Astwurf-Prozess

Autofahrerin aus Castrop-Rauxel: "Ich habe jeden Tag Angst"

Castrop-Rauxel - Im Prozess um den gefährlichen Astwurf von einer Brücke auf die Autobahn 45 hat das Dortmunder Schwurgericht das Opfer vernommen. Die Autofahrerin leidet bis heute unter Angstzuständen.

Die 32-jährige Kunsthistorikerin war in der Nacht auf den 1. Juli 2018 auf dem Heimweg, als es plötzlich einen lauten Knall gab. "Ich wusste nicht, was los ist. Ich wusste nur, dass hinter mir andere Autos sind und ich nicht abrupt bremsen darf", sagte die Zeugin vor Gericht. Sie habe das Fahrzeug deshalb auf den Seitenstreifen gelenkt und dort vorsichtig angehalten.

Polizei war schnell vor Ort

Als wenig später die Polizei eintraf, stand die Zeugin weiter unter Schock. "Ich konnte das alles nicht einordnen", sagte sie am Donnerstag. Erst nach und nach sei ihr bewusst geworden, dass es sich offensichtlich um einen bewussten Anschlag gehandelt habe. "Es herrschte ja kein Wind, es war eine schöne Nacht."

Seit der Tat hat sich die Welt für die 32-Jährige radikal verändert. "Ich habe Angst, ich habe jeden Tag Angst", sagte die Zeugin unter Tränen. "Ich muss jeden Tag unter dieser scheiß Brücke her. Ich gucke dann immer nach oben."

Angeklagter trank im Bus Bier

Den Angeklagten hat die Frau in dieser Nacht natürlich nicht gesehen. Dass er in der Nähe des Tatorts war, steht aber wohl fest. Kurz vor dem Unfall musste er an der Haltestelle Kirchlinde-Zentrum den Nachtbus verlassen, weil er zusammen mit seinen drei Begleitern verbotenerweise Bier getrunken hatte. Dass der iranische Asylbewerber aber so betrunken war, dass er sich an nichts mehr erinnern kann, glaubt der Busfahrer nicht. "Stockbesoffen war er nicht, das ist mal ganz sicher", sagte der Zeuge am Donnerstag.

Keine Erinnerung?

Der Angeklagte bleibt jedoch bei seiner Darstellung, dass er von der fraglichen nacht so gut wie gar nichts mehr weiß. "Ich habe Wodka getrunken, mindestens eine ganze Flasche", behauptete der 22-Jährige. Dumm nur, dass er bei seiner ersten Vernehmung bei der Polizei noch wesentlich geringere Alkoholmengen genannt hatte.

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