Aussauer Nachfolger

Die lange Liste der Schalke-Manager

Gelsenkirchen - Rudi Assauer war in seiner zweiten Amtszeit 13 Jahre Manager bei den Königsblauen. So viel Kontinuität gab es danach nicht mehr.

Von 1993 bis 2006 hatte der kürzlich verstorbene Rudi Assauer die Verantwortung für den sportlichen Bereich beim FC Schalke 04. 13 Jahre – ein Zeitraum, der im schnelllebigen Fußballgeschäft wie eine Ewigkeit erscheint. Alle seine Nachfolger waren wesentlich kürzer im Amt als die Schalker Manager-Legende.

Wenn Jochen Schneider beim FC Schalke 04 als neuer Sportvorstand präsentiert wird, ist der 48-Jährige seit dem Ausscheiden von Assauer bereits die fünfte Person, die sich an der schwierigen Aufgabe versucht, mit dem FC Schalke 04 nachhaltig Erfolge zu feiern.

Müller vermisst Geduld

Erster Assauer-Erbe war Andreas Müller, der von seinem Mentor noch eingearbeitet wurde. Zwischen 2006 und 2009 fungierte der frühere Bundesligaspieler als Schalker Manager. In seiner Anfangszeit war der Schwabe durchaus erfolgreich. Mit den Trainern Ralf Rangnick und Mirko Slomka verpasste Schalke knapp den Meistertitel. Doch als Müller sich entschied, den Niederländer Fred Rutten zu verpflichten, der sich als Flop erwies, stand auch er schnell in der Kritik und musste schließlich gehen.

Ein Umstand, der Müller bis heute noch ärgert. Er kritisierte immer wieder die fehlende Geduld auf Schalke sowie die fehlende sportliche Kompetenz in wichtigen Gremien wie dem Aufsichtsrat. Nachfolger von Müller wurde Felix Magath, der allein schon von seiner Persönlichkeitsstruktur ganz anders gestrickt war als sein Vorgänger.

Heidel trieb Strukturreformen auf Schalke voran

Als Trainer und Manager in Personalunion sorgte der machtbewusste Magath für viel Verdruss innerhalb des Klubs. Das wurde in seinem ersten Jahr auf Schalke noch durch den herausragenden sportlichen Erfolg der deutschen Vizemeisterschaft überdeckt. Aber als dieser ausblieb und die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung eine Satzungsänderung ablehnten, die Magath noch mehr Macht eingeräumt hätte, kam es kurze Zeit später zum Bruch mit Schalke-Boss Clemens Tönnies. „Da passte nichts mehr“, so der Schalker Aufsichtsrats-Vorsitzende.

Der oberste Entscheider auf Schalke vertraute mit Horst Heldt dann einem Manager, der wieder andere Schwerpunkte setzte. Das Wichtigste, nämlich sportlichen Erfolg, konnte Heldt mit Schalke erreichen. Die Königsblauen qualifizierten sich dreimal hintereinander für die Champions League (2012, 2013, 2014). Danach erging es Heldt ähnlich wie Müller: Nach seiner ersten falschen Trainerentscheidung – er holte Roberto Di Matteo – wurde er infrage gestellt. 2015 und 2016 wurde die Königsklasse verpasst, was für den Verein nur schwer zu verkraften war. Heldt musste am Ende der Spielzeit 2015/16 gehen. Ein Jahr zuvor hatte Tönnies auf der Mitgliederversammlung den Eindruck erweckt, als habe Heldt eine faire Chance zur Vertragsverlängerung. Doch dem war nicht so.

Mit Christian Heidel holte Tönnies einen erfahrenen Bundesliga-Manager, der 24 Jahre lang in seiner Heimatstadt Mainz gute Arbeit geleistet hatte. Heidel trieb Strukturreformen auf Schalke voran. Endlich gab es nicht nur Absichtserklärungen, sondern auf dem Schalker Vereinsgelände wurde die schon jahrelang versprochene Verbesserung der Infrastruktur in Angriff genommen.

Heidel-Transfers floppen

Während Heidel auf diesem Gebiet durchaus Verdienste zugesprochen werden können, hatte er in seinem dritten Schalke-Jahr nach dem Gewinn der Vizemeisterschaft bei der Transferpolitik kein glückliches Händchen. Die meisten der Neuzugänge floppten. Als Heidel auch noch Naldo ziehen ließ, dessen Vertrag er zuvor vorzeitig verlängert hatte, wuchsen die Zweifel im Aufsichtsrat an seiner sportlichen Kompetenz und es kam zur Trennung.

Jetzt muss Jochen Schneider versuchen, die sportliche Lage in den Griff zu bekommen. Bisher agierte der 48-Jährige bei seinen Bundesligastationen in Stuttgart und Leipzig in der zweiten Reihe. Nun will Schneider allen Leuten beweisen, dass er Schalke kann. Die Ausgangsposition ist schwierig. Aber vielleicht ist gerade dies seine große Chance.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Notausgabe wegen technischer Störung: Hier finden Sie die komplette Tageszeitung als ePaper
Notausgabe wegen technischer Störung: Hier finden Sie die komplette Tageszeitung als ePaper
Heftiger Wetterumschwung zieht heran: Sturm, Schnee und spiegelglatte Straßen? Der DWD warnt
Heftiger Wetterumschwung zieht heran: Sturm, Schnee und spiegelglatte Straßen? Der DWD warnt
Zugverbindung Berlin - Recklinghausen kommt ab Montag - es gibt nur einen Haken
Zugverbindung Berlin - Recklinghausen kommt ab Montag - es gibt nur einen Haken
Nein zu Datteln - Ja zu Olfen: Dieses Autohaus gibt seinen Standort auf
Nein zu Datteln - Ja zu Olfen: Dieses Autohaus gibt seinen Standort auf
Gute Nachrichten aus Düsseldorf: Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wird "Talentschule"
Gute Nachrichten aus Düsseldorf: Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wird "Talentschule"

Kommentare