Bahnhofsbrände

Feuerwehr-Freunde sollen ins Gefängnis

HERTEN - Im Prozess um die Brandserie am alten Westerholter Bahnhof hat die Staatsanwaltschaft am Montag für beide Angeklagten Gefängnisstrafen beantragt. Der Brandstifter, ein Ex-Jugendfeuerwehrmann (20), soll zu fünf Jahren Jugendhaft und das damals aktive Mitglied (25) der Freiwilligen Feuerwehr zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt werden.

Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann ist nach wie vor davon überzeugt, dass es den Feuerwehr-Freunden aus Westerholt bei den Brandlegungen vor allem darum ging, „Ruhm“ zu ernten. In Handy-Sprachnachrichten hätte sich das Duo „gegenseitig hochgeschaukelt“. Eine bislang unbekannte Situation kurz vor der zweiten Brandlegung am 18. Oktober 2017 verdeutliche ganz besonders, so Bachmann, wie verachtenswert mit dem Leben anderer Menschen gespielt worden sei. Nachdem der 20-jährige Ex-Jugendfeuerwehrmann den Inhalt eines Pulverfeuerlöschers über einem volltrunken im Bahnhofsgebäude schlafenden Obdachlosen ausgeleert hatte, soll er sich in einer Sprachnachricht an den Mitangeklagten lustig gemacht haben über den abwertend als „Penner“ bezeichneten Mann.

Staatsanwalt geht von Tötungsvorsatz aus

Bei dem Brandstifter geht Oberstaatsanwalt Bachmann weiter von einem Tötungsvorsatz aus. Das Vorgehen des 20-Jährigen dokumentiere, dass „ihm das Leben der Bewohner im Bahnhofsgebäude egal war“. Daher solle die Verurteilung auf versuchten Mord lauten.

Dem aus dem Hintergrund agierenden 25-Jährigen könne das zwar nicht unterstellt werden. Dadurch, dass der Ältere jedoch einen „erkennbar jungen und labilen Menschen“ bei der Tatbegehung geistig unterstützt habe, sei er als Helfer zu verurteilen. „Seine Motivation war, dass er meinte, er hätte nicht genügend Brandeinsätze und müsse das nun selbst in die Hand nehmen“, sagte Ankläger Bachmann über das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr.

Im Prozess geht es um drei Brandlegungen am und im Westerholter Bahnhof. Beide Angeklagten sind weitreichend geständig. Urteilsverkündung: voraussichtlich am Mittwoch.

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