Zahlreiche Gitarren hängen am 24.03.2016 im Musikhaus Thomann in Treppendorf (Bayern) an einer Wand. Das Musikhaus Thomann hat es zum wohl größten E-Commerce-Händler der Welt im Musikalienbereich gebracht. Jetzt trotzt das fränkische Familienunternehmen selbst dem Online-Riesen Amazon. Foto: Nicolas Armer/dpa (zu dpa/lby KORR "Millionenkundschaft: Musikhaus aus der Provinz trotzt sogar Amazon" vom 26.03.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
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Zahlreiche Gitarren hängen am 24.03.2016 im Musikhaus Thomann in Treppendorf (Bayern) an einer Wand. Das Musikhaus Thomann hat es zum wohl größten E-Commerce-Händler der Welt im Musikalienbereich gebracht. Jetzt trotzt das fränkische Familienunternehmen selbst dem Online-Riesen Amazon. Foto: Nicolas Armer/dpa (zu dpa/lby KORR "Millionenkundschaft: Musikhaus aus der Provinz trotzt sogar Amazon" vom 26.03.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit

Artenschutz

Beim Gitarren-Verkauf drohen böse Überraschungen

  • Michael Wallkötter
    vonMichael Wallkötter
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KREIS RE - Wer sein Musikinstrument verkaufen möchte, könnte künftig Ärger mit dem Zoll oder lokalen Behörden bekommen. Denn seit Beginn des Jahres stehen Tropenhölzer wie Palisander unter Artenschutz. Das gleiche gilt für Produkte wie Stricknadeln oder Holz-Kugelschreiber, die mit Tropenholz veredelt sind.

Bei Gitarren sind vor allem Griffbretter, teilweise aber auch Zargen, Böden und Stege aus Palisander gefertigt. Mehr als 300 Varianten dieses Holzes gibt es weltweit. Der wertvolle Rio-Palisander steht bereits seit 1992 unter strengstem Artenschutz, Handel damit ist grundsätzlich verboten. Um die Regenwälder vor Raubbau zu bewahren, hat sich die Staatengemeinschaft im Herbst 2016 darauf verständigt, die Ausfuhrbestimmungen für weitere bedrohte Holzarten zu verschärfen. Die Regeln traten Anfang Januar in Kraft.

Wer ein Produkt aus Tropenholz, zum Beispiel eine Gitarre, verkaufen will, muss nun nachweisen, dass er bereits vor der Neuregelung im Besitz der Sache war. Sonst drohen die Beschlagnahmung des Gegenstandes und ein Bußgeldverfahren. Eine entsprechende Bescheinigung („Vorerwerbsbescheinigung“) stellt die Untere Landschaftsbehörde der Kreisverwaltung Recklinghausen aus. „Viele Privatleute und Händler haben sich zum Ende des letzten Jahres bereits bei uns gemeldet“, berichtet Jochem Manz, Sprecher der Kreisverwaltung. Wer das amtliche Dokument für sein Instrument haben möchte, sollte der Behörde idealerweise einen Kaufbeleg vorlegen. Nach Worten des Kreissprechers kann aber auch schon ein Foto als Nachweis ausreichen, zum Beispiel von einem Auftritt mit dem Instrument. Der Beleg ist nur für den Verkauf, nicht aber für den Besitz eines Instrumentes mit Palisanderanteilen erforderlich. Auch das Reisen mit dem Musikinstrument ist – zumindest innerhalb der EU – unproblematisch.

Das CITES-Abkommen

Um Tier- und Pflanzenarten vor der Ausrottung zu bewahren, wurde 1973 in Washington ein Abkommen unterzeichnet, das den weltweiten Handel mit geschützten Arten regelt. 180 Staaten, darunter Deutschland, haben dieses Abkommen („CITES“) unterzeichnet.

Die Schutzvorschriften werden laufend angepasst. Im Herbst 2016 haben sich die Vertragsstaaten in Südafrika getroffen und neue Vorschriften verabschiedet. Sie traten Anfang 2017 in Kraft und regeln u. a. den Handel mit Tropenhölzern wie Palisander.

Mit der Neuregelung ist auch der Aufwand für die Musikfachhändler deutlich gestiegen. „Wenn neue Ware ankommt, muss alles genau registriert werden“, berichtet Timm Cboinski, Mitarbeiter von Beyer‘s Music GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Bochum-Wattenscheid beliefert Kunden in ganz Deutschland. Bis auf das Gramm genau müssten die Palisanderanteile ausgewogen werden. Auch sei die legale Herkunft des Holzes zu dokumentieren. „Alle Angaben werden in der Rechnung für den Kunden festgehalten“, berichtet Timm Cboinski. Mit dem Beleg ist der Besitzer bei einem Weiterverkauf des Instruments auf der sicheren Seite.

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