewicht des Drahtesels: Gerade einmal 6,9 Kilogramm wiegt das Elektro-Fahrrad, das Freiburg entwickelt hat – es soll das leichteste E-Fahrrad der Welt sein. Ein entsprechender Antrag liegt bereits beim „Guinness-Buch der Rekorde“ vor. Der bisher eingetragene Rekordhalter bringt immerhin fast 800 Gramm mehr auf die Waage.

„Es war schon mein Ziel, das leichteste E-Rad der Welt zu bauen“, berichtet der Maschinenbauer von der Technischen Universität Dortmund von seinem privaten Projekt, bei dem ihn die Hochschule unterstützte. Basis des Vorhabens waren zwei Faktoren: Zum einen ein superleichter Karbon-Rennradrahmen, den ihm die Fahrrad-Edelmanufaktur Merida zur Verfügung stellte – „mit dem Ziel, ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen“, wie Freiburg sagt. Zum anderen der Reibrollenantrieb, den der Wissenschaftler in den letzten Jahren entwickelt hat. „Der ist viel leichter als ein handelsüblicher Antrieb“, erklärt Dennis Freiburg. „Die Kombination aus Rahmen und Antrieb war die Voraussetzung dafür, dass es ein extrem leichtes Fahrrad wurde.“

Doch das allein reichte nicht zum Weltrekord, da kamen noch viele Feinheiten und Eigenentwicklungen hinzu: So dient eine ausgefräste Trinkflasche als Unterbringung für Akku und Steuerungselemente, die Bremse wurde versetzt, die Halterung vom Motor besteht aus extra gefrästem Flugzeug-Aluminium. „Ich habe viel angepasst. Und nicht zuletzt hat die Entwicklung des Antriebs ein paar Jahre gedauert“, berichtet Freiburg.

Wichtig für Radler, die in Hochhäusern wohnen

Ein geringes Rad-Gewicht ist für Freiburg keineswegs eine Spielerei: „Für Menschen, die in einem Hochhaus wohnen, ist das wichtig. Ein E-Rad ist zu teuer, um es draußen stehen zu lassen. Und wenn man es dann die Treppen hinauftragen muss, sollte es am besten nicht mehr als zehn Kilo wiegen. Aber noch sind die normalen E-Bikes wesentlich schwerer.“

Etwa 25 bis 40 Kilometer weit reicht die Kraft des Akkus an Freiburgs neuem Rad, dennoch fährt der Maschinenbauer sein Rekord-Fahrrad nur für Werbezwecke: „Stellen Sie sich vor, ich stürze. Der Karbon-Rahmen ist sofort kaputt, das wäre viel zu teuer“, sagt Freiburg mit Blick auf den hohen Preis, den das auf 100 Stück limitierte Radmodell kostet. Allerdings hat der Wissenschaftler und Radler drei Fahrräder mit einem Gewicht von unter zehn Kilo in Gebrauch – „mit verschiedenen Generationen meiner Antriebs-Konstruktion.“

Ob das Dortmunder Super-Rad nun wirklich ins „Guinness-Buch der Rekorde“ kommt, wird sich erst in mehreren Monaten entscheiden: „Es ist als das weltweit leichteste elektrische Rennrad beantragt. Über die Annahme dieses Antrags wird in etwa zwölf Wochen entschieden. Und dann muss ich belegen, dass mein Rad wirklich das Leichteste ist.“

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