Bahnhöfe in Aplerbeck

Bahnfahren ist im Dortmunder Süden nicht barrierefrei

Aplerbeck - Nicht jeder, der mit der Bahn fahren möchte, kann dies auch. Denn bestimmte Bahnsteige sind für Menschen, die schlecht zu Fuß sind oder einen Kinderwagen dabei haben, unerreichbar. Wir haben in Dortmund-Aplerbeck nachgeschaut.

Bayern hatte mal einen Problem-Bären. Bruno hieß der, und die Geschichte nahm damals kein gutes Ende. Im Stadtbezirk Aplerbeck gibt es nun mal keine Bären, aber zwei Bahnhöfe (die Deutsche Bahn nennt sie Haltepunkte), die mittlerweile zu Problem-Bahnhöfen mutiert sind.

Der eine liegt in Aplerbeck (Aplerbeck-Süd) und der andere in Sölde. Und den Bürgen fehlt mittlerweile der Glaube, dass sich in den beiden Fällen etwas zum Guten wenden könnte - Bruno lässt grüßen. Beide Haltepunkte glänzen nämlich dadurch, dass das einzige Barrierefreie an ihnen die Bänke auf dem Bahnsteig sind. Nur bis man die erreicht hat, gilt es Stufen zu überwinden. In Aplerbeck Süd sind das 40 an der Zahl. 20 runter und 20 hoch, wenn man vom Parkplatz auf den Bahnsteig will.

Jeder, der nicht so gut zu Fuß ist, etwas Sperriges dabei hat oder mit kleinen Kindern unterwegs ist, hat da kaum eine Chance, einen Zug zu bekommen. Der grüßt dann aus der Ferne. Nun ist das Problem nicht neu. Im letzten Jahr machten schon in Sölde Senioren mobil, um auf die Missstände am dortigen Haltepunkt (der ist fast baugleich mit dem in Aplerbeck) aufmerksam zu machen.

Sie forderten einen barrierefreien Umbau - doch der Deutschen Bahn fehlte das Geld. Das scheint jetzt aber vorhanden zu sein. Und es ist nicht nur das Geld, sondern auch das Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes. "Das trat 2002 in Kraft. Bahnunternehmen sind verpflichtet, ihre Infrastruktur und Fahrzeuge barrierefrei zu gestalten", sagt Ingeborg Milde, Fraktionsvorsitzende der CDU in der BV- Aplerbeck.

Zukunftsinvestitionsprogramm der Deutschen Bahn

Wann ein Bahnhof umgebaut wird, hat das auch etwas mit der Fahrgastfrequenz zu tun. Zumindest in Sölde ist diese hoch genug. Doch, warum tut sich nichts? Zumal die Deutsche Bahn ein Zukunftsinvestitionsprogramm aufgelegt hat, bei dem 108 kleine Stationen barrierefrei umgebaut werden. Nur ist keiner aus Dortmund dabei. "In dieses Programm rutschen wir nicht mehr rein", sagt Volker Mais, stellvertretender Bezirksbürgermeister (CDU).

Nur, die Flinte ins Korn werfen will man in Aplerbeck auch nicht, zumal man schon lange an dem Thema dran ist. Denn die Sache mit den Problem-Bahnhöfen führte Mitglieder der BV Aplerbeck schon bis zum Bundesverkehrsministerium in Berlin. Geschehen ist bislang noch nichts. "Wir wollen noch einmal die Kräfte bündeln und dazu in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 13. März noch einmal Anträge stelle", sagt Mais.

Förderprogramm muss her

Das Ziel sei, dass Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel dann Mitarbeiter der DB-Stationen und Service AG zu einer der folgenden Sitzungen einlädt - zu einem Gespräch mit den BV-Mitgliedern.

Zudem müsse man auch der Landesregierung klarmachen, dass es in Aplerbeck ein Problem mit den Bahnhöfen gibt. Einfach wird es nicht sein, eine Lösung zu finde, denn die Haltepunkte verfügen beide über sogenannte Mittel-Bahnsteige. Um diese barrierefrei erreichen zu können, müssten eigentlich Aufzüge her. "Wir müssen in eines der nächsten Förderprogramme kommen", sagt Mais. Und man müsse sich günstige Alternativen überlegen, um die Haltepunkte barrierefrei zu machen. Vielleicht findet diese Geschichte ja dann doch noch ein gutes Ende.

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