Hannah Steinfels aus Recklinghausen geht zum Bachelor-Studium nach Vancouver Island, Kanada.
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Hannah Steinfels aus Recklinghausen geht zum Bachelor-Studium nach Vancouver Island, Kanada.

Auslandsstudium

Hannah Steinfels geht zum Studium nach Nordamerika

RECKLINGHAUSEN - Wenn Hannah Steinfels vom „Kanada-Virus“ erzählt, geht es nicht um eine Krankheit – im Gegenteil, bei diesem „Virus“ handelt es sich um positive Gefühle, um tiefe Sympathie für das Land in Nordamerika. Die Zuneigung der 19-jährigen Recklinghäuserin ist so groß, dass sie Ende August nach Kanada zum Studium aufbricht – und eigentlich ihr weiteres Leben dort verbringen will.

Gründe für ein Auslandssemester oder -studium gibt es viele: Von besseren Jobperspektiven bis zum Erlernen einer neuen Sprache reichen die Motive, die immer mehr deutsche Studierende in alle Welt reisen lassen. Bei Hannah Steinfels liegt der Fall etwas anders. Natürlich: Sie möchte ab dem kommenden Wintersemester an der Vancouver Island University studieren, möchte noch besser Englisch lernen, möchte schließlich einen Abschluss machen und Lehrerin werden. Aber sie möchte nach dem Studium nicht zurückkehren. „Das ist der Plan“, betont die Abiturientin des Recklinghäuser Herwig-Blankertz-Berufskollegs. „Ich möchte in Kanada bleiben, dorthin auswandern.“

Und damit ist Hannah Steinfels wieder bei ihrem „Kanada-Virus“. „Der hat mich schon früh befallen: Meine Eltern waren dort auf ihrer Hochzeitsreise und haben uns später begeistert von dem Land erzählt“, erinnert sie sich. Und inzwischen hat die junge Frau auch eigene Kanada-Erfahrungen: „Ich war 2013 das erste Mal da – und habe mich in das Land verliebt. Die Landschaft ist wie die Schweiz – nur mit Indianern und Bären, die Menschen sind superlieb, offener gegenüber Fremden und Andersdenkenden. Es ist da überall megaschön, schwer zu beschreiben. Ich gehöre da hin“, schwärmt Hannah Steinfels von ihrer neuen Heimat. „Ich habe 19 Jahre lang in Deutschland gewohnt. Das reicht“, meint die Recklinghäuserin, die sich hier nicht so wohlfühlt – zum Beispiel wegen drohender Terroranschläge.

Dass sie das Land bereits heute als ihr „zweites Zuhause“ bezeichnet, liegt auch daran, dass sie 2014/15 ein halbes Jahr als Austauschschülerin in Kanada war und „Megaglück“ mit ihrer Gastfamilie hatte. „Sie ist für mich zur zweiten Familie geworden.“

Berufliche Planung bis zur Lehrerin

Zwei Jahre lang „Bachelor of Arts“, drei Jahre lang „Bachelor of Education“: Bei aller Begeisterung für das Land hat Hannah Steinfels genaue berufliche Planungen für die kommende Zeit. „ Das Studium wird bestimmt richtig cool. Es ist etwas verschulter als in Deutschland, in Klassen mit bis zu ungefähr 30 Studenten“, hat sich Hannah Steinfels bereits genau informiert. „Und danach bin ich dann im Idealfall Lehrerin, am liebsten mit den Fächern Mathematik, Deutsch und Psychologie“, berichtet die 19-Jährige. Und das Ganze in Kanada, mit Ständigem Wohnsitz und deutscher Staatsbürgerschaft.

Natürlich weiß Hannah Steinfels, dass die Zeit in Kanada nicht nur einfach sein wird. „Ich bin kein Heimweh-Kandidat, aber ich werde meine Eltern und meinen Bruder sehr vermissen und auch regelmäßig in Deutschland besuchen. Außerdem bin ich ein Typ, der Leute um sich herum braucht. Da ist es ganz gut, dass ich zunächst in einem Studentenwohnheim mit Kontaktmöglichkeiten wohne“, sagt sie – gerade mit Blick auf die ersten Wochen in dem fremden Land.

Aber die Vorfreude überwiegt eindeutig – Vorfreude auf das Studium und die frühere Gastfamilie, auf Wandern und Kite-Surfen, Skifahren und Whale-Watching. Auf das Leben in einem Land, das Hannah Steinfels mit strahlendem Gesicht als ihren Traum bezeichnet. Und da ist es wieder: Das „Kanada-Virus“ – das nicht nur für die Dauer eines Auslandsstudiums, sondern für das ganze weitere Leben halten soll.

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