Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit

360 Stellen schon besetzt im Sozialen Arbeitsmarkt

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Kreis RE - Auch die Kreisverwaltung Recklinghausen will 30 Jobs für Langzeitarbeitslose schaffen. Dafür gab der Kreistag am Montag grünes Licht.

Rund 360 Stellen sind im neu geschaffenen Sozialen Arbeitsmarkt im Kreis Recklinghausen bereits vergeben worden. Weitere 314 Arbeitsplätze wurden von Wohlfahrtsverbänden, Kommunen und der Wirtschaft dem Jobcenter Kreis Recklinghausen zur Besetzung angeboten. Für diese sucht die Hartz-IV-Behörde zurzeit passende Kandidaten. „Mit dem bisherigen Verlauf sind wir sehr zufrieden“, sagt Jobcenter-Sprecher Thomas König. Ziel sei es, bis zu 700 Stellen für Langzeitarbeitslose zu schaffen.

Der Soziale Arbeitsmarkt beruht auf einem im November letzten Jahres verabschiedeten Gesetz der Bundesregierung zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, dem sogenannten „Teilhabechancengesetz“. Es soll dauerhaft öffentlich geförderte Beschäftigung ermöglichen und entspricht inhaltlich dem, was Gewerkschaften, Kirchen und Parteien aus dem Kreis Recklinghausen im „Vestischen Appell“ seit Jahren gefordert haben. Um das Gesetz umzusetzen, erwartet das Jobcenter Kreis Recklinghausen in diesem Jahr 13 Millionen Euro zusätzlich an Eingliederungsmitteln vom Bund.

Auch die Kreisverwaltung Recklinghausen wird 30 Stellen einrichten. Das hat der Kreistag am Montag beschlossen. Die neuen Mitarbeiter sollen beispielsweise Hilfstätigkeiten an Schulen übernehmen, bei den im Zuge der Kreishaus-Sanierung erforderlichen Umzügen mit anpacken sowie die Außenanlagen sauber halten. Die sozialversicherungspflichtigen und nach Tarif bezahlten Stellen können bis zu fünf Jahre vom Bund gefördert werden; zunächst zu 100 Prozent, am Ende dann noch zu 70 Prozent. Erwartet wird, dass der Kreis und seine zehn Städte insgesamt 150 Arbeitsplätze im Sozialen Arbeitsmarkt schaffen werden. Das Gros der Stellen kommt allerdings von den Wohlfahrtsverbänden, die die neuen Kräfte zum Beispiel in ihren Kindertagesstätten oder Seniorenzentren beschäftigen.

Sechs Jahre Hartz IV

-Um nach dem Teilhabechancengesetz gefördert zu werden, müssen Bewerber mindestens sechs Jahre Hartz IV bezogen haben. -In sogenannten Vorschaltmaßnahmen, die von mehreren Trägern organisiert werden, werden die Arbeitslosen auf ein geregeltes Arbeitsleben vorbereitet. -500 bis 700 Stellen im neuen Sozialen Arbeitsmarkt hält das Jobcenter im Kreis für möglich. Diese Zahl ist in Relation zu setzen zu den über 50.000 erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfängern, die im Kreis RE registriert sind.

Fachleute sehen große Chancen, dass der Weg über den Sozialen Arbeitsmarkt am Ende in eine Dauerbeschäftigung münden kann. Die Betroffenen hätten fünf Jahre Zeit, sich zu stabilisieren. Und wenn sie sich bewerben, trügen sie nicht mehr den Makel, aus der Arbeitslosigkeit zu kommen.

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