Baby zu Tode misshandelt

Vater aus Dortmund muss für sechs Jahre ins Gefängnis

Dortmund - Ein Mann aus Dortmund-Hörde, der im Sommer 2015 sein zehn Monate altes Baby zu Tode misshandelt hat, ist am Freitag zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der 38-Jährige, der im Prozess sein früheres Geständnis widerrufen hatte, weinte während des gesamten Verhandlungstages.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer erinnerte in der Urteilsbegründung an die schlimmen Qualen, die der kleine Marvin erlitten haben muss. "Der Junge hatte keine Chance, er konnte sich nicht wehren", sagte Meyer. Und: "Er hat über Monate hinweg immer wieder brutale Misshandlungen erfahren. Unser Impuls war es deshalb, eine noch härtere Strafe zu prüfen."

Letztendlich habe man jedoch das frühere Geständnis, das der Angeklagte bereits am Tag nach seiner Festnahme abgelegt hatte, strafmildernd werten müssen. Außerdem sei der heute 38-Jährige aufgrund einer Intelligenzminderung ohne Zweifel überfordert gewesen.

"Wut an dem Baby ausgelassen"

Der zehn Monate alte Marvin starb an den Folgen einer Blutvergiftung, nachdem sich mehrere innere Verletzungen entzündet hatten. Bei der Obduktion stellten die Ärzte alte Brüche des Schlüsselbeins, des Oberschenkels und mehrerer Rippen fest. Außerdem waren dem Kind vier Zähne ausgeschlagen worden.

Die Richter gehen davon aus, dass der Angeklagte aus Frust über Streitigkeiten mit der Mutter des Kindes handelte. Er habe seine Wut an dem Baby ausgelassen, hieß es in der Urteilsbegründung.

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