Autobahn-Raststätte Lichtendorf

Drogenabhängiger gesteht Überfälle: "Es war eine Kurzschlussreaktion"

Zweimal in nur einer Woche soll ein Dortmunder die Autobahn-Raststätte Lichtendorf auf der A1 überfallen haben. Zu Prozessbeginn vor dem Landgericht spricht er von einer Kurzschlussreaktion.

Der Angeklagte ist 23 Jahre alt und soll im Frühjahr die Autobahn-Raststätte Lichtendorf überfallen haben - gleich zwei Mal in einer Woche. Er ist offenbar schon seit längerer Zeit drogenabhängig: In dem Prozess wird es deshalb nicht nur um eine klassische Bestrafung, sondern auch um die Frage gehen, wie dem Mann am besten geholfen werden kann.

Die Richter könnten zum Beispiel anordnen, dass er einen Teil der zu erwartenden Strafe nicht in einem Gefängnis, sondern in einer geschlossenen Therapieanstalt verbringen muss, um von den Drogen loszukommen.

Angestellte mit Taschenmesser bedroht

Die erste Tat ereignete sich am 10. März. Nachts um 1.30 Uhr soll sich der Angeklagte im Gaststättenraum aufgehalten und seine letzten Euros in den Spielautomaten gesteckt haben. Als alle Münzen verschluckt waren, will er dann die dumme Idee mit dem Überfall gehabt haben. "Es war eine Kurzschlussreaktion, die ich mir eigentlich nicht mehr erklären kann", sagte der 23-Jährige am Mittwoch.

Laut Anklage bedrohte er die Angestellte mit einem kleinen Taschenmesser und forderte sie auf, die Kasse zu öffnen. Als die Frau sich weigerte, soll er schließlich eine Trinkgeld-Box von der Theke genommen und geflüchtet sein.

Beim zweiten Überfall erbeutete der Angeklagte mehrere Hundert Euro

Nur eine Woche später tauchte der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft erneut in der Raststätte auf. Diesmal bedrohte er dieselbe Angestellte mit einem Schraubendreher, stieß aber erneut auf Widerstand. Statt die Kasse zu öffnen, wählte die Frau den Notruf der Polizei.

In der Anklageschrift heißt es, dass der Räuber dann selbst mit dem Schraubendreher die Kassenschublade geöffnet habe, um Geldscheine im Wert von insgesamt 300 bis 500 Euro an sich zu nehmen.

Angestellte hat Schlafstörungen

So vermeintlich abgeklärt die Angestellte bei den Überfällen reagierte, so sehr leidet sie allerdings auch heute noch unter den Folgen der schlimmen Erlebnisse.

Die Frau hat Schlafstörungen und konnte im Anschluss an die Taten fünf Wochen nicht zur Arbeit gehen. Bei der Suche nach einer angemessenen Strafe wird sich dieser Umstand sicherlich nicht positiv für den Angeklagten auswirken.

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