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Nicht jeder Teilnehmer hat die fünftägige Rallye überwunden, aber Arian Pyplatz und Laura Lachenschmid haben es geschafft.

Autorallye

Ein Recklinghäuser Paar hat beim „Carbage Run“ das Ziel erreicht

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RECKLINGHAUSEN - Arian Pyplatz (27) und Laura Lachenschmid (24) haben mit ihrem Schrottauto das Ziel in der Nähe von Barcelona erreicht. Nicht problemlos, aber immerhin. „Zehn der rund 350 Teilnehmer sind unterwegs komplett ausgefallen, zum Beispiel wegen eines Motorschadens“, erzählt Arian Pyplatz über den „Carbage Run“.

Das Recklinghäuser Paar hat an „Europas abgefahrenster Autorallye“ (Eigenwerbung) teilgenommen. 2500 Kilometer durch Deutschland, die Schweiz, Frankreich, Andorra und Spanien in einem Fahrzeug, das beim Autoverwerter besser aufgehoben wäre als auf Passstraßen in den Pyrenäen. Denn Autos, die an der fünftägigen Rallye teilnehmen, müssen mindestens 15 Jahre alt sein und dürfen einen Zeitwert von maximal 500 Euro haben. Es geht dabei nicht um Geschwindigkeit, es geht ums Ankommen, um Abenteuer und Nervenkitzel.

Arian Pyplatz und Laura Lachenschmid waren mit einem Honda Accord (Baujahr 1995) unterwegs. „Der Wagen ist mehrfach zu heiß gelaufen“, berichtet der 27-Jährige in einem Telefongespräch mit unserer Zeitung. „Dann haben wir bei 40 Grad Außentemperatur die Heizung voll aufgedreht.“ Einmal drohte die Stoßstange abzufallen. „Dafür hatten wir ja Kabelbinder im Gepäck.“ Über den „Carbage Run“ – eine Wortschöpfung aus „car“ (Auto) und „garbage“ (Müll) – erzählen die Protagonisten, dass er erst dann richtig interessant wird, wenn der Wagen schwächelt und man (frau) sich etwas einfallen lassen muss.

„Es war anstrengend, aber cool“, sagt Arian Pyplatz. Einzelne Tagesetappen seien mit zwölf Stunden reiner Fahrtzeit verbunden gewesen. Besonders das landschaftlich reizvolle Andorra hat das Paar beeindruckt. 2500 Meter Höhenunterschied musste der klapprige Honda Accord dort in einem Rutsch überwinden. „Wir sind im Tal bei 40 Grad Celsius losgefahren und oben bei zehn Grad angekommen.“

Das Duo Pyplatz/Lachenschmid ist gleich dort geblieben in Barcelona, um ein paar Tage Urlaub auf dem Campingplatz zu machen. Am Donnerstag dieser Woche geht es für den Bankkaufmann und die Bürokauffrau wieder zurück in die Heimat. Und was passiert dann mit dem alten Honda? „Ich werde ihn noch mal beim TÜV vorführen. Und wenn er dort besteht, werden wir im nächsten Jahr mit dem Wagen wieder beim ,Carbage Run‘ mitmachen“, so der Recklinghäuser. Zum Wegschmeißen sei das Auto jedenfalls zu schade.

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