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Die Ausbildungsmesse war gut besucht und bot zahlreiche Angebote ihren Besuchern zahlreiche Angebote.

„AusbildungsVest“

Info-Börse der Arbeitsagentur verzeichnet Firmen- und Schülerrekord

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RECKLINGHAUSEN - Was für ein Gewusel! 2000 Schülerinnen und Schüler sind auf dem Wickingplatz in Recklinghausen unterwegs, im Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit, in Veranstaltungsräumen des Bildungszentrums des Handels. Klasse lockt Masse – frei nach diesem Motto hat die Agentur für Arbeit Recklinghausen 45 Aussteller für das diesjährige „AusbildungsVest“ gewinnen können.

Viel Überredungskraft haben Berufsberaterin Lisa Klausmeyer und Mitorganisatoren um Teamleiter Stephan Jansen indes nicht investieren müssen, das „AusbildungsVest“ ist mittlerweile eine feste Größe für Unternehmen. „Firmen sprechen uns schon von sich aus auf unsere Berufs-Infobörse an“, berichtet Klausmeyer.

Von A(ldi) bis Z(entralschule für Gesundheitsberufe, Herten) reicht die Info-Angebotspalette am Mittwoch. Große Industrieunternehmen wie Hella präsentieren sich, Handwerksbetriebe haben Stände neben Bundespolizei oder Bundwehr, die Kommunalen Service Betriebe der Stadt RE (KSR) werben ebenso um Berufsnachwuchs wie der Metall- und Elektro-Infotruck.

„Ich finde es klasse, dass wir hier so ein breites Spektrum erleben“, freut sich Anke Traber, Chefin der Arbeitsagentur im Bezirk RE. Während sie spricht, sind um sie herum junge Menschen unterwegs. Sie halten Fragebögen und Info-Mappen in der Hand, die zentrale Frage ist: Welcher Beruf passt zu mir? 46 Schulen aus dem Kreis haben sich auf den Aufruf der Arbeitsagentur gemeldet, gezielt sind Entlassschüler angesprochen. Auch wenn nicht jedes Gespräch zwingend in einen unterschriftsreifen Ausbildungskontrakt mündet, gehen Jugendliche mit Bewerbungen direkt auf potenzielle Arbeitgeber zu – gerne nach dem Check ihrer Mappen durch Bewerbungs-Profis der Arbeitsagentur. Die jungen Leute, die die Gunst der Stunde nutzen, um sich am Rand in die Büsche zu schlagen und in der Sonne einen lauen Lenz zu schieben, sind klar in der Minderheit.

Authentische Gespräche über Berufsbilder

Gut frequentiert sind Info-Stände, an denen Gleichaltrige oder nur wenig Ältere ihren Beruf den jungen Interessenten vorstellen. Das ist authentisch, die Gesprächsatmosphäre offen – man begegnet sich auf Augenhöhe. Zum Beispiel am Info-Mobil der Dachdecker. Naturschieferplatten zu behauen, ist dort ein Aktionstag-Klassiker. Die jungen Handwerker sind froh, wenn sie an ihrem Stand ein paar Minuten Pause bekommen, weil ausnahmsweise mal niemand mit dem Schieferhammer eine Platte in Form dengeln möchte…

Jan Leon Dirk Herrmann arbeitet als Azubi beim KSR, der angehende Anlagenmechaniker zeigt am Werkstattwagen, wie man mit der Schneidkluppe ruckzuck ein Gewinde auf ein Stück Rohr dreht. „Immer schön Schneidöl darauf, sonst wird das nichts.“ Zugleich räumt der 19-Jährige mit Vorab-Urteilen auf – das Sanitär und Heizungshandwerk ist eben nicht nur Abfluss, WC, Waschbecken. Zur Rohrzange gesellen sich digitale Messgeräte und das Laptop – Grips toppt Muckis. „Es ist echt ein vielseitiger Beruf.“

Auch die Industrie ist beim „AusbildungsVest“ vertreten: Der Autozulieferer Hella ist vor Ort, das nicht minder als Entwicklungspartner der Automobilindustrie international renommierte Unternehmen Kirchhoff ebenso. Kirchhoff mit „K“, wie Krombacher? Das ist kein Scherz, sondern ein Resultat des Projekts „Mobil zum Ziel“: Es geht um überregionale Vermittlungsvorschläge, die Jugendliche für den Raum Siegen/Olpe mit auf den Weg bekommen – denn die Automotive-Experten von Kirchhoff und die Brauer von Krombacher gehören zu den Fachkräfte Suchenden dieser Region.

45 Aussteller, 2000 Jugendliche – die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit haben bei der Rekordveranstaltung ordentlich zu tun. So wie Tarek Abou Al Naaj. Eigentlich hat er Urlaub, doch für das „AusbildungsVest“ ist er am Mittwoch an die Görresstraße gekommen, um die Kollegen am Info-Stand zu unterstützen – einfach mal so. Der 19-Jährige ist mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet, er hat einen Ausbildungsplatz bei der Agentur gefunden. „Als Fachangestellter für Arbeitsmarktdienstleitungen“, berichtet er in perfektem Deutsch. Und verleiht dem Wortungetüm mit einem Lächeln Charme.

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