Ausverkauf im Hotel

Betten für 100 Euro, Lampen für 15 - das Cityhotel verkauft sein Mobiliar

Das Cityhotel Dortmund im Grafenhof schließt. Doch wohin mit Mobiliar und Deko? Über Facebook riefen die Betreiber zum Ausverkauf auf - und lockten damit zahlreiche Schnäppchenjäger an.

Schlussverkäufe findet man momentan überall auf dem Westenhellweg. Einen richtigen Ausverkauf gibt es allerdings nicht unweit von Dortmunds Shoppingmeile. Denn das Cityhotel am Grafenhof schließt und verkauft das komplette Inventar.

Also wirklich alles: Möbel wie Betten und Schlafsofas. Küchenutensilien wie Salzstreuer und Waffeleisen. Föhne, Biergläser, Spiegel. Sogar Tageslichtprojektoren gingen für 15 Euro das Stück weg.

Normalerweise gibt es bei Hotelauflösungen Auktionen, ein Großteil landet auch manchmal im Müll. Da haben sich Peter und Ulrike Stahnke bewusst gegen entschieden. "Wir haben hier viel Geld reingesteckt, da wollen wir die Sachen nicht wieder für viel Geld vernichten lassen", sagt Ulrike Stahnke, die mit ihrem Mann Peter das Hotel betrieb.

Zum 30. Dezember läuft ihr Mietvertrag im Cityhotel aus. Eine Verlängerung haben sie ausgeschlossen, die Voraussetzungen seien nicht gegeben dafür. "Die Mieten sind zu hoch und der Eigentümer will das Gebäude aufwendig renovieren", so Stahnke. Bei den immer mehr werdenden Hoteleröffnungen in Dortmund rentiere sich das Cityhotel nicht mehr. Ob und wer das Hotel nach ihnen weiterbetreibt, wissen die Geschäftsführer nicht. "Der Eigentümer hält sich bedeckt."

Also verkauft das Ehepaar nun alles, was es angeschafft hat. Und das teilweise spottbillig. "Viel Geld werden wir damit nicht verdienen", kommentiert Ulrike Stahnke schulterzuckend die Verluste. Das sei allerdings auch nicht unbedingt das Ziel gewesen. "Es geht eher darum, dass noch andere Leute Freude an den Möbeln haben." An zwei Tagen, Freitag (28.12.) und Samstag (29.12.), jeweils von 9 bis 18 Uhr können Interessierte die Hotelräume "plündern".

Facebook-Veranstaltung als Werbung

Wer richtig absahnen wollte, musste am Freitagmorgen früh dran sein. Schon kurz nach Beginn des Verkaufs trugen die Ersten Ruhrpott-Schilder, Spiegel oder Radios aus dem Hotel. Die Auflösung des Bestandes hatte das Ehepaar Stahnke in einer Facebook-Veranstaltung angekündigt. Bis Mitte der Woche hatten 956 Leute ihr Interesse bekundet.

Durch eben diese Veranstaltung wurden auch Fiona Waltschew und Tim Kramer auf den Ausverkauf aufmerksam. Und gerade Fiona hatte ein ganz genaues Ziel: Eines der kleinen hölzernen Radios. "Das hab ich bei Facebook gesehen." In einem Zimmer wurde sie fündig. "Sonst wollen wir mal gucken, ob wir noch ein Schnäppchen machen können", sagt sie. Eines dieser Schnäppchen haben sie in Zimmer 303 gefunden: ein grünes Schlafsofa für 30 Euro. Allerdings müssten sie dafür erstmal einen geeigneten Transporter organisieren.

Restlichen Möbel gehen an den guten Zweck

So erging es allerdings einigen. Für den Fall konnten die Kunden die Sachen reservieren. "Bis zum 30. Dezember muss aber alles abgeholt werden", so Ulrike Stahnke.

Was bis dahin übrig bleibt, ist für einen guten Zweck bestimmt. "Wir haben schon das Deutsche Rote Kreuz kontaktiert", erklärt Stahnke, die an den Verkaufstagen vor allem kassiert und kaum zur Ruhe kommt. Auch habe sich jemand gemeldet, der eine Hotel-Gründung in Uganda unterstützt. Dorthin gingen die übrigbliebenden Möbel kostenlos.

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