Artenschutz-Bedenken

Rotmilan stoppt Windrad-Pläne im Dortmunder Süden

DORTMUND - Schöne Bescherung für die Bürgerinitiative "Rettet den Schnee": Die Windrad-Pläne für die Großholthauser Mark, in unmittelbarer Nähe des Dortmunder Stadtteils Schnee, sind endgültig vom Tisch - dank eines ganz besonderen Vogels.

Die Verwaltung legt die Überlegungen, ein Gebiet in der Großholthauser Mark für den Bau von Windrädern vorzusehen, zu den Akten. Grund ist das Ergebnis der Artenschutz-Prüfung, die die Stadt für alle drei noch ins Auge gefassten Windrad-Standorte im Stadtgebiet in Auftrag gegeben hatte.

Für die "Potenzialfläche Großholthauser Mark" werden "erhebliche artenschutzrechtliche Konflikte" prognostiziert. Die Konsequenz: "Die Fläche wird nicht mehr für Windenergieanlagen vorgesehen", teilte Umweltdezernent Ludger Wilde am Dienstag nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands mit.

Konkret wurde unter anderem der Rotmilan nachgewiesen, der als gefährdete Brutvogelart unter besonderem Schutz steht. Ein Artgenosse hatte vor einigen Jahren schon den Neubau eines Sportplatzes in Kurl verhindert. Jetzt rettet der Greifvogel die freie Sicht auf dem Schnee.

Vorerst keine Forstarbeiten

Auch das für diesen Winter geplante Durchforsten des Waldbestands in der Großholthauser Mark findet bis zum Abschluss der zweiten Stufe der artenschutzrechtlichen Prüfung erst einmal nicht statt, kündigte Wilde an. Diese Forstmaßnahmen waren bei der Bürgerinitiative "Rettet den Schnee" ähnlich wie die Windrad-Pläne auf Kritik gestoßen.

Keine artenschutzrechtlichen Bedenken gibt es dagegen gegen den Bau von Windrädern nahe der Ellinghauser Straße und im Bereich Bodelschwinger/Westerfilder Wald im Nordwesten der Stadt. Dort sind keine Beeinträchtigungen für schützenswerte Arten durch den Bau von Windräder zu erkennen, heißt es in der Bilanz der Stadt nach der ersten Stufe der artenschutzrechtlichen Prüfung. "Wir würden hier mit den Planungen weitermachen", sagt Wilde.

Warten auf neuen Erlass des Landes

Der Konjunktiv ist allerdings bewusst gewählt. Denn für neue, grundsätzliche Bedenken sorgt die Diskussion um einen neuen Windkrafterlass der CDU/FDP-Landesregierung, der unter anderem neue Mindestabstände zwischen Windrädern und Wohngebieten vorsehen soll.

Beim jetzt diskutierten Abstand von 1500 Metern wären alle weiteren Windrad-Standorte in Dortmund vom Tisch. Doch es sind noch Fragen offen - etwa die, ob der Mindestabstand nur für kleine Windparks mit mindestens fünf Windrädern oder auch für Einzelanlagen gilt. "Dazu erwarten wir uns von dem Erlass konkrete Hinweise", erklärt Wilde.

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