Aplerbecker Hallenbad immer barrierefreier

Liftsystem erleichtert den Zugang ins Wasserbecken

APLERBECK - Auf dem Weg zur Barrierefreiheit ist das Aplerbecker Hallenbad einen wichtigen Schritt weiter: Mit einem Liftsystem, das körperlich beeinträchtigten Badegästen den Weg ins Wasserbecken erleichtert.

Der Weg in das Becken ist oft ein unüberwindliches Hindernis. Menschen mit Behinderungen oder Senioren, die nicht so gut zu Fuß sind, haben nun mal nicht die Möglichkeit mit einem Köpper vom Startblock in das kühle Nass zu tauchen. Und falls sie das doch hinbekommen, ist der Rückweg aus dem Becken oft das große Problem.

Das ist im Hallenbad am Diakon-Koch-Weg jetzt Geschichte. Denn die Schwimmgemeinschaft SG Dortmund Süd, die das Bad betreibt, hat sich ein transportables "Liftsystem" angeschafft, mit dem der Zugang ins große und kleine Becken des Bades möglich ist. "Wir haben jetzt den ersten und zweiten Abschnitt des behindertengerechten Ausbaus abgeschlossen", sagt Detlev Blase, erster Vorsitzender der SG Süd.

Bezirksvertretung bezahlt Liftsystem

Zwischen 8 und 10.000 Euro kostet das Liftsystem. Geld, das die Bezirksvertretung Aplerbeck zur Verfügung stellt. "Und man sieht, wie schnell so etwas umgesetzt werden kann", sagt Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel. Und das große Plus an der Anschaffung des transportablen Liftes ist die Möglichkeit, ihn und her zu bewegen.

Dazu sind drei feste Punkte (Bodenhülsen) eingerichtet worden, an denen der Lift eingesetzt wird. "Dass das System transportabel ist, hat den Vorteil, dass das Gerät einfach beiseitegestellt werden kann, wenn wir es nicht benötigen. Dazu behält das Bad den Status als Wettkampfstätte, was bei einer festmontierten Anlage nicht mehr der Fall ist", sagt Detlev Blase.

Für ältere und behinderte Menschen

Der Bedarf ist jetzt schon da. Von der LWL-Förderschule kommen Schüler im Rollstuhl, die schon jetzt den Lift nutzen können. "Es war auch schon einmal so, dass wir Menschen mit Behinderungen mit einer Tragedecke in das Wasser gelassen und auch wieder herausgeholt haben", sagt Hauptkassierer Günter Miele - jetzt geht das alles per Lift.

Und der muss natürlich auch bedient werden. Das übernehmen die Schwimm-Meisterinnen, die bei der Generalprobe, bei der sich Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel in den Sitz wagte, schon zeigten, dass sie die Technik im Griff haben.

LWL Förderschule mit Wasserzeiten

"Das begrüßen wir natürlich sehr", sagt Mechthild Miketta, Schulleiterin an der LWL-Förderschule am Marsbruch. "Ein wichtiger Schritt in Richtung Inklusion." Die LWL-Schüler sind nach der vorübergehenden Schließung des Hallenbades an der Marsbruchstraße Gäste am Diakon-Koch-Weg und fühlen sich dort sehr gut aufgenommen.

"Ich finde das klasse, wie die Mitarbeiter im Bad uns behilflich sind", sagt Mechthild Miketta. Jetzt, mit dem transportablen Liftsystem, würden die Schüler auch einmal die Möglichkeit haben, in Begleitung ihrer Eltern privat das Hallenbad nutzen zu können.

Und der Weg zur Barrierefreiheit soll im Aplerbecker Hallenbad noch lange nicht zu Ende sein: "Wir haben noch keine spezielle Umkleidekabine mit Duschgelegenheit für Menschen mit Behinderungen", sagt Detlev Base. Aber Ideen sind schon da: Sitzplätze, breitere Schränke, Regale für Handtücher und noch viele Dinge mehr.

Der Verein hat sich Kostenvoranschläge machen lassen - jetzt wird man sehen, wie sich die Umbaumaßnahmen umsetzen lassen. Und wenn das geschafft sein sollte, soll es noch an den kompletten Duschbereich gehen. Aber das wird richtig ins Geld gehen. 60 bis 80.000 Euro pro Sanitärbereich wird das kosten, schätzt SG-Kassierer Günter Miele.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Westerholter Sommerfest: Enttäuschung zum kleinen Jubiläum
Westerholter Sommerfest: Enttäuschung zum kleinen Jubiläum
Live-Ticker: Hier ist was los auf den Fußballplätzen im Vest Recklinghausen
Live-Ticker: Hier ist was los auf den Fußballplätzen im Vest Recklinghausen
Hertens Bürgermeister Toplak kommentiert die Gegenkandidatur seines langjährigen Bekannten
Hertens Bürgermeister Toplak kommentiert die Gegenkandidatur seines langjährigen Bekannten
Feuerwehr rückt aus zur Bismarckstraße - Kellerbrand im Mehrfamilienhaus
Feuerwehr rückt aus zur Bismarckstraße - Kellerbrand im Mehrfamilienhaus
Am Montag startet die Baustelle in Marl-Brassert: Worauf sich Autofahrer einstellen müssen
Am Montag startet die Baustelle in Marl-Brassert: Worauf sich Autofahrer einstellen müssen

Kommentare