Aufarbeitung des Messerangriffs am Hörder Bahnhof

So läuft die Aufarbeitung des Verbrechens unter Jugendlichen

Hörde - Der tödliche Messerangriff am Bahnhof Hörde vor zwei Monaten bietet weiter viel Gesprächsstoff. Die Aufarbeitung ist noch längst nicht abgeschlosen. Die Jugendarbeit in Hörde wird verstärkt. Doch es gibt auch Kritik am Vorgehen in den vergangenen Wochen.

Die Gedenkstelle für die getötete 15-Jährige an der Schlanken Mathilde im Herzen des Hörder Zentrums ist kleiner geworden, Gras bahnt sich seinen Weg vorbei an Papptafeln und abgelegten Blumensträußen.

Am 23. Februar war das Mädchen von einer 16-Jährigen nach einem Streit mit einem Messer erstochen worden. In der Bezirksvertretung Hörde zeigt sich am Dienstag: Die Aufarbeitung dieses schrecklichen Vorfalls ist noch lange nicht abgeschlossen.

Hörder Bürger äußern emotionale Worte

Es gibt die emotionalen Worte einer Hörder Bürgerin, die dazu auffordert, Jugendlichen auf dem schwierigen Weg in ein gutes Leben besser zu helfen. Es gibt die Klagen eines Anwohners über die Untätigkeit in Sachen Sauberkeit und Pflege des Bahnhofs und die fehlende Information über die Ergebnisse eines "runden Tisches".

Es gibt erste Fakten über die künftige Struktur der Jugendarbeit in Hörde. Auch, wenn Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris zuletzt in einer Pressekonferenz im März betont hatten, der Vorfall sei kein spezielles Hörder Phänomen gewesen, wird ein Projekt der aufsuchenden Jugendarbeit ("Rampe II") wieder aufgenommen.

Aufsuchende Jugendarbeit wird in Hörde verstärkt

Zwei Mitarbeiter sind ab Juni in Hörde unterwegs, machen den Jugendlichen Sport- und Freizeitangebote und sprechen mit ihnen über ihre Sorgen. Das Projekt gab es schon einmal mit zeitlicher Befristung. Nun stehen für die nächsten Jahre rund 570.000 Euro dauerhaft zur Verfügung. Seit dem Vorfall waren bereits Mitarbeiter aller Jugendfreizeitstätten im Stadtbezirk aufsuchend tätig.

Die Jugendfreizeitstätte Wellinghofen erhält eine zusätzliche halbe Stelle. Im östlichen Teil des Phoenix-See-Quartiers entsteht der Jugendtreff "You Point".

CDU kritisiert die Informationspolitik

Deutlich Kritik äußert die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Hörde. Sie richtet sich vor allem gegen die Informationspolitik der Verwaltung. "Die Bürger sollten nicht von sich aus fragen müssen, was die nächsten Schritte sind. Da gaben sie als Bezirksbürgermeister ein ganz schwaches Bild ab", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Depenbrock an Sascha Hillgeris (SPD) gerichtet.

Dieser weist die Kritik zurück und erklärt, dass man nach den ersten Gesprächen unmittelbar vor und nach dem Vorfall erst einige Dinge habe umsetzen wollen, damit alles "Hand und Fuß" habe. Am 18. Mai kommen Bahnhofseigentümer, Polizeibehörden, Einzelhändler und Lokalpolitik zu einer weiteren Runde zusammen. Danach, so Hillgeris, würden weitere Schritte der Öffentlichkeit vorgestellt.

Es gibt laut Hillgeris Einigkeit darüber, dass das Parkhaus künftig ab 22.30 Uhr mit einem Tor verschlossen wird und der Eigentümer eine Sicherheitsdienst für bestimmte Zeiten einstellt.

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