Arbeitslosigkeit

Jobcenter eröffnet Jobakademie an der Marienstraße

Dorsten - Neue Wege aus der Arbeitslosigkeit will das Jobcenter des Kreises Recklinghausen finden - mit der Jobakademie, die am Donnerstag in Dorsten eröffnet wurde. Eine Zielgruppe steht im Fokus.

Rund 77.000 Menschen beziehen im Kreis Recklinghausen Grundsicherung, mehr als 53.000 sind erwerbsfähig. Gerade die Menschen, die erst seit Kurzem zu dieser Gruppe gehören, möchte das Jobcenter des Kreises Recklinghausen mit der neuen Jobakademie an der Marienstraße erreichen.

In dem ehemaligen Altenpflegeseminar werden ab Freitag zehn Jobcoaches unter der Leitung von Nina Franiczek und mit Unterstützung einer Assistentin versuchen, Menschen schnell und flexibel in Arbeit zu bekommen.

Intensive Betreuung

Wie soll das praktisch funktionieren? Die Bezirksstelle des Jobcenters Dorsten an der Bismarckstraße ist nach wie vor der Erstkontakt für den Hartz IV-Bezieher. Dort prüft der Mitarbeiter, ob es Vermittlungshemmnisse wie Krankheiten gibt. Wenn nicht, trägt er für den Arbeitsuchenden einen Termin in der Jobagentur ein.

Vor Ort in der Marienstraße wartet dann der informierte Jobcoach auf den Arbeitsuchenden - am besten schon mit einem Stellenangebot. "Wir wollen am ersten Tag, an dem der Kunde die Leistungen beantragt, direkt ein Jobangebot machen können", beschreibt Dominik Schad, Leiter des Jobcenters Recklinghausen, die Idealvorstellung.

Direkter Kontakt zum Vermittlungsservice

Hilfreich ist dafür auch, dass der Vermittlungsservice, der den Kontakt zu den Arbeitgebern hat, ab nächster Woche mit im Haus sitzen soll. "So können wir direkt eine Treppe runter gehen und fragen: Habt ihr irgendwo einen guten Kontakt für diesen Kunden?", sagt Jobcoach Tristan Lücke.

Auch der Jobpoint ist von der Lippestraße in der Innenstadt direkt mit an die Marienstraße gezogen. Hier können Arbeitsuchende direkt auf den Tafeln nach Jobs schauen.

Kann der Arbeitslose nicht direkt in einen neuen Job vermittelt werden, wird er bis zu drei Monaten in der Jobakademie intensiv betreut. Es gibt zweimal die Woche ein Gruppencoaching und mindestens einmal pro Woche ein Einzelcoaching. "Es geht darum, wie man die passenden Stellen findet, wie Bewerbungen richtig formuliert werden und auch darum, seine eigenen Fähigkeiten zu reflektieren, sich so wieder mehr zuzutrauen und die eigenen Stärken auch im Vorstellungsgespräch repräsentieren zu können", erklärt Standortleiterin Nina Franiczek.

"Wir begleiten die Menschen auch mit zu Bewerbungsgesprächen, wenn es gewünscht ist. Es kann auch mal ein Telefontraining geben und der Umgang mit dem PC geschult werden." Dazu stehen Beratungsräume und ein großer PC-Raum zur Verfügung.

650 bis 800 Arbeitslose sollen in Dorsten so pro Jahr betreut werden und möglichst eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung finden. Die Leistungsberechtigten werden vor allem aus Dorsten und Gladbeck kommen. Arbeitslose aus anderen Städten des Kreises werden meist in Recklinghausen und Datteln betreut, wo im September ebenfalls Jobakademien eröffnet werden.

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