Bergbau-Verbundenheit

Schalkes schwieriger Spagat beim Spiel gegen Leverkusen

Gelsenkirchen - Trainer Tedesco und seine Mannschaft brauchen drei Punkte. Am liebsten will er den zahlreichen Kumpel in der Veltins-Arena einen Sieg schenken.

Einerseits wollen die Königsblauen in einem würdigen und sicherlich auch emotionalen Rahmen den Abschied des Steinkohlebergbaus begehen. Dazu wurden heute rund 2000 Bergleute in die Veltins-Arena eingeladen. Anderseits gilt es, das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (18.30 Uhr/Sky) unbedingt zu gewinnen, um nicht endgültig von einem Champions-League-Anwärter zu einem Abstiegskandidaten zu mutieren.

Zwar lebt Domenico Tedesco noch nicht lange im Ruhrgebiet, aber er hat in vielen Begegnungen längst erfahren, dass Schalke und der Bergbau seit Jahrzehnten intensiv verbunden sind. Wie es unter Tage aussieht, hat der Schalke-Trainer am eigenen Leib schon erlebt. Bei seiner Trainertätigkeit in Aue hat er eine Grubenfahrt mitgemacht. „Atemberaubend“, nannte der 33-Jährige diese Erfahrung.

Am liebsten will Tedesco den zahlreichen Kumpel in der Veltins-Arena einen Sieg schenken. Dazu müsste seine Mannschaft aber viel mehr bieten, als zuletzt in Augsburg. Die Kritik der eigenen Anhänger an den Leistungen der Schalker Mannschaft hat in den vergangenen Wochen stark zugenommen.

Kampf und Engagement sind das Mindeste

Kein Wunder, denn nicht nur der Tabellenplatz (13), sondern auch die spielerische Armut war erschreckend. Tedesco will seine Spieler für diese 90 Minuten besonders sensibilisieren. Wie, sagt er nicht. Aber er richtete schon einmal einen Appell an Fährmann & Co.: „Wir müssen unsere Fans mit unserem Einsatz auf dem Rasen mitreißen!“

Denn Kampf und Engagement sind das Mindeste, was die Zuschauer gegen Leverkusen über 90 Minuten erwarten. Dabei treffen die Königsblauen mit Bayer Leverkusen auf eine Mannschaft, die in der Bundesliga bisher ähnlich enttäuschte wie die Blau-Weißen.

Angriff bereitet Tedesco ebenfalls Kopfzerbrechen

Doch während Tedesco noch fest im Sattel sitzt, hat in Leverkusen längst eine Trainerdiskussion um Heiko Herrlich eingesetzt. Namen wurden bereits gehandelt, was meistens kein gutes Zeichen, aber branchenüblich ist. Tedesco hat dennoch großen Respekt vor dem angeschlagenen Kontrahenten. „Leverkusen hat in Bremen sechsmal getroffen, in Mönchengladbach fünf Tore erzielt. An einem guten Tag ist unser Gegner brandgefährlich“, warnt der Coach.

Spannend wird zu beobachten sein, ob es Schalke gelingt, die schnellen Leverkusener Stürmer in den Griff zu bekommen. Der eigene Angriff bereitet Tedesco aufgrund der langen Verletztenliste ebenfalls großes Kopfzerbrechen. Von den jungen und unerfahrenen Stürmern scheint noch niemand in der Lage, für Guido Burgstaller, Mark Uth oder Breel Embolo in die Bresche springen zu können. Deshalb wird beim Spiel gegen Leverkusen wohl auch Geduld gefragt sein. Auch das wird ein schwieriger Spagat.

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