Baum-Krankheiten

Gefährliche Baum-Krankheiten schaden Menschen - was Dortmunder für ihre Bäume tun können

Zwei Krankheiten befallen Bäume und schaden den Menschen: der Eichenprozessionsspinner und die Rußrindenkrankheit. Wie sieht es in Dortmund aus und was können Dortmunder für ihre Bäume tun?

Zwei Baum-Krankheiten machen derzeit in der Region die Runde: Die Rußrindenkrankheit befällt Ahorne, Eichen werden vom Eichenprozessionsspinner heimgesucht. Die Stadt Dortmund hat beide Schädlinge auf dem Schirm.

Die Rußrindenkrankheit breitet sich in Ostwestfalen-Lippe aus, auch in Selm gab es zuletzt einen Fall. In Bonn mussten zuletzt 600 Bäume gefällt werden, im Kreis Meerbusch rund 100 Bäume. Die durch den - aus Nordamerika eingeschleppten - Giftpilz Cryptostroma corticale hervorgerufene Krankheit ist für Bäume tödlich; wenn Menschen die Pilzsporen einatmen, kann das eine allergisch bedingte Entzündung der Lungenbläschen auslösen.

Die Dortmunder müssen sich aber noch nicht sorgen: In den hiesigen Grün- und Parkanlagen sowie im Bereich des sogenannten Straßenbegleitgrüns gebe es bislang keinen Schädlingsbefall und auch keine Verdachtsfälle, sagt Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl.

Auch dem Umweltamt, das für die Waldflächen zuständig ist, sowie dem Eigenbetrieb Friedhöfe Dortmund ist die Rußrindenkrankheit noch nicht untergekommen. Für den Fall der Fälle seien die Kontrolleure "umfassend informiert und wissen, worauf sie achten müssen", sagt Uehlendahl. Und: Bei einer Gefahr würde man die Bürger direkt informieren.

Wir können Dortmunder ihren Ahorne schützen?

Ist ein Baum erst einmal befallen, ist er nicht mehr zu retten. Doch: Eine gute Bewässerung beugt der Pilzinfektion vor. Gesunde, gut gepflegte Bäume wehren sich mit aktiven Abwehrmechanismen gegen den Schädling. Vor allem junge Ahorn-Bäume sollten daher in heißen Sommern gegossen werden.

Eichenprozessionsspinner noch nicht aufgetreten

Auch der Eichenprozessionsspinner sei in Dortmund in diesem Jahr nach Kenntnis der Stadt noch kein Thema gewesen, sagt Stadt-Sprecher Christian Schön. Anders, als etwa in Castrop-Rauxel, wo er schon sporadisch Eichen befällt. Die Haare der Raupen verursachen bei Menschen Juckreiz, Hautrötungen oder sogar Bindehautentzündungen. Gelangen sie in die Atemwege, führt dies zu Entzündungen und Atemnot.

Fredenbaumpark im letzten Jahr teilweise gesperrt

2018 waren Bereiche des Fredenbaumparks wegen des Eichenprozessionsspinners gesperrt. Dort und auch an anderen Stellen hätten Mitarbeiter des Umweltamtes in diesem Jahr Baumkontrollen durchgeführt, sagt Schön. Dabei sei aber bisher nichts aufgefallen. Sobald es in der Nähe von sensiblen Orten wie Kitas oder Schulen einen starken Befall gäbe, würde umgehend eine Spezialfirma eingeschaltet, sagt Sylvia Uehlendahl. Zudem gäbe es dann Hinweisschilder ("Bereiche meiden") in mehreren Sprachen.

Kann ein Öl helfen?

Die Stadt Herten lässt 380 Eichen in sensiblen Bereichen mit einem speziellen Öl besprühen, um präventiv gegen den Eichenprozessionsspinner vorzugehen. Das könnte aus Uehlendahls Sicht in Dortmund bei einem Bestand von 4776 Eichen an Straßen und in Grün- und Parkanlagen nur durch Überfliegen der Bäume und Besprühen von oben erreicht werden. Die Stadt halte das aber in dicht besiedelten und besuchten Bereichen für kein geeignetes Mittel. Zudem würde das sogenannte Neemöl auch Nützlingsraupen und Schmetterlingsraupen bekämpfen.

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