Axel Witsel

BVB-Neuzugang startet in Bad Ragaz mit Applaus und hohen Erwartungen

Bad Ragaz - Axel Witsel ist endlich da. Am Montag trifft der BVB-Wunschtransfer fürs defensive Mittelfeld im Dortmunder Trainingslager ein. Die Erwartungen an den Belgier sind hoch.

Das lange Warten, es endet um 14.35 Uhr. Da entsteigt Axel Witsel vor dem Mannschaftshotel von Borussia Dortmund im Trainingslager in Bad Ragaz einem unauffälligen Kleinwagen. Zeitgleich vermeldet der BVB über seine Kanäle die Ankunft des Belgiers und die bevorstehende Verpflichtung.

Ein Schnäppchen auf einem überhitzten Markt

Witsel, der über den Flughafen Düsseldorf zusammen mit drei Spielern der Dortmunder U23 angereist ist, erscheint in Jeans und T-Shirt, er grinst lässig und wünscht einen "Guten Tag". Auf Französisch, Deutsch wird er noch lernen müssen. Dann ist er auch schon im Hotel verschwunden. Das tagelange Tauziehen um den 29-jährigen Mittelfeld-Strategen aus Lüttich ist für die Borussia positiv ausgegangen, Witsel wird in Dortmund einen Vertrag bis 2022 unterschreiben und ist der BVB-Königstransfer dieses Sommers.

Am Sonntag hatte Witsel fristgerecht von der Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht, die in seinem Vertrag mit Tianjin Quanjian aus China verankert war. Quasi zeitgleich teilte der BVB den Chinesen mit, dass man bereit sei, die dort festgeschriebene Ablöse zu entrichten. Es sind die letzten formalen Schritte auf dem Weg zu einem Transfer, der vom BVB Beharrlichkeit und Geduld erforderte. 20 Millionen Euro fließen aus Dortmund ins Reich der Mitte - für einen Spieler seiner Qualität und angesichts der explodierenden Summen auf dem Markt mutet Axel Witsel für den BVB wie ein regelrechtes Schnäppchen an.

"Ich musste nicht mehr lange überlegen"

Entsprechend zufrieden ist man in der Dortmunder Führungsetage. Witsel soll die Fäden im Mittelfeld ziehen, einen Spieler mit diesen Fähigkeiten hat man gesucht, genau diese Qualitäten bringe er mit, sagt Sportdirektor Michael Zorc. Speziell: "Taktisches Verständnis, Zweikampfstärke, Tempo, Kreativität und Mentalität." Der Neuzugang gab die Vorschusslorbeeren gerne zurück: Dortmund sei "einer der besten Klubs auf dem Kontinent", ließ Witsel via BVB mitteilen. Es sei sein Ziel gewesen, nach der Weltmeisterschaft aus China zurück nach Europa zu wechseln. "Nach unserem ersten Gespräch musste ich nicht mehr lange überlegen."

Freilich war Dortmund lange Zeit nicht der einzige Bewerber. Paris Saint-Germain mit dem ehemaligen BVB-Coach Thomas Tuchel hatte konkretes Interesse, schlug dann aber einen anderen Weg ein. Offiziell vollzogen ist der Transfer von Axel Witsel zum BVB noch nicht, auch wenn zwischen Verein und Spieler sowie zwischen dem BVB und Tianjin Quanjian alle Modalitäten geklärt sind. Wie alle internationalen Transfers muss der Wechsel der FIFA gemeldet und dort formal über das "Transfer Matching System" abgewickelt werden.

Lockeres Kennenlernen dauert 75 Minuten

Genau drei Stunden nach seiner Ankunft rollt Witsel mit dem Rad in Richtung Trainingsplatz "Ri-Au". Der Helm auf seinem Kopf kann seine markante Frisur kaum bändigen, Applaus brandet auf, als er dann auf das Gelände einbiegt. Etliche BVB-Fans sind da, die Nachricht von seiner Verpflichtung hat sich längst herumgesprochen, und Witsel bekommt noch einmal kräftigen Zuspruch, als er sich auf eine lockere Einlaufrunde begibt. Zuvor hat ihn Lucien Favre zur Seite genommen und ihm die Abläufe erläutert . die ersten Minuten sind noch Neuland für den Mann, der die Nummer 28 tragen wird.

Am regulären Teamtraining nimmt Axel Witsel danach noch nicht teil. Er steht noch ganz am Anfang der Vorbereitung, jetzt gilt es, ihn schnellstmöglich zu integrieren und an das Niveau der anderen heranzuführen. Das lockere erste Kennenlernen ist nach gut 75 Minuten vorbei. Ein Einsatz im letzten Test des Trainingslagers am Dienstag gegen den SSC Neapel macht noch keinen Sinn. Witsel ist die siebte externe Verpflichtung dieses Sommers - und könnte die letzte bleiben. Die Suche nach einem Stoßstürmer gestaltet sich weiter schwierig.

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