Anwohner ärgern sich über Müll im Kreuzviertel

Wenn zu viel Plastik und Papier auf Gehwegen und in Büschen liegen

Kreuzviertel - Seit einigen Jahren beobachten Cornelia und Udo Stephan ein zunehmendes Problem im Kreuzviertel: achtlos weggeworfenen Müll. Das Ehepaar hat eine mögliche Erklärung für diese Entwicklung.

Wer mit dem Ehepaar Stephan durchs Kreuzviertel spaziert, der begleitet keine Wutbürger durch ihr Viertel. Man ist unterwegs mit Anwohnern, die hier seit 1984 leben, die ihre Augen offen halten, beobachten und Probleme ansprechen. Ein solches Problem ist achtlos weggeworfener Müll.

Es sieht hier anders aus als früher

Rund um den Sonnenplatz und entlang der Großen Heimstraße liegen Plastikreste in Büschen, Kaffebecher verzieren das Grün, vollgepackte Einkaufstüten sind am Baum abgestellt.

"So hat es hier nicht ausgesehen, als wir eingezogen sind", sagt Cornelia Stephan. Vor allem in den vergangenen zweieinhalb Jahren sei es immer mehr geworden. "Es sieht nach Verwahrlosung aus."

Das Problem fällt auch anderen auf

Ihr Mann Udo sagt: "Das ist keine Visitenkarte fürs Kreuzviertel." Die Tage, an denen der BVB spielt, Fans Müll auf den Straßen liegen lassen und in Hauseingänge urinieren, gibt es auch noch. Doch das Grundproblem ist an normalen Tagen gegenwärtig, an einem Vormittag unter der Woche.

Cornelia Stephan spricht eine Frau Ende zwanzig an. Ob sie hier wohne und ob ihr aufgefallen sei, dass hier viel Müll rumliege? "Ja, das ist mir aufgefallen", sagt die Frau und geht weiter.

Gibt es ein anderes Pflichtbewusstsein?

Das Ehepaar Stephan hat eine Vermutung für die Entwicklung. "Die Achtung gegenüber dem Gemeingut bleibt auf der Strecke", sagt Udo Stephan. "Es ist vermutlich kein ursächlicher Zusammenhang: aber vielleicht haben jüngere Leute heute ein anderes Pflichtbewusstsein", sagt Cornelia Stephan.

Der EDG ist das Problem der zunehmenden Vermüllung bekannt. "Es ist aber ein Phänomen, das für ganz Dortmund gilt", sagt Pressesprechering Petra Hartmann auf Anfrage. "Vielleicht hat die Achtung vor öffentlichem Raum nachgelassen." Unter anderem deswegen habe das städtische Entsorgungsunternehmen seine aktuelle Kampagne gestartet.

Punktuelle Reinigung ist nicht überall möglich

Das Kreuzviertel sei Hartmann zufolge kein auffälliger Bereich. Alleine auf dem Sonnenplatz stehen elf Mülleimer. Sie werden dienstags und donnerstags geleert. Es gebe punktuelle Verschmutzung, sagt Hartmann. Rund um die Fachhochschule sei das zum Beispiel der Fall. Punktuell reinigen könne die EDG allerdings nicht überall.

Petra Hartmann fordert, eine andere Sensibilität für Sauberkeit zu entwickeln. Gleichzeitig zieht sie höhere Strafen in Betracht. "Das Wegwerfen einer Zigarette oder einer Pappschachtel kostet 15 Euro. Das ist wenig." Sie sei kein Freund von Strafen, fragt aber auch, ob derartige Müllvergehen derzeit richtig geahndet werden.

Ein Anruf bei der EDG brachte nur kurzzeitig Verbesserung

Cornelia und Udo Stephan haben sich auch schon an die EDG gewandt. "Wir haben angerufen und sie haben auch was getan", sagt Cornelia Stephan. Doch lange hat es nicht gedauert, ehe wieder alles so war wie zuvor. Das Ehepaar wird sich weiter einsetzen gegen Müll im Kreuzviertel.

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