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Sie sorgen mit ihrem Wachdienst für Sicherheit im Strandbad: Bengt (am Steuer des Rettungsbootes) und Lukas (mit Feldstecher) von der DLRG Haltern haben das Geschehen am Stausee stets im Blick.

Badespaß

DLRG mahnt: Schwimmer müssen sich an Regeln halten

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Kreis RE - Pfingsten bietet sich für einen Ausflug zum See oder zum Baggerloch an. Doch die DLRG mahnt: Schwimmer müssen sich an Regeln halten. Im Supersommer 2018 gab es im Vest einen Badetoten, bundesweit 504.

Das Pfingstwochenende wird warm – ideal für einen Badeausflug zum See oder Baggerloch. Doch Detlef Meer, Bezirksleiter der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) Emscher-Lippe-Land, warnt: „Das Wasser ist noch kalt. Badende sollten sich nicht überschätzen. Sonst kann aus dem Spaß ganz schnell ernst werden.“ Im Supersommer 2018 gab es nur einen Badetoten im Vest – bundesweit allerdings waren 504 Opfer zu beklagen. Eine traurige Bilanz. Deshalb mahnt Meer zum Saisonstart 2019: „Beachten Sie unbedingt die Baderegeln!“

-Möglichst unter Aufsicht baden

Was heißt das im Kreis Recklinghausen? „Wasserratten“ sollten nur dort baden, wo es erlaubt ist – und da sind das Strandbad am Halterner Stausee oder der Silbersee in Sythen die besten Adressen. „Hier“, so betont Anne Feldmann, Vorsitzende der örtlichen DLRG, „ist unsere Wasserwacht im Einsatz – im letzten Jahr mit über 10.000 Stunden. Und wir sind froh und stolz, dass wir im letzten Jahr keinen Badetoten zu beklagen hatten.“

-Viele Schulkinder sind noch Nichtschwimmer

Dennoch sollten Kleinkinder am und im Wasser nie aus den Augen gelassen werden, auch nicht, wenn Rettungsschwimmer vor Ort sind. „Kinder unterschätzen häufig die Gefahren.“ Überhaupt beklagt Anne Feldmann, dass heutzutage nur etwa 50 Prozent der Zehnjährigen schwimmen können: „Das hängt mit den mangelnden Ausbildungsmöglichkeiten in den Grundschulen zusammen“, sagt Feldmann, „aber auch mit der Zahl der Migrationskinder, die in ihrer Heimat nie einen Bezug zum Element Wasser hatten.“

-Ein Seepferdchen reicht nicht aus

Wer nicht schwimmen kann, darf nur knietief ins Wasser gehen. „Das Seepferdchen reicht nicht aus“, betont Anne Feldmann. „Als schwimmfähig gilt erst, wer mindestens das Bronze-Abzeichen besitzt.“ Schwimmhilfen und Schwimmflügel seien kein Ersatz für den Unterricht. Und Detlef Meer ergänzt: Kinder sollten frühzeitig zum Schwimmkurs angemeldet werden: „Der Andrang bei unseren Kursen ist sehr hoch. In einigen Städten des Kreises muss mit einer Wartezeit von bis zu einem Jahr gerechnet werden“, weiß er. Alternativ könnten auch Eltern oder Großeltern diese wichtige Aufgabe übernehmen. Eigeninitiative sei gefragt, betont er.

-Der Kanal ist eigentlich verboten

„Natürlich laden auch die zahlreichen Kanäle der Region zum Sprung ins kühle Wasser ein“, weiß der Dattelner Detlef Meer nur zu gut. „Aber am Kanal ist das Baden eigentlich verboten, es wird nur geduldet.“ Hier – an der Löringhofbrücke – gab es im letzten Sommer auch das einzige Todesopfer im Vest zu beklagen. Da es allein in Datteln 17 Kilometer Wasserstraße gibt, seien Wachdienste nicht möglich. Die DLRG könne nur bei Veranstaltungen wie Ruder- und Kanuregatten, beim Schleusenlauf oder beim Recklinghäuser Hafenfest Präsenz zeigen.

-40- bis 60-jährige Männer als Risikogruppe

Daher appelliert Meer an den gesunden Menschenverstand: Keine Sprünge von der Brücke, kein Anschwimmen von Booten oder Schiffen, kein übermäßiger Alkoholgenuss. „Gerade 40- bis 60-jährige Männer gehören heute zur höchsten Risikogruppe bei den Badeunfällen, da sie ihre Kräfte oftmals völlig überschätzen.“

Ein anderes Ärgernis sei es, wenn Badegäste mit gefüllten Einkaufstüten, Bierdosen und Einmalgrills am Kanalufer auftauchen – um es bei Sonnenuntergang nur mit ihrem Handtuch um den Hals wieder zu verlassen. „Der Müll muss mit“, appelliert Meer.

Die Baderegeln

1. Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohl fühlst. Kühle dich ab und dusche, bevor du ins Wasser gehst. 2. Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser. 3. Gehe als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser. 4. Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen. 5. Überschätze dich und deine Kraft nicht. 6. Bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren. 7. Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort und suche ein festes Gebäude auf. 8. Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, wirf Abfälle in den Mülleimer. 9. Aufblasbare Schwimm- hilfen bieten keine Sicherheit im Wasser. 10. Springe nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist.

„Wer eine Person im Wasser sieht, die zu ertrinken droht, sollte laut um Hilfe rufen, die Badeaufsicht informieren und einen Notruf absetzen. Ist ein Rettungsring vorhanden, sollte er vom sicheren Standort aus ins Wasser geworfen werden“, erklären die Lebensretter unisono. „Muss man zur Rettung selbst ins Wasser springen, sollte man – wenn möglich – mit einem Ring oder einem Holzbrett zur Hilfe eilen.“ Vom Baden in einem Fluss – wie etwa dem Rhein – rät Anne Feldmann gänzlich ab. „Die jüngste Bootstragödie mit vier Toten – darunter zwei kleinen Mädchen – hat doch gezeigt, dass hier das Risiko für Leib und Leben einfach zu hoch ist.“

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